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Langjähriger Grossaktionär kauft bei dividendenstarker Aktie beherzt zu - und verbrennt sich dabei die Finger

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Beteiligungserhöhung

Langjähriger Grossaktionär kauft bei dividendenstarker Aktie beherzt zu - und verbrennt sich dabei die Finger

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Der grösste Einzelaktionär hat beim Stellenvermittler Adecco auf die Zahlen hin wacker Aktien zugekauft. Das rächt sich nun allerdings. Und: Stimmung unter Konsumenten schlechter als während der Finanzkrise.

13.05.2026   12:00
Von cash Insider
Sitz von Adecco und der Tochtergesellschaft Spring Professional an der Uetlibergstrasse in Zürich.

Sitz von Adecco und der Tochtergesellschaft Spring Professional an der Uetlibergstrasse in Zürich.

Quelle: cash

Der cash Insider berichtet auch im Insider Briefing jeweils vorbörslich von brandaktuellen Beobachtungen rund um das Schweizer Marktgeschehen und ist unter @cashInsider auch auf X/Twitter aktiv.

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Die Aktien von Adecco gelten als dividendenstark. Die Rendite von etwas mehr als 5 Prozent ist allerdings weniger die Folge einer grosszügigen Ausschüttungspolitik als vielmehr den tiefen Kursnotierungen geschuldet.

Auch heute Mittwoch gerät der Stellenvermittler an der Börse wieder unter die Räder. Obschon der Zahlenkranz für die ersten drei Monate auf den ersten Blick solide daherkommt, büssen die Valoren mehr als 13 Prozent ein. Dass das organische Umsatzwachstum mit 5,3 Prozent über den durchschnittlich erwarteten 4 Prozent liegt und dem Unternehmen beim operativen Gewinn (EBITA) mit 148 Millionen Euro eine Punktlandung auf den Analystenschätzungen gelingt, scheint dabei kaum von Bedeutung. Den vorsichtigen Aussagen zur Entwicklung der Bruttogewinnmarge im angelaufenen zweiten Quartal wird ein ungleich grösseres Gewicht beigemessen.

Einmal mehr sehen sich Analysten gezwungen, bei ihren Kurszielen zurückzubuchstabieren. Der für Vontobel tätige Michael Foeth traut den Aktien neuerdings noch Kurse von 30 (zuvor 35) Franken zu und hält eisern an seiner Kaufempfehlung fest. Seine Berufskollegin Corina Hennig von der Basler Kantonalbank (BKB) ist da deutlich zurückhaltender und trimmt ihr Kursziel auf 20 (zuvor 22,50) Franken. Am «Marktgewichten» lautenden Anlageurteil der BKB-Analystin ändert sich indes nichts. Weitere einschneidende Kurszielreduktionen dürften wohl folgen.

Für die Aktien von Adecco geht es am Mittwoch kräftig nach unten (Quelle: www.cash.ch)

Gerade für Silchester International ist das besonders bitter. Wie aus einer Offenlegungsmeldung hervorgeht, hat der grösste Einzelaktionär des Stellenvermittlers auf die Ergebnisveröffentlichung hin wacker Aktien zugekauft. Mittlerweile bringen die Amerikaner wieder mehr als 15 Prozent an Stimmrechten auf die Waage. Das ist allerhand.

Die Meldepflicht geht auf den vergangenen Donnerstag zurück, als noch Kurse von 18 Franken und mehr bezahlt wurden. Nach der Kurszäsur von heute Mittwoch kosten dieselben Aktien zeitweise keine 16 Franken mehr.

Sollte es sich bei der Beteiligungserhöhung um eine Wette auf einen erfreulichen Geschäftsverlauf im ersten Quartal gehandelt haben, ging diese gehörig nach hinten los. Beiläufig sei erwähnt, dass Silchester International beim Stellenvermittler schon seit dem Frühling 2018 zu den bedeutendsten Aktionären zählt. Als die Amerikaner ihre Beteiligung damals auf über drei Prozent erhöhten, notierten die Aktien noch bei 65 Franken und damit ein Mehrfaches von heute.

