1. Home
  2. News
  3. Top News
  4. Insider
  5. Nestlé, Lonza und Co: Diese Aktien haben den cash Insider bei seinen Favoriten ausgebremst
Zwischenbilanz Januar

Nestlé, Lonza und Co: Diese Aktien haben den cash Insider bei seinen Favoriten ausgebremst

Teilen

Merken

Drucken

Kommentare

Google News

Dem cash Insider zufolge leuchten an den Aktienmärkten gleich mehrere Warnlampen auf. Er blickt bei seinen Jahresfavoriten zwar auf einen erfreulichen Januar zurück. Einige Aktien haben ihn allerdings wertvolle Rendite gekostet.

02.02.2026   12:00
Von cash Insider
Das Hauptquartier von Nestlé in Vevey.

Das Hauptquartier von Nestlé in Vevey.

Quelle: ZVG

Der cash Insider berichtet auch im Insider Briefing jeweils vorbörslich von brandaktuellen Beobachtungen rund um das Schweizer Marktgeschehen und ist unter @cashInsider auch auf X/Twitter aktiv.

+++

Mitte Januar sah am Schweizer Aktienmarkt eigentlich noch alles nach einem gelungenen Start ins neue Börsenjahr aus. Der Swiss Performance Index (SPI) markierte bei etwas mehr als 18'600 Punkten ein neues Rekordhoch und wies zu diesem Zeitpunkt ein komfortables Plus von zwei Prozent gegenüber dem Stand von Ende Dezember auf.

Doch die Freude hierüber sollte nicht von Dauer sein. In der zweiten Januarhälfte schmolzen diese Gewinne nahezu vollständig wieder dahin. Mitunter ein Grund für den Rücksetzer war übrigens der erstarkte Franken. Ausserdem wurde in hiesigen Börsenkreisen das Gerücht herumgereicht, wonach der norwegische Staatsfonds seine Aktienquote reduziert habe. Im Zuge dessen seien auch bei uns in der Schweiz grössere Aktienpakete zum Verkauf gekommen, wie vermutet wird.

Mit einem Anlagevermögen in Höhe von umgerechnet 1700 Milliarden Franken sind die Skandinavier beileibe kein Leichtgewicht. Auch hierzulande gibt es kaum ein börsenkotiertes Unternehmen, an welchem sie nicht zu den bedeutendsten Anteilseignern zählen würden.

Noch sind es bloss Gerüchte – selbst wenn bei der SIX Swiss Exchange erst kürzlich zeitnah zueinander zwei Beteiligungsreduktionen eingegangen sind, welche diesen Mutmassungen ein gewisses Gewicht verleihen. Sollte der norwegische Staatsfonds seine Aktienquote in den letzten Wochen tatsächlich zurückgefahren haben, dann frage vermutlich nicht nur ich mich, was die Entscheidungsträger denn zu diesem Schritt bewogen haben könnte.

Waren es die immer zahlreicheren Warnlampen, die da seit wenigen Wochen aufleuchten, welche den Entscheidungsträgern in Norwegen Unbehagen bereiteten? Ich denke da etwa an das viel beachtete Put-Call-Verhältnis oder den milliardenschweren Zufluss von Anlagegeldern in börsengehandelte Aktienfonds mit Hebel – im amerikanischen Sprachgebrauch auch «Leveraged ETFs» genannt.

Bilanz der Aktienfavoriten der letzten Jahre

Jahr Aktienfavoriten** SPI
2013 +40,1 Prozent +23,9 Prozent
2014 +11,4 Prozent +15,2 Prozent
2015 +  4,1 Prozent +  2,4 Prozent
2016 -   3,7 Prozent -   1,7 Prozent
2017 +23,6 Prozent +20,1 Prozent
2018 - 19,1 Prozent -   8,8 Prozent
2019 +25,4 Prozent +30,6 Prozent
2020 +  9,8 Prozent +  3,1 Prozent
2021 +10,0 Prozent +23,4 Prozent
2022 - 17,2 Prozent - 16,5 Prozent
2023 +  3,9 Prozent +  6,0 Prozent
2024 +  7,6 Prozent +  7,6 Prozent
2025 +22,8 Prozent +17,8 Prozent
2026* +  0,2 Prozent +  0,0 Prozent

