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Nistete sich ein Ex-Calida-Verwaltungsrat bei DocMorris gerade noch rechtzeitig vor der Palastrevolution ein?

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Eine Aktionärsgruppe will DocMorris-Gründer Walter Oberhänsli absägen. Ausgerechnet jetzt meldet sich bei der Versandapotheke ein «alter Bekannter» zurück. Und: Londoner Analyst bei Sandoz in Erklärungsnot.

25.03.2026   12:00
Von cash Insider
Walter Oberhänsli, CEO und Mitbegründer der Schweizer Online-Apotheke Zur Rose (Aug. 2017).

Walter Oberhänsli, Mitbegründer der Schweizer Online-Apotheke Zur Rose - heute DocMorris (Aug. 2017).

Quelle: cash

Der cash Insider berichtet auch im Insider Briefing jeweils vorbörslich von brandaktuellen Beobachtungen rund um das Schweizer Marktgeschehen und ist unter @cashInsider auch auf X/Twitter aktiv.

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Die Nerven beim DocMorris-Grossaktionär Pelion liegen blank. Und das mit Blick auf schwache Kursbilanz nicht ohne Grund. Gerade noch 216 Millionen Franken an Börsenwert bringt die Versandapotheke auf die Waage. Das sind nochmals knapp 30 Prozent weniger als zu Jahresbeginn.

Zudem notiert der Aktienkurs mit etwas mehr als 4 Franken weit unter dem Bezugspreis der letzten Kapitalerhöhung vom Frühling vor einem Jahr von 5,75 Franken das Stück. Kein Wunder also, brodelt es im Aktionariat ganz gehörig.

Diese Unzufriedenheit versucht Pelion nun für sich zu nutzen und eigene Vertreter ins Verwaltungsratsgremium zur Wahl aufzustellen. Gleichzeitig soll der langjährige Verwaltungsratspräsident und Firmenmitgründer Walter Oberhänsli abgesetzt werden. Nachrücken soll der frühere Celesio-Chef Fritz Oesterle.

Da die Aktionärsgruppe um Pelion «bloss» etwas mehr als 13 Prozent hinter sich schart, wird sie viele weitere Mitaktionäre für ihr Vorhaben begeistern und mit an Bord holen müssen. Die Unzufriedenheit über die enttäuschend schwache Aktienkursentwicklung dürfte ein geradezu idealer Nährboden hierfür bieten.

Noch ist unklar, wie Nicolas Mathys diesen Plänen gegenübersteht. Wie aus einer Offenlegungsmeldung an die SIX Swiss Exchange hervorgeht, hat er sich erst vor wenigen Tagen über Aktien und Derivate mit gut drei Prozent bei DocMorris eingekauft. Der einstige Calida-Verwaltungsrat und die Versandapotheke haben eine gemeinsame Vergangenheit, als diese noch unter «Zur Rose» firmierte.

Bloss ein kurzes Aufbäumen der DocMorris-Aktien? (Quelle: www.cash.ch)

Es ist dies nach dem Sterling Strategic Value Fund, dem Investment-Vehikel des bekannten Tessiner Financiers Tito Tettamanti, bereits der zweite prominente Neuzugang im Aktionariat innerhalb weniger Monate.

DocMorris mit prominentem neuem Aktionär

Ich bin nun neugierig, wie sich die vielen Leerverkäufer verhalten werden. Wie mir aus hiesigen Börsenkreisen berichtet wird, haben erste Vertreter dieser Börsenspezies damit begonnen, ihre Wetten gegen die Aktien von DocMorris zu schliessen. Wie Erhebungen der Beratungsfirma S&P Global zeigen, wird bei der Versandapotheke noch immer mit 34 Prozent aller ausstehenden Stücke auf rückläufige Kurse spekuliert. Bloss bei einem geschätzten Drittel davon handelt es sich um Absicherungstransaktionen seitens von Wandelanleihegläubigern.

