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Meinen geschätzten Leserinnen und Lesern dürfte der für die Berenberg Bank tätige Analyst Patrick Laager noch von seiner Zeit bei der Credit Suisse in Erinnerung sein. Dort hatte er sich in all den Jahren insbesondere mit seiner negativen Einschätzung der Aktien von Meyer Burger einen Namen gemacht. Rückblickend sollte er mit seiner Skepsis goldrichtig liegen, nahm die Leidensgeschichte der Aktionäre beim Solarhersteller bekanntlich doch kein gutes Ende.
In einem mir vorliegenden Kommentar berichtet Laager nun davon, dass die Karten bei den hiesigen Industrieaktien neu gemischt werden. Den ihm vorliegenden Informationen zufolge fliesst wieder vermehrt Geld in traditionelle Zykliker wie den Windkraftzulieferer Schweiter oder die beiden Hersteller von Befestigungssystemen Bossard und SFS Group. Auch Georg Fischer habe sich wieder zum Anlegerliebling gemausert. Ähnliches zeichne sich bei Burckhardt Compression ab. Während Laager die Valoren des Herstellers von Kolbenkompressoren schon eine ganze Weile mit einem Kursziel von 670 Franken zum Kauf anpreist, fangen seine Berufskollegen bei Kepler Cheuvreux oder Cantor gerade erst an, sich für diese zu erwärmen. Chefanalyst Torsten Sauter bei Kepler Cheuvreux erhöhte sein Anlageurteil kürzlich von «Hold» auf «Buy» mit einem Kursziel von 570 (zuvor 505) Franken. Tags zuvor nahm der Cantor-Analyst die Erstabdeckung mit «Overweight» und einem Kursziel von 640 Franken auf.
Diese fünf Aktien machen den beiden Überfliegern Huber+Suhner und Belimo die Favoritenrolle zusehends streitig. Beide hätten zuletzt an Kraft eingebüsst. Ähnliches gelte für die Valoren von Implenia, schreibt Laager weiter.
Die Aktien der R&S Group hatten schon im Vorfeld der Halbjahreszahlen einen schweren Stand (Quelle: www.cash.ch)
Viel Luft nach oben sieht der Berenberg-Analyst nach dem jüngsten Rücksetzer insbesondere bei den Aktien der R&S Group. Er senkt seine Gewinnschätzungen für den Trafohersteller um bis zu drei Prozent, um der verhaltenen Geschäftsentwicklung in der ersten Jahreshälfte Rechnung zu tragen. Mit 35 Franken bleibt beim Kursziel indes alles beim Alten.
Laager glaubt zwar nicht, dass die R&S Group über Nacht zum Anlegerliebling aufsteigen wird. Er hält die Investmentthese beim Trafohersteller jedoch für sehr ansprechend sowie für intakt. Seine Schlüsselbotschaft: Mehr als ein blaues Auge tragen die Aktien nach der jüngsten Ergebnisenttäuschung nicht davon.
Vom Kursziel von 35 Franken lässt sich ein rechnerisches Aufwärtspotenzial von ziemlich genau 80 Prozent (!!!) ableiten. Es ist denn auch das höchste mir bekannte Kursziel eines Analysten für diese Aktien.
Es dürfte dauern, bis das Unternehmen unter seinem Chef Eduardo Terzi das verlorene Anlegervertrauen zurückgewinnen kann. Zwei Schritte vor und einen wieder zurück, liesse sich mit Blick auf die enttäuschende erste Jahreshälfte da erwidern.
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Wenn die renommierte Financial Times ein drängendes Thema aufgreift, wirft sie damit für gewöhnlich hohe Wellen. Umso mehr überrascht es mich, dass ein Artikel über einen Vorstoss der chinesischen Regierung in Peking im Kampf gegen Steuerschlupflöcher im Hintergrundrauschen der Finanzmärkte völlig untergeht.
Einzig der für Kepler Cheuvreux tätige Bankenanalyst Nicolas Payen nimmt die Steilvorlage der Londoner FT-Autoren an und setzt sich in einem mir zugespielten Kommentar mit den möglichen Folgen für die UBS auseinander.
Für Payen könnte die Verschärfung der Steuervorschriften für Offshore-Konstrukte – eine Gesetzeslücke, welche bisher von vermögenden Privatpersonen rege genutzt wurde – durchaus auch Folgen für die grösste Schweizer Bank haben. Denn wie der Analyst schreibt, ist die UBS mit Kundenvermögen in Höhe von umgerechnet 790 Milliarden Dollar mit Stand Ende Juni die grösste Vermögensverwalterin in der Region Asien-Pazifik.
Nichts scheint den Höhenflug der UBS-Aktien stoppen zu können (Quelle: www.cash.ch)
Es gilt als ein offenes Geheimnis, dass gerade sehr vermögende chinesische Privatpersonen in Singapur und Hongkong solche Offshore-Konstrukte nutzen. Diese böten dann die Grundlage für Bankgeschäfte wie Wertschriftenverwahrung, Kreditvergabe, Handel und Beratung, wie Payen ergänzt.
Vom finanziellen Standpunkt her gibt der Kepler-Analyst allerdings Entwarnung. Seinen Berechnungen zufolge könnte der jüngste Vorstoss Pekings die Grossbank im laufenden Jahr Erträge im Umfang von 280 Millionen Dollar kosten. Das wiederum würde beim Gewinn vor Steuern mit rund 200 Millionen Dollar negativ zu Buche schlagen – was «bloss» 1,3 Prozent des fürs laufende Jahr geschätzten Vorsteuergewinns auf Gruppenebene entspräche. Im ungünstigsten Fall geht Payen von einer Schmälerung des Vorsteuergewinns um 308 Millionen Dollar aus. Er hält deshalb mit einem Kursziel von 47 Franken an seiner Kaufempfehlung fest.
Ich begegnete dem starken Abschneiden der UBS im zweiten Quartal mit folgenden Worten:
Es wäre aus Anlegersicht deshalb fahrlässig, das Gewinnwachstum im Investment Banking linear in die Zukunft zu extrapolieren. Lange Rede, kurzer Sinn: Die Aktien der UBS und vieler anderer Universalbanken sind kurzfristig wohl etwas gar übers Ziel hinausgeschossen...
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