* Schlusskurse vom 30. Januar 2026
** Entwicklung vor anfallenden Kosten und unter Wiederanlage der Nettodividende

Auch die Ergebnisse einer monatlich von der Bank of America durchgeführten Umfrage bei Vermögensverwaltern und Fondsmanagern triefen geradezu vor Euphorie. In Erwartung einer wirtschaftlichen Wachstumsbelebung und im Zuge nachlassender Teuerungsängste sind die Umfrageteilnehmer eigenen Angaben zufolge bis über beide Ohren in Aktien und anderen Sachwerten investiert. Nicht weniger als 95 Prozent der befragten Profis rechnen an den europäischen Aktienmärkten über die nächsten zwölf Monate nochmals mit steigenden Kursen. Es ist dies der höchste je erzielte Umfragewert seit Beginn der Erhebungen.

Dasselbe gilt für die taktische Liquidität – wenn auch unter negativen Vorzeichen. Durchschnittlich hielten die Vermögensverwalter und Fondsmanager zuletzt noch 3,2 Prozent der verwalteten Vermögen in Form flüssiger Mittel. Zur Erinnerung: Fällt die taktische Liquidität in der Umfrage unter die 4-Prozent-Schwelle, dann gilt das bei der amerikanischen Investmentbank als Anhaltspunkt für eine Überhitzung und damit als ein zuverlässiges Verkaufssignal für Aktien und andere Sachwerte.

Als ich Ende Dezember meine Schweizer Jahresfavoriten für 2026 kommunizierte, legte ich den Schwerpunkt ganz bewusst auf Aktien von Unternehmen mit einem widerstandsfähigen Gewinnprofil. Noch hat sich dieser Ansatz nicht wirklich bezahlt gemacht, wie ein Blick auf die Zwischenbilanz zeigt. Mit einem leichten Plus von 0,2 Prozent schneidet meine Titelauswahl – Stand Ende Januar - nur unwesentlich besser als der stabile SPI ab.

Was den eher vorsichtigen Ansatz bei den Jahresfavoriten anbetrifft, hielt ich damals wie folgt fest:

Ich begründete meine Zurückhaltung unter anderem mit den stark anziehenden Edelmetallpreisen und schrieb:

Selbst nach dem Fiasko an den Edelmetallmärkten von vergangener Woche kostet die Silber-Unze in Dollar betrachtet noch immer gut sieben Prozent mehr als Ende Dezember. Bei der Gold-Unze errechnet sich sogar ein Plus von neun Prozent. Lange Rede, kurzer Sinn: Am tiefen Misstrauen in die Werthaltigkeit des Papiergelds – insbesondere des Dollars – hat sich auch nach der überraschenden Ernennung von Kevin Warsh zum künftigen Chef der amerikanischen Notenbank kaum etwas geändert. Zumindest wurden nun die vielen Spekulanten aus dem Markt gespült...

Zusammensetzung der Aktienfavoriten für 2026 per Ende Januar

Titel Anzahl Stand Ende 2025 Stand aktuell akt. Wert* G/V
Barmittel                   5'548  
Amrize N       305       43,57       40,55           12'368 -   6,9 Prozent
Lonza N         30     537,80     525,00           15'750 -   2,4 Prozent
Nestlé N       203       78,74       73,43           14'906 -   6,7 Prozent
Partners Group N         14     982,40  1'050,00           14'700 +  6,9 Prozent
Sandoz N       230       57,84       61,18           14'071 +  5,8 Prozent
SGS N       146       90,86       92,80           13'549 +  2,1 Prozent
Sika N         49     162,60     148,30             7'267 -   8,8 Prozent
Belimo N           9     781,00     845,00             7'605 +  8,2 Prozent
Dätwyler I         41     163,00     157,80             6'470  -  3,2 Prozent
Julius Bär N       107       62,40       64,62             6'914 +  3,6 Prozent
R&S Group N       420       15,82       16,12             6'770 +  1,9 Prozent
Skan N       126       52,80       58,10             7'322 +10,0 Prozent
           
Total               133'240 +  0,2 Prozent

* Schlusskurse vom 30. Januar 2026

Nachstehend möchte ich noch auf einige «Sorgenkinder» unter meinen Jahresfavoriten zu sprechen kommen, wobei ich mit diesem Begriff absichtlich etwas übertreibe. Einen deutlicheren Ausrutscher nach unten gab es nämlich selbst bei diesen Aktien nicht.

