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Das dürfte sich der für die UBS tätige Analyst Tommaso Operto vermutlich anders vorgestellt haben, als er seiner Kaufempfehlung für Huber+Suhner im Mai dieses Jahres mit einer kräftigen Erhöhung seines Zwölf-Monats-Kursziels auf 320 (zuvor 230) Franken Nachdruck verlieh. Die Aktien des Spezialisten für optische Verbindungstechnik aus Herisau gingen an diesem Tag zwar um fast 18 Prozent höher aus dem Handel – was nicht zuletzt auch dem erfreulich starken Zahlenkranz des amerikanischen Rivalen Lumentum für das erste Quartal geschuldet gewesen sein dürfte.
Seither hat das Unternehmen an der Börse allerdings eine schmerzhafte Bewertungskorrektur durchlaufen. Wurden im Mai in der Spitze noch Kurse von 280 Franken und mehr bezahlt, kosteten die Valoren zuletzt keine 170 Franken mehr.
Ich stiess mich damals am argen Missverhältnis zwischen der um 40 Prozent höheren Kursprognose und den durchschnittlich «bloss» um etwas mehr als 16 Prozent höheren Gewinnerwartungen des UBS-Analysten für das laufende und die beiden nachfolgenden Jahre.
In diesem Zusammenhang hielt ich deshalb fest:
Aufstieg und Fall der Aktien von Huber+Suhner seit Januar (Quelle: www.cash.ch)
Am Freitag nun lud Huber+Suhner nach Pfäffikon zum diesjährigen Investorentag. Allerdings blieb die von einigen Analysten erhoffte Erhöhung der 2022 kommunizierten Mittelfristziele aus. Das Unternehmen strebt einen Jahresumsatz von mehr als einer Milliarde Franken bei einer operativen Gewinnmarge (EBIT) zwischen 9 und 12 Prozent an. Finanzchef Richard Hämmerli will diese Vorgaben erst mit der Veröffentlichung des diesjährigen Ergebnisses überdenken und vertröstet in diesem Zusammenhang ins kommende Frühjahr. Da überrascht es mich nicht, dass die Aktien am Freitag mit einem Minus von etwas mehr als drei Prozent aus dem Handel gingen.
Eine Kaufempfehlung trifft nun aus Deutschland ein. Die Autoren des in hiesigen Börsenkreisen auch als «Düsseldorfer» bekannten Anlegerbriefs preisen die Aktien von Huber+Suhner neuerdings zum Einstieg an. Sie sehen das Unternehmen zu einem sogenannten «Pickel- und Schaufel-Lieferanten» auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz sowie der Rüstungsindustrie heranreifen.
Das Herzstück dieser Empfehlung liest sich wie ein Zusammenschnitt aus einer erst vor einer Woche veröffentlichten Unternehmensstudie aus dem Hause Jefferies. Darin nahm der Autor Fabian Piasta die Erstabdeckung der Aktien mit «Buy» und einem Kursziel von 225 Franken auf. Am letzten Montag berichtete ich darüber im Insider Briefing.
In den vergangenen Jahren tischten die Autoren des beliebten deutschen Anlegerbriefs ihren Leserinnen und Lesern gerne mal schlecht recherchierte Empfehlungen auf. Zumindest bei Huber+Suhner scheinen sie ihre Hausaufgaben jedoch gemacht zu haben. Auch ich halte die Aktien nach der Kurszäsur der letzten Monate zusehends für attraktiv bewertet.
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Für die Aktionärinnen und Aktionäre der Swatch Group gleicht die Zeit seit Januar – zumindest gefühlt – einer Achterbahnfahrt der Gefühle. Zuletzt hatten die Valoren des Uhrenherstellers aus Biel eher wieder einen schweren Stand.
Das ruft nun den für Kepler Cheuvreux tätigen Analysten Jon Cox auf den Plan. In einem Kommentar verleiht er seiner Kaufempfehlung sowie dem 225 Franken lautenden Kursziel für die Inhaberpapiere einmal mehr Nachdruck.
Die Aktien der Swatch Group unterliegen seit Monaten starken Kursschwankungen (Quelle: www.cash.ch)
Wie er schreibt, hat die Rentabilität in den vergangenen Jahren nicht zuletzt auch unter den erheblichen Verlusten in der Produktionssparte gelitten. Trotz einer Umsatzschwäche habe das Unternehmen weitgehend an seiner Fertigungsbelegschaft und den Produktionsanlagen in der Schweiz festgehalten, was zu einem negativen operativen Hebeleffekt führte.
Cox rechnet vor, dass sich die Verluste in der Produktionssparte zwischen Januar 2024 und Ende Juni dieses Jahres auf rund 700 Millionen Franken summieren. Damit dürfte aber schon bald Schluss sein. Seines Erachtens erfährt die Dynamik bei den verschiedenen Uhrenmarken eine Verbesserung. Zusätzliche Impulse erhofft er sich von der Einführung der «Royal Pop».
Lange Rede, kurzer Sinn: Der Kepler-Analyst liegt mit seinen künftigen Gewinnerwartungen für die Swatch Group um bis zu 37 Prozent über den durchschnittlichen Schätzungen seiner Berufskollegen bei anderen Banken. Ob zurecht, wird vermutlich erst die Jahresergebnisveröffentlichung im kommenden Frühjahr zeigen.
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