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UBS London: Aktienkurse sind zu schnell und zu stark gestiegen

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Londoner Aktienstrategen der UBS für einmal mit zurückhaltenden Aussagen zur Aktienmarktentwicklung. Finanzinvestor nur mit kurzem Gastspiel im Amrize-Grossaktionariat - Und: Roche-Rivale wird für Abnehmpille gefeiert.

aktualisiert um 12:00
Von cash Insider
UBS-Niederlassung in der City of London.

UBS-Niederlassung in der City of London.

Quelle: imago/UPI Photo

Der cash Insider berichtet auch im Insider Briefing jeweils vorbörslich von brandaktuellen Beobachtungen rund um das Schweizer Marktgeschehen und ist unter @cashInsider auch auf X/Twitter aktiv.

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Als die Londoner Aktienstrategen der UBS um ihren Chefdenker Gerry Fowler Mitte November einen Ausblick aufs Börsenjahr 2026 wagten, strotzte dieser nur so vor Zuversicht. Mit 650 Punkten liess sich von ihrem Jahresendziel für den Stoxx Europe 600 Index damals ein Aufwärtspotenzial von nicht weniger als 15 Prozent ableiten.

Heute – gut zwei Monate später – trennen das breit gefasste Börsenbarometer keine 20 Punkte mehr vom besagten Jahresendziel. In ihrem neusten Strategiepapier äussern sich Fowler und seine Mitautoren denn auch zurückhaltender als zuvor. Ihres Erachtens sind die Aktienkurse in Europa zu schnell und zu stark gestiegen. Die Unternehmensgewinne müssten nun erst einmal zur Aktienkursentwicklung aufschliessen.

Folglich raten sie Anlegerinnen und Anlegern zu einem deutlich selektiveren Ansatz. In diesem Zusammenhang warten sie mit einer Liste mit 30 kaufenswerten Aktien auf. Mit Accelleron und Logitech finden sich jedoch nur deren zwei aus der Schweiz darauf wieder.

Schon seit Wochen zeigt der Stoxx Europe 600 Index steil nach oben (Quelle: www.cash.ch)

Die Valoren von Accelleron werden vom hauseigenen Analysten Sebastian Vogel mit «Buy» und einem Zwölfmonats-Kursziel von 71,30 Franken eingestuft und jene von Logitech von seinem Abteilungskollegen Joern Iffert mit «Buy» und einem Zwölf-Monats-Kursziel von 94 Franken angepriesen.

Von den Aussagen der Londoner Strategen der UBS schliesse ich darauf, dass das «schnelle Geld» an den europäischen Aktienmärkten wohl gemacht ist. Mit Blick auf die Zeit bis Ende Dezember gilt es nun, die richtigen Aktien im Portefeuille zu haben.

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Es ist ein überraschend kurzes Gastspiel, welches der norwegische Staatsfonds da im Grossaktionariat von Amrize gab. Erst vor wenigen Wochen berichtete ich, dass die Skandinavier beim Baumaterialhersteller in den Olymp der bedeutenden Aktionäre aufgestiegen seien.

Allerdings sollte die Freude hierüber rückblickend nicht von Dauer sein. Wie aus einer Offenlegungsmeldung an die SIX Swiss Exchange hervorgeht, wurde die jüngste Kursstärke still und leise dazu genutzt, erste Gewinne einzufahren.

Seit heute Montag ist zudem bekannt, dass sich der norwegische Staatsfonds auch bei Landis+Gyr von Aktien getrennt hat. Vermutlich liegen deshalb weder der einen, noch der anderen Beteiligungsreduktion firmenspezifische Überlegungen zugrunde.

Interessante Einblicke in den wohl zukunftsträchtigsten Absatzmarkt von Amrize, die amerikanische Dachbauindustrie, bietet übrigens eine Branchenstudie von Morgan Stanley. Auf nicht weniger als 70 Seiten tauchen die Autoren um Cedar Ekblom ein in einen jährlich 40 Milliarden Dollar schweren und rasant wachsenden Markt.