Rückblickend gaben im Januar die Aktien von Sika am stärksten nach. Es ist aus Sicht der Aktionärinnen und Aktionäre schon ziemlich zermürbend, dass der Bauchemiehersteller nach bloss vier Wochen bereits wieder zu den SMI-Verlierern zählt. Erst kürzlich wartete das Unternehmen mit den Jahresumsatzzahlen auf. Während diese sich in etwa im Rahmen der Markterwartungen bewegten, sorgten die Aussagen zur letztjährigen Gewinnentwicklung für enttäuschte Gesichter. Ausserdem fiel der Ausblick von Firmenchef Thomas Hasler auf die erste Hälfte dieses Jahres überraschend zurückhaltend aus. Folglich waren die Analysten einmal mehr gezwungen, ihre Schätzungen unter negativen Vorzeichen zu überdenken.

Seit langen Monaten reiht sich bei Sika eine Negativnachricht an die nächste. Wie ich bereits bei vergangenen Gelegenheiten festhielt, steht beim Bauchemiehersteller nichts Geringeres als der Nimbus des Wachstumsunternehmens auf dem Spiel. Firmenchef Hasler bleibt gefordert.

Ähnliches liesse sich über Nestlé-Chef Philipp Navratil sagen. Er dürfte sich seinen Wechsel an die Spitze des Nahrungsmittelmultis aus Vevey vermutlich anders vorgestellt haben. Der Rückruf von Säuglingsnahrung aufgrund möglicher Verunreinigungen wächst vom lauen Lüftchen zum veritablen Sturm heran. Will man Branchenkennern wie dem für Kepler Cheuvreux tätigen Analysten Jon Cox Glauben schenken, dann halten sich die finanziellen Folgen des Rückrufs in einem verkraftbaren Rahmen. Der Reputationsschaden jedoch könnte tiefer sitzen und die erhoffte Wachstumsbelebung bei Nestlé zumindest kurzfristig in Frage stellen. Aus Anlegersicht ist deshalb weiterhin Geduld gefragt.

Ein paar Pfeile bleiben Navratil im Köcher. Ich denke da etwa an die Beteiligung an der französischen L'Oréal. Diese oder zumindest Teile davon liessen sich jederzeit zu Geld machen. Doch muss dieser wertvolle Pfeil denn auch sitzen. Deshalb vermutlich auch das Zögern des Nestlé-Chefs.

Noch bis kurz vor der Ergebnisveröffentlichung waren die Aktien von Lonza weit oben auf der diesjährigen SMI-Rangliste zu finden. Seither sind die Valoren des Pharmazulieferers aus Basel allerdings nicht mehr wiederzuerkennen. Gegenüber dem Stand von Ende Dezember errechnet sich mittlerweile sogar ein leichtes Minus.

Diese gar unterkühlte Reaktion der Börse ist gleich mehreren Gründen geschuldet. Zum einen hatte man sich gerade in Londoner Analystenkreisen auf eine positive Zahlenüberraschung eingestellt. J.P. Morgan setzte die Aktien wenige Wochen vor der Ergebnispräsentation noch auf die «Positive Catalyst Watch List». Zum anderen trugen Gewinne auf Währungsabsicherungstransaktionen im vergangenen Jahr rund 70 Millionen Franken zur Gewinnentwicklung bei. Und auch Neuigkeiten zur geplanten Abspaltung des Kapselgeschäfts flossen nur spärlich.

Aller operativer Fortschritte zum Trotz waren die letzten fünf Jahre aus Sicht der Aktionärinnen und Aktionäre Lonzas unter dem Strich bloss ein Nullsummenspiel. Eigentlich müsste der Aktienkurs heute deutlich höher stehen. Ich selber sehe gerade in der geplanten Abspaltung des Kapselgeschäfts einen möglichen Kurstreiber.

