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Mysteriöse Aktienkursschwäche bei Lonza: Der Nebel lichtet sich

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Obwohl das Geschäft bei Lonza brummt, lassen die Aktien des Pharmazulieferers den Kopf hängen. Der cash Insider kennt die Gründe. Und: Diese beiden Schweizer Aktien sind wohl übers Ziel hinausgeschossen.

09.02.2026   12:00
Von cash Insider
Wolfgang Wienand ist seit Sommer 2024 Chief Executive Officer von Lonza.

Wolfgang Wienand ist seit Sommer 2024 Chief Executive Officer von Lonza.

Quelle: ZVG

Der cash Insider berichtet auch im Insider Briefing jeweils vorbörslich von brandaktuellen Beobachtungen rund um das Schweizer Marktgeschehen und ist unter @cashInsider auch auf X/Twitter aktiv.

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Seit Lonza vor knapp zwei Wochen über die Geschäftsentwicklung im vergangenen Jahr informierte, leiden die Aktien des Pharmazulieferers aus Basel an einer mysteriösen Kursschwäche. Selbst eine kurze Abfolge zweier verteidigender Kommentare aus der Feder des für die UBS tätigen Analysten Patrick Rafaisz brachten keine Linderung.

Im ersten Kommentar kürzte er zwar seine Gewinnschätzungen um bis zu fünf Prozent, um der Ausgliederung des Kapselgeschäfts Rechnung zu tragen. An der Kaufempfehlung sowie am 650 Franken lautenden Zwölf-Monats-Kursziel hielt der UBS-Analyst indes jedoch fest. Im zweiten mir zugespielten Kommentar meldet er sich nach einer Roadshow mit Lonza-Finanzchef Philippe Deecke in den USA zu Wort und preist die Aktien bei dieser Gelegenheit gleich noch einmal zum Kauf an.

Diesem zweiten Kommentar entnehme ich nun einen möglichen Grund für die mysteriöse Kursschwäche. Denn wie Rafaisz schreibt, wusste Deecke gegenüber den Investoren weder mit grösseren Neuigkeiten rund um den geplanten Verkauf des Kapselgeschäfts aufzuwarten, noch wollte er sich festlegen, wie der Erlös verwendet werden soll. Sofern der Analyst den Finanzchef allerdings richtig verstanden hat, erteilt dieser einer Sonderdividende oder Aktienrückkäufen allerdings eine Absage. Vielmehr liege der Schwerpunkt auf einem organischen und anorganischen Ausbau der Geschäftsaktivitäten.

Gut möglich also, dass den amerikanischen Investoren gerade die schwindende Hoffnung auf eine Sonderdividende oder Aktienrückkäufe sauer aufstösst. Wie immer, wenn sich ein börsenkotiertes Unternehmen von Geschäftsbereichen in Milliardenhöhe trennen will, weckt dies Begehrlichkeiten.

Seit wenigen Wochen lassen die Lonza-Aktien den Kopf hängen (Quelle: www.cash.ch)

Eine weitere Erklärung für die Kursschwäche bei Lonza liefert eine Offenlegungsmeldung an die SIX Swiss Exchange. Wie aus dieser hervorgeht, ist der norwegische Staatsfonds in den Tagen nach der Ergebnisveröffentlichung als Verkäufer von Aktien in Erscheinung getreten.

Dass sich die Skandinavier kurz zuvor schon bei Amrize sowie bei Landis+Gyr von Titeln getrennt haben, lässt mich vermuten, dass sich auch beim Pharmazulieferer keine firmenspezifischen Gründe hinter der Beteiligungsreduktion verbergen. Womöglich hat der norwegische Staatsfonds ganz einfach seine Aktienquote gesenkt.

Die Aktien von Lonza kosten nur unwesentlich mehr als am ersten Arbeitstag von Firmenchef Wolfgang Wienand im Juli 2024. Im Wissen, dass sich der Börsenwert seines früheren Arbeitgebers Siegfried unter Wienand nahezu verzehnfacht hat, ist diese Kursbilanz doch ein bisschen enttäuschend. Aber wie sagt man doch so schön: Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut...