Wenn sich Zykliker wie Adecco in einem so hartnäckigen Stimmungs- und Kursziel befinden, sagt das viel über die konjunkturellen Aussichten aus. Mein Bauchgefühl sagt mir jedenfalls, dass es der Weltwirtschaft schlechter geht, als man vermuten könnte.

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Die Rekordjagd an der New Yorker Börse ist schon ziemlich beeindruckend. Am breit gefassten S&P 500 Index gemessen, errechnet sich alleine seit Ende März ein sattes Plus von mehr als 13 Prozent. Der Nasdaq 100 Index liegt sogar mit fast 24 Prozent im Plus. Da fällt selbst der starke Franken aus Sicht eines Schweizer Anlegers nicht sonderlich ins Gewicht.

Davon müssten eigentlich auch die amerikanischen Haushalte profitieren, zeigen Erhebungen der Federal Reserve Bank doch, dass diese mit knapp 37 Prozent des Nettovermögens direkt oder indirekt in Aktien investiert sind. Nur während der Dotcom-Blase war der Aktienanteil noch höher.

Anders als an der Wall Street ist die Stimmung an der Main Street allerdings alles andere als ausgelassen. Die jüngste Umfrage der Universität von Michigan zeichnet ein geradezu düsteres Bild. Mit einem Stand von 48 hat der Stimmungsindex ein neues Rekordtief erreicht.

Selbst auf dem Höhepunkt der Finanzkrise im Spätherbst 2008 war die Stimmung unter den Konsumentinnen und Konsumenten weniger gedrückt als zuletzt. Sofern ich mich richtig erinnern kann, fiel der Stimmungsindex damals nicht unter 55.

Zeigen die Valoren von Lindt&Sprüngli an, dass den Konsumenten zusehends der Atem ausgeht? (Quelle: www.cash.ch)

Der jüngste Stimmungsabfall ist nicht zuletzt auch der hartnäckig hohen Teuerung geschuldet, wie ein Unterindex eindrücklich zeigt. Dieser misst diejenigen Umfrageteilnehmer, bei welchen sich die finanzielle Situation im Jahresvergleich aufgrund gestiegener Preise verschlechtert hat. Lag dieser Unterindex vor wenigen Monaten bloss bei 36, notiert er mittlerweile bei 54 und damit auf einem neuen Rekordhoch. Der bisherige Höchststand geht übrigens ebenfalls in die Zeit unmittelbar nach dem Kollaps der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers zurück.

Gerade in den USA gilt der Privatkonsum schon lange als das Rückgrat der dortigen Wirtschaft – und nicht nur dort. Es dürfte jedenfalls kein Zufall sein, dass auch bei uns am Schweizer Aktienmarkt einige direkt oder indirekt vom Konsum abhängige Werte seit Wochen zur Schwäche neigen. Ich denke da etwa an die Valoren von Lindt&Sprüngli, Aryzta oder Straumann. Selbst Aktien wie Logitech, Givaudan oder Nestlé sind momentan überraschend kraftlos. Und das vermutlich nicht ohne Grund...

Wichtige Erkenntnisse erhoffe ich mir übrigens von der nächsten Umfrage der Universität von Michigan. Die vorläufigen Ergebnisse stehen dann am zweiten Freitag im Juni zur Veröffentlichung an.

Der cash Insider nimmt Marktgerüchte sowie Strategie-, Branchen- oder Unternehmensstudien auf und interpretiert diese. Marktgerüchte werden bewusst nicht auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft. Gerüchte, Spekulationen und alles, was Händler und Marktteilnehmer interessiert, sollen rasch an die Leser weitergegeben werden. Für die Richtigkeit der Inhalte wird keine Verantwortung übernommen. Die persönliche Meinung des cash Insiders muss sich nicht mit derjenigen der cash-Redaktion decken. Der cash Insider ist selber an der Börse aktiv. Nur so kann er die für diese Art von Nachrichten notwendige Marktnähe erreichen. Die geäusserten Meinungen stellen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen an die Leserschaft dar.
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