Apropos Abspaltung: Jene von Amrize vom ehemaligen Mutterhaus Holcim bleibt den Erwartungen bis anhin in gar mancher Hinsicht vieles schuldig. Das neue Jahr war erst wenige Tage alt, als Firmenpatron Jan Jenisch mit der texanischen PB Materials endlich eine erste Ergänzungsübernahme nach altbekanntem Strickmuster bekanntgeben konnte. Prompt kamen die Aktien zwar in den Genuss üppiger Kursgewinne. Rückblickend hielt die Freude darüber aber nicht lange. Mittlerweile notieren die Valoren wieder weit unter dem seinerzeitigen Referenzkurs kurz vor der Abspaltung von etwas mehr als 46 Franken.

Jenisch muss nun mit weiteren Transaktionen nach demselben Strickmuster nachlegen – oder um es etwas salopp zu formulieren: Jan Jenisch muss endlich «Jenisch-Dinge» tun. Er selber scheint jedenfalls fest an einen Erfolg zu glauben, hatte sich ein nicht mit Namen genannter Käufer aus dem Führungsgremium Mitte August und Ende Oktober doch Aktienpakete in Millionenhöhe angelacht. In hiesigen Börsenkreisen wird vermutet, dass der Firmenchef höchst persönlich hinter diesen Transaktionen steckt.

Schauen Sie sich doch auch das Tracker Zertifikat auf die Schweizer Aktienfavoriten des cash Insider an. Mit diesem setzen Sie einfach und bequem auf die von ihm favorisierten Aktien. Die Nettodividenden werden dabei jeweils zeitnah reinvestiert.
 

Der cash Insider nimmt Marktgerüchte sowie Strategie-, Branchen- oder Unternehmensstudien auf und interpretiert diese. Marktgerüchte werden bewusst nicht auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft. Gerüchte, Spekulationen und alles, was Händler und Marktteilnehmer interessiert, sollen rasch an die Leser weitergegeben werden. Für die Richtigkeit der Inhalte wird keine Verantwortung übernommen. Die persönliche Meinung des cash Insiders muss sich nicht mit derjenigen der cash-Redaktion decken. Der cash Insider ist selber an der Börse aktiv. Nur so kann er die für diese Art von Nachrichten notwendige Marktnähe erreichen. Die geäusserten Meinungen stellen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen an die Leserschaft dar.
Das könnte Sie auch interessieren
 
 
 
 
 
 
 
 
Nestlé
NameAktuell+/-%

CHFSWX

74.98

11:47:48

+2.11%

+1.55

CHFSWX

18'322.85

11:45:00

+0.56%

+102.44

USDUBS

82.22

12:02:45

-2.93%

-2.48

USDUBS

4'718.05

12:02:45

-3.03%

-147.30

CHFSWX

40.73

11:46:50

+0.44%

+0.18

CHFSWX

525.00

11:46:04

0.00%

CHFSWX

1'037.50

11:45:23

-1.19%

-12.50

CHFSWX

60.94

11:46:38

-0.39%

-0.24

CHFSWX

93.52

11:45:45

+0.78%

+0.72

CHFSWX

149.15

11:45:20

+0.57%

+0.85

CHFSWX

825.50

11:46:20

-2.31%

-19.50

CHFSWX

159.80

11:41:02

+1.27%

+2.00

CHFSWX

63.78

11:47:26

-1.30%

-0.84

CHFSWX

16.30

11:42:16

+1.12%

+0.18

CHFSWX

57.80

11:46:43

-0.52%

-0.30

CHFSWX

13'288.02

11:47:58

+0.76%

+99.76

EUREPA

390.60

11:47:57

+0.93%

+3.60

CHFSWX

80.24

11:47:16

+0.88%

+0.70

Ausgewählte Produkte von UBS
ProduktBasiswert(e)StrikeVerfall
UBS Put Warrant Nestlé S.A.60.00
UBS Call Warrant Nestlé S.A.65.00
UBS Call Warrant Nestlé S.A.70.00
Presented by UBS KeyInvestDies ist keine Produktempfehlung. Weitere Produkte finden Sie auf UBS KeyInvest.
News