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Vergangenen Mittwoch machte ich die neuen Schweizer Nebenwertefavoriten der Berenberg Bank zum Hauptthema meiner Kolumne. Die Analysten um Chefdenker Patrick Laager gehen mit den Aktien von Bachem («Buy» mit einem Kursziel von 86 Franken), Emmi («Buy» mit einem Kursziel von 900 Franken), Logitech («Buy» mit einem Kursziel von 110 Franken), R&S Group («Buy» mit einem Kursziel von 35 Franken) und Tecan («Buy» mit einem Kursziel von 205 Franken) ins Rennen.

Was ich bei dieser Gelegenheit – wenn auch nicht mit Absicht – verschwieg, ist, dass die Analysten neben diesen fünf Nebenwerten auch mit zwei Aktien aufwarten, um welche man aus Anlegersicht besser einen grossen Bogen macht. Ich will meinen Leserinnen und Lesern diese beiden Namen nicht vorenthalten.

Es sind dies nämlich einerseits der Bieler Uhrmacher Swatch und andererseits der Rheintaler Vakuumventilhersteller VAT.

Sind die jüngsten Kursgewinne bei der Swatch Group diesmal mehr als bloss ein Aufbäumen? (Quelle: www.cash.ch)

Bei den Inhaberaktien der Swatch Group hat der zuständige Analyst Nick Anderson sein Kursziel kurz zuvor auf 115 Franken erhöht, um der Umsatzbelebung gegen Ende des letzten Jahres Rechnung zu tragen. Am «Sell» lautenden Anlageurteil ändert sich indes nichts.

Der Berenberg-Analyst warnt denn auch vor übertriebener Zuversicht und rät seiner Anlagekundschaft dazu, sich auf das wirklich Wesentliche zu konzentrieren: die Gewinnentwicklung. Er selbst setzt bei seinen Schätzungen den dicken Rotstift an und streicht diese um bis zu 92 Prozent (!!!) zusammen. Selbst eine kräftige Belebung beim Gewinn mitberücksichtigt, errechnet sich auf den neuen Annahmen Andersons für Ende nächsten Jahres ein stolzes Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 25. Dieses deckt sich mit jenem des deutlich besser aufgestellten Rivalen Richemont und liegt im Fall der Swatch Group um satte 55 Prozent über dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre, wie der Analyst schreibt.

Die jüngsten Kursgewinne dürften denn auch ein Ergebnis aggressiver Deckungskäufe aus dem Lager der vorwiegend ausländischen Leerverkäufer und weniger den fundamentalen Aussichten des Uhrenherstellers geschuldet sein.

Dass Berenberg – anders als die meisten anderen Banken - auch bei den Aktien von VAT vorsichtige Töne anschlägt, überrascht mich hingegen sehr – zumal Chefanalyst Patrick Laager die Valoren wie bis anhin mit «Hold» einstuft. Er nimmt das Strategiepapier zum Anlass, um sein Kursziel auf 444 (zuvor 404) Franken zu erhöhen. Dieser Anpassung liegen nur geringfügig höhere Gewinnschätzungen zugrunde.

Laager warnt vor übertrieben hohen Erwartungen an eine kräftige Belebung der Investitionstätigkeit bei Kunden aus der Halbleiterindustrie. Diese übertrieben hohen Erwartungen mache die Aktien anfällig für Enttäuschungen jeglicher Natur, wie der Analyst weiter schreibt.

Ich teile diese Einschätzung voll und ganz – genauso wie jene seines Abteilungskollegen Nick Anderson in Sachen Swatch Group.

Der cash Insider nimmt Marktgerüchte sowie Strategie-, Branchen- oder Unternehmensstudien auf und interpretiert diese. Marktgerüchte werden bewusst nicht auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft. Gerüchte, Spekulationen und alles, was Händler und Marktteilnehmer interessiert, sollen rasch an die Leser weitergegeben werden. Für die Richtigkeit der Inhalte wird keine Verantwortung übernommen. Die persönliche Meinung des cash Insiders muss sich nicht mit derjenigen der cash-Redaktion decken. Der cash Insider ist selber an der Börse aktiv. Nur so kann er die für diese Art von Nachrichten notwendige Marktnähe erreichen. Die geäusserten Meinungen stellen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen an die Leserschaft dar.
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