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SMI-Schwergewicht rettet dem Schweizer Aktienmarkt die Wochenbilanz

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Diese Woche: Grosser Befreiungsschlag bei Nestlé bleibt aus, Analysten verlieren die Geduld mit Amrize-Chef Jenisch - Und: Partners Group bleibt SMI-Schlusslicht.

aktualisiert um 11:58
Von cash Insider
Der Novartis-Campus in Basel.

Der Novartis-Campus in Basel.

Quelle: zVg

Der cash Insider berichtet auch im Insider Briefing jeweils vorbörslich von brandaktuellen Beobachtungen rund um das Schweizer Marktgeschehen und ist unter @cashInsider auch auf X/Twitter aktiv.

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Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Freitagmittag etwas unter dem Schlussstand von Ende letzter Woche – wobei das letzte Wort mit Blick auf den US-Arbeitsmarktbericht vom Nachmittag wohl noch nicht gesprochen ist.

Etwas lässt sich allerdings schon jetzt mit Sicherheit sagen: Ohne die neuerlichen Kursrekorde bei Novartis wäre die Wochenbilanz aus Schweizer Sicht tief negativ. Im Zuge vielversprechender Studienergebnisse zum MS-Mittel Remibrutinib gewannen die Valoren des Pharmaunternehmens alleine am Dienstag mehr als sechs Prozent und bauten die Gewinne in den darauffolgenden Tagen weiter aus. Insgesamt steuert das Schwergewicht beim Swiss Market Index (SMI) wertvolle 140 Punkte zur Wochenbilanz bei.

Ganz anders die Aktien von Nestlé. Sie fristen auch weiterhin so etwas wie ein «Mauerblümchen-Dasein». Seit Dienstag ist bekannt, dass der Nahrungsmittelmulti das Geschäft mit gängigen Vitaminen für umgerechnet 800 Millionen Franken an den Finanzinvestor Yellow Wood Partners verkauft. Damit zieht Firmenchef Philipp Navratil den Schlussstrich unter ein milliardenschweres Gastspiel seines Vor-Vorgängers Mark Schneider auf diesem Gebiet.

Die jetzt veräusserten Geschäftsaktivitäten stammen aus der Übernahme der amerikanischen The Bountiful Company. Schneider liess sich diese im Frühling 2021 umgerechnet 5,2 Milliarden Franken kosten.

Die Aktien von Nestlé dümpeln weiterhin vor sich her (Quelle: www.cash.ch)

Regelmässige Leserinnen und Leser meiner Kolumne werden sich erinnern, dass ich Mark Schneider in seiner Zeit bei Nestlé stets in Schutz genommen habe. Rückblickend muss jedoch selbst ich einräumen, dass während seiner Ära beim Nahrungsmittelmulti aus Vevey viel an Aktionärswerten verloren ging. Ich denke da etwa auch an die milliardenschwere Übernahme der amerikanischen Aimmune Therapeutics oder an die üppigen Aktienrückkaufsprogramme zu deutlich höheren Kursen.

Dem heutigen Nestlé-Chef Philipp Navratil wird nun die undankbare Aufgabe zuteil, die Verfehlungen vergangener Tage auszubügeln. Dass die Börse überraschend unterkühlt auf den Verkauf des Geschäfts mit gängigen Vitaminen reagierte, dürfte nicht zuletzt dem Umstand geschuldet sein, dass in der Vergangenheit höhere Summen als die letztendlich erzielten 800 Millionen Franken herumgereicht worden waren.

Zu einem anderen Thema: Das hatte sich der ehemalige Holcim-Chef Jan Jenisch vermutlich anders ausgemalt. Denn eigentlich wollte er mit der Abspaltung des Nordamerika-Geschäfts und seinem Wechsel an die Spitze der so geborenen Amrize ein neues Kapitel in seiner geradezu beeindruckenden Karrierelaufbahn aufschlagen.

Allerdings sollte alles anders kommen, konnte Jenisch doch nicht - oder zumindest noch nicht – an die alten Erfolge anknüpfen. Ganz im Gegenteil. Nach einer enttäuschenden ersten Jahreshälfte musste er bei den diesjährigen Gewinnvorgaben zurückrudern.

Und als ob das alleine nicht schon Schmach genug für Jenisch wäre, schmiss sein Finanzchef Baris Oran nach gerade einmal fünf Monaten den Bettel hin. Doch obwohl mit dem bisherigen Strategie- und Übernahmechef Samuel Poletti ein «Veteran» in die Fussstapfen Orans tritt, gerieten die Aktien von Amrize abermals unter die Räder.