Was bleibt ist die Erkenntnis, dass ein Umkrempeln des Verwaltungsratsgremiums alleine nicht ausreicht, um das Unternehmen längerfristig auf Kurs zu bringen. Folglich dürften die Valoren auch weiterhin ein Spielball von Spekulanten unterschiedlichster Couleur bleiben.

+++

Den erfolgsverwöhnten Aktionärinnen und Aktionären von Sandoz bietet sich ein ungewohntes Bild: Seit wenigen Wochen kranken die Valoren des Herstellers von Nachahmermedikamenten an einer geheimnisvollen Kursschwäche. Kosteten die Aktien Ende Februar in der Spitze noch knapp 73 Franken, sind sie mittlerweile für weniger als 60 Franken zu haben. Das entspricht einem satten Minus von 18 Prozent gegenüber dem seinerzeitigen Rekordhoch.

Beklagen dürfen sich zumindest die «Aktionäre der ersten Stunde» dennoch nicht. Seit ihrem Börsendebüt im Oktober 2023 haben sich die Valoren nämlich noch immer im Kurs verzweieinhalbfacht. Damit lassen sie jene des einstigen Mutterhauses Novartis (+55 Prozent) weit hinter sich zurück.

Die letzten Wochen anders vorgestellt haben dürfte sich der für Jefferies tätige Analyst James Vane-Tempest. Er hatte sein Anlageurteil Mitte Februar bei Kursen von 65 Franken mit einem überarbeiteten Kursziel von 75 (zuvor 51,40) Franken von «Hold» auf «Buy» erhöht.

Schon seit Wochen zeigt der Aktienkursverlauf bei Sandoz nach unten (Quelle: www.cash.ch)

Mit wirklich neuen Erkenntnissen wartete der Analyst nicht auf. Dass die 28 Seiten starke Unternehmensstudie damals dennoch hohe Wellen warf, dürfte den Berechnungen rund um das «Upside Scenario» geschuldet gewesen sein – traut er den Valoren gegebenenfalls doch sogar Kurse von 88 Franken und mehr zu. Das ist so viel, wie kein anderer Berufskollege vor ihm veranschlagt hat.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass die Anlagekunden der amerikanischen Investmentbank einen beachtlichen Teil des Höhenflugs bei den Sandoz-Aktien mitmachen konnten. So sprach der Jefferies-Analyst seinerzeit schon kurz nach dem Börsendebüt eine Kaufempfehlung für die Valoren aus und erhöhte sein Kursziel in den darauffolgenden Monaten kontinuierlich. Im August letzten Jahres kassierte er die Kaufempfehlung bei Kursen um die 45 Franken dann allerdings und ging von «Buy» auf «Hold».

Rückblickend hatte sich die Aktienkursentwicklung rund um die Veröffentlichung des letztjährigen Ergebnisses von Ende Februar wohl etwas zu sehr vom Tagesgeschäft nach oben abgekoppelt. Nicht zuletzt auch dank den vielen anstehenden Produktneulancierungen im lukrativen Geschäft mit Biosimilars erscheinen mir die jetzigen Kurse durchaus attraktiv.

Der cash Insider nimmt Marktgerüchte sowie Strategie-, Branchen- oder Unternehmensstudien auf und interpretiert diese. Marktgerüchte werden bewusst nicht auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft. Gerüchte, Spekulationen und alles, was Händler und Marktteilnehmer interessiert, sollen rasch an die Leser weitergegeben werden. Für die Richtigkeit der Inhalte wird keine Verantwortung übernommen. Die persönliche Meinung des cash Insiders muss sich nicht mit derjenigen der cash-Redaktion decken. Der cash Insider ist selber an der Börse aktiv. Nur so kann er die für diese Art von Nachrichten notwendige Marktnähe erreichen. Die geäusserten Meinungen stellen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen an die Leserschaft dar.
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