Bankeigenen Erhebungen zufolge dürfte der amerikanische Dachbau bei Amrize im vergangenen Jahr 29 Prozent zum Gruppenumsatz und immerhin 24 Prozent zum operativen Jahresgewinn (EBITDA) beigesteuert haben – Tendenz steigend.

Aufgrund der extremen Witterungsbedingungen und des aufgestauten Renovierungsbedarfs rechnen Ekblom und seine Mitautoren auf Jahre hinaus mit hohen Wachstumsraten. Ihre Schlüsselbotschaft: Die momentane Angst der Anleger vor einer längeren Durststrecke erscheint aus heutiger Sicht völlig unbegründet.

Für mich ist auch die Erkenntnis wichtig, dass der amerikanische Markt stark fragmentiert ist. Sprich: Viele kleinere und mittelgrosse Anbieter stehen im Wettbewerb zu einander. Dadurch eröffnen sich Amrize nicht eben uninteressante Übernahmemöglichkeiten – eine der grossen Stärken von Firmenchef Jan Jenisch.

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Während man in den Forschungsräumen von Roche noch an der Abnehm-Pille herumtüftelt, feiert die dänische Novo Nordisk auf diesem Gebiet bereits erste kommerzielle Erfolge. Mittlerweile ist Wegovy in den USA seit gut zwei Wochen in Pillenform erhältlich und übertrifft bereits jetzt selbst die kühnsten Erwartungen.

Wie Erhebungen von Symphony Health zeigen, kam es alleine vergangene Woche zu rund 20'000 Neuverschreibungen. Zum Vergleich: In der Woche zuvor wurden dem Beratungsunternehmen noch 4300 Neuverschreibungen gemeldet.

Während Novo Nordisk in Börsenkreisen gefeiert wird, kann Roche-Chef Thomas Schinecker von solchen Erfolgen bloss träumen. Den Wiedereinstieg in dieses Therapiegebiet mittels der Übernahme von Carmot Therapies liess er sich drei Milliarden Dollar kosten, gefolgt von einer Zusammenarbeit mit der dänischen Zealand Pharma für bis zu fünf Milliarden Dollar.

Die Aktien von Roche-Partner Zealand Pharma kommen auf keinen grünen Zweig (Quelle: www.cash.ch)

Aussagen Schineckers anlässlich einer Anlegerkonferenz von Octavian von letzter Woche lassen erahnen, dass weitere Übernahmen nach demselben Strickmuster folgen könnten. Er räumt zwar offenmutig ein, dass dieses Therapiefeld «crowded» ist. Aufgrund des riesigen Marktes, welcher sich Roche da öffnet, sieht Schinecker allerdings dennoch kommerzielle Gelegenheiten.

Auf die Gefahr hin mich zu wiederholen, stehe ich dem Wiedereinstieg Roches in dieses Therapiefeld kritisch gegenüber. Ob sich die milliardenschweren Firmenübernahmen irgendwann bezahlt machen, wird sich zeigen müssen. Für mich bleiben die Aktien des Partnerunternehmens Zealand Pharma ein wichtiger Gradmesser in Bezug auf das kommerzielle Potenzial der Roche-Wirkstoffe auf diesem Therapiegebiet. Anders als die Valoren der Pharma- und Diagnostikgruppe aus Basel bekunden jene der Dänen seit langen Monaten sichtlich Mühe.

Der cash Insider nimmt Marktgerüchte sowie Strategie-, Branchen- oder Unternehmensstudien auf und interpretiert diese. Marktgerüchte werden bewusst nicht auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft. Gerüchte, Spekulationen und alles, was Händler und Marktteilnehmer interessiert, sollen rasch an die Leser weitergegeben werden. Für die Richtigkeit der Inhalte wird keine Verantwortung übernommen. Die persönliche Meinung des cash Insiders muss sich nicht mit derjenigen der cash-Redaktion decken. Der cash Insider ist selber an der Börse aktiv. Nur so kann er die für diese Art von Nachrichten notwendige Marktnähe erreichen. Die geäusserten Meinungen stellen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen an die Leserschaft dar.
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