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Anders als beim Bauchemiehersteller Sika knüpft man beim Weltmarktführer Holcim auch unter seinem Nachfolger Miljan Gutovic nahtlos an die bisherigen Erfolge an. Während die Aktien von Amrize noch immer unter dem Referenzkurs im Zusammenhang mit der Abspaltung von Holcim vom Frühsommer letzten Jahres notieren, konnten jene des früheren Mutterhauses um fast 50 Prozent zulegen. Mit einem Kursplus von 75 Prozent reichte es 2025 sogar für die SMI-Goldmedaille.
Zumindest wenn es nach der UBS geht, ist das Ende der Fahnenstange damit noch lange nicht erreicht. In einer 52 Seiten starken Studie über die Baumaterialhersteller weltweit erhöhen die Autoren um Julian Radlinger ihr Zwölf-Monats-Kursziel für die Aktien von Holcim auf 93 (zuvor 78) Franken und verleihen ihrer Kaufempfehlung damit abermals Nachdruck. Sie machen beim Unternehmen alle nötigen Zutaten für ein weiteres erfolgreiches Jahr aus. Es ist das höchste mir bekannte Kursziel für die Valoren des Weltmarktführers aus Zug. Die nächsthöheren Kursziele gehen auf das Konto von Deutsche Bank mit 91 Franken und Kepler Cheuvreux mit 90 Franken.
In den vergangenen Jahren kannte die Holcim-Aktie bloss eine Richtung: Die nach oben. (Quelle: www.cash.ch)
Die besagte Kaufempfehlung geht übrigens bloss auf Mitte Oktober zurück. Stein des Anstosses war damals ein Analystenwechsel. Für Marcus Cole übernahm der deutlich zuversichtlichere Julian Radlinger. Interessant erscheint mir auch, dass selbst dem jetzigen Kursziel eher konservative Gewinnerwartungen des Analysten zugrunde liegen. Die Berufskollegen bei anderen Banken sind diesbezüglich sogar noch zuversichtlicher. Will heissen: Das Zwölf-Monats-Kursziel der UBS läge bei ähnlich hohen Gewinnerwartungen vermutlich noch höher.
Innerhalb nur weniger Jahre hat sich Holcim aus Aktionärssicht vom hässlichen Entlein zum stolzen Schwan gemausert. An der Börse ging dies mit nichts Geringerem als einer Verdreifachung des Aktienkurses einher. Das «schnelle Geld» dürfte damit wohl gemacht sein...
Diese Einschätzung scheint man auch in den Londoner Büros der Bank of America zu teilen. Anders als sein Berufskollege bei der UBS kommt der für die amerikanische Investmentbank tätige Analyst Arnaud Lehmann neuerdings bloss auf ein Kursziel von 82 (zuvor 78) Franken. Deshalb straft er die Aktien von Holcim von «Buy» auf «Neutral» ab und setzt stattdessen auf jene der französischen Rivalin Saint-Gobain. Letztere preist er mit «Buy» und einem Kursziel von 115 Euro zum Kauf an.
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Es ist schon eine ganze Weile her, seit ich mich letztmals zu Stadler Rail äusserte. Nach dem Kursdebakel vom letzten Freitag bietet sich mir allerdings eine günstige Gelegenheit, um mich endlich wieder einmal mit dem Zugbauer aus dem thurgauischen Bussnang und seiner Aktie auseinanderzusetzen.
Die Kurslawine ins Rollen gebracht haben dürfte ein Kommentar von J.P. Morgan. Darin warnt der Autor Akash Gupta vor nichts Geringerem als einer weiteren Zahlenenttäuschung. Er verleiht damit seiner «Underweight» lautenden Verkaufsempfehlung und seinem Kursziel von gerade einmal etwas mehr als 20 Franken nochmals Nachdruck.
Die Aktien von Stadler Rail stehen seit Freitag unter Verkaufsdruck (Quelle: www.cash.ch)
Eigenen Angaben zufolge liegen die operativen Gewinnschätzungen des Analysten für Stadler Rail um mehr als zehn Prozent unter den durchschnittlichen Annahmen seiner Berufskollegen bei anderen Banken. Sprich: Sollte Gupta mit seinen Befürchtungen richtig liegen, müssten viele Analysten bei ihren Schätzungen einmal mehr den dicken Rotstift ansetzen. So genau wissen wir das wohl erst nach der Jahresergebnisveröffentlichung von Mitte März.
Auf die Gefahr hin mich zu wiederholen, verfügt der Zugbauer zwar über randvolle Auftragsbücher. Allerdings fiel es ihm in den letzten Jahren sichtlich schwer, diese Aufträge in Gewinne und Cashflows für die Aktionärinnen und Aktionäre umzumünzen. Davon zeugen auch die vielen Tolggen im Reinheft seit dem Börsengang von 2019 – wenn auch nicht immer alle selbstverschuldet waren. Kein Wunder also, wenn der Londoner Analyst von J.P. Morgan mit seinen Aussagen für Nervosität sorgt.
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