Während die Valoren des ehemaligen Mutterhauses aus Zug mit knapp 72 Franken weit über dem rechnerischen Referenzpreis von 47,60 Franken vom Vorabend der Abspaltung des Nordamerika-Geschäfts notieren, liegen jene von Amrize mit weniger als 35 Franken deutlich unter dem seinerzeitigen Referenzpreis von 46,08 Franken. Eine Schmach für Jenisch und seine Mitaktionäre – zumal nun erste Analysten die Geduld verlieren.

Kürzlich zog zuerst Analyst Arnaud Lehmann von der Bank of America die Reissleine. Er watschte die Aktien von «Neutral» auf «Underperform» ab und strich das Kursziel auf 32 (zuvor 40) Franken zusammen. Nur wenige Stunden später stufte seine Londoner Berufskollegin Elodie Rall bei J.P. Morgan die Valoren von «Overweight» auf «Neutral» herunter. Dieser Schritt überrascht insofern, als dass ihr Kursziel mit 42 (zuvor 46,30) Franken weit über den zuletzt bezahlten Kursen liegt.

Kurzerfall bei den Aktien von Amrize seit Januar (Quelle: www.cash.ch)

In der Chef-Etage von Amrize scheint man diese Vorsicht nicht zu teilen, wurden der SIX Swiss Exchange in den vergangenen 24 Stunden doch Titelkäufe im Gesamtbetrag von gut einer Million Franken gemeldet. Zu wenig, um ein Zeichen zu setzen. Aber vielleicht legen die Firmenlenker nächste Woche ja mit weiteren Transaktionen nach. Man darf gespannt sein...

Ich begegne der Kursschwäche der letzten Tage und Wochen mit einer gewissen Ratlosigkeit. Mit einem Minus von mehr als 20 Prozent seit Januar findet sich Amrize auf der diesjährigen SMI-Rangliste mittlerweile auf dem zweitletzten Rang wieder. Nur die Aktien der Partners Group (-32 Prozent) schneiden noch schlechter ab.

Aber bleiben wir doch gleich beim Risikokapitalspezialisten aus dem steuergünstigen Baar. Denn am Dienstag wartete dieser als letztes Grossunternehmen aus dem SMI mit dem Ergebnis für die erste Jahreshälfte auf. Während sich der Zahlenkranz in etwa im Rahmen der Erwartungen bewegte, stiess die Reduktion der diesjährigen Zielbandbreite für die erfolgsabhängigen Erträge auf 20 bis 25 Prozent der Gesamteinnahmen den Anlegern sauer auf. Bei Börsenschluss resultierte alleine an diesem Tag ein sattes Minus von gut sieben Prozent.

Firmenchef David Layton tritt nach acht Jahren in die zweite Reihe und wird der Partners Group in der Rolle des Chief Investment Officer erhalten bleiben. Mit Roberto Cagnati und Juri Jenker teilen sich künftig zwei «Veteranen» den Chefsessel. Beide sind nun gefordert, wollen sie nicht nur das Vertrauen der Aktionärinnen und Aktionäre zurückgewinnen, sondern auch jenes der Kundinnen und Kunden. Mit einem Wechsel an der Unternehmensspitze alleine ist es jedenfalls nicht getan...

...ausserdem hatten sich einige Aktienmarktakteure wohl die Bekanntgabe eines Aktienrückkaufprogramms erhofft. Auf konkrete Pläne wartet man bis heute vergeblich. Erleichtertes Aufatmen bei Grizzly Research und anderen Leerverkäufern?

Kommenden Dienstag lädt Sandoz zum Investorentag. Nicht eben wenige Analysten sehen darin einen möglichen Kurstreiber für die Aktien. Wie sich der Hersteller von Nachahmermedikamenten geschlagen hat und ob er punkten konnte, erfahren meine Leserinnen und Leser spätestens am kommenden Freitag, wenn es wieder heisst: Die Börsenwoche im Schnelldurchlauf.

Der cash Insider nimmt Marktgerüchte sowie Strategie-, Branchen- oder Unternehmensstudien auf und interpretiert diese. Marktgerüchte werden bewusst nicht auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft. Gerüchte, Spekulationen und alles, was Händler und Marktteilnehmer interessiert, sollen rasch an die Leser weitergegeben werden. Für die Richtigkeit der Inhalte wird keine Verantwortung übernommen. Die persönliche Meinung des cash Insiders muss sich nicht mit derjenigen der cash-Redaktion decken. Der cash Insider ist selber an der Börse aktiv. Nur so kann er die für diese Art von Nachrichten notwendige Marktnähe erreichen. Die geäusserten Meinungen stellen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen an die Leserschaft dar.
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