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UBS sorgt in Börsenkreisen mit heftigen Kurszielanpassungen für Gesprächsstoff

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Marktgeflüster

UBS sorgt in Börsenkreisen mit heftigen Kurszielanpassungen für Gesprächsstoff

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In den letzten 48 Stunden haben Analysten der UBS gleich bei mehreren Aktien grundlegende Kurszielanpassungen vorgenommen. Damit sorgt die Grossbank bei den betroffenen Titeln für grössere Kursverwerfungen.

17.06.2026   11:50
Von cash Insider
Firmengebäude von Siegfried am Hauptsitz in Zofingen.

Firmengebäude von Siegfried am Hauptsitz in Zofingen.

Quelle: zVg

Der cash Insider berichtet auch im Insider Briefing jeweils vorbörslich von brandaktuellen Beobachtungen rund um das Schweizer Marktgeschehen und ist unter @cashInsider auch auf X/Twitter aktiv.

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Die UBS bewegt mit ihren Titelumstufungen und Kurszielanpassungen die Aktiennotierungen. Auch gestern Dienstag stellte die grösste Schweizer Bank ihre Marktmacht wieder eindrücklich unter Beweis.

Wie aus dem Nichts kommend, stufte die Analystin Tanya Hansalik die Aktien von Siegfried von «Buy» auf «Neutral» herunter und trat damit eine grössere Kurslawine los. Dass die Valoren des Pharmazulieferers bei Börsenschluss fast acht Prozent tiefer standen, dürfte auch der einschneidenden Reduktion des Zwölf-Monats-Kursziels auf 80 (zuvor 120) Franken geschuldet sein.

Für Börsenbeobachter wie mich kommt dieser Schritt gleich aus mehreren Gründen überraschend. Zum einen erfolgt die Herunterstufung in unmittelbarer Nähe zu den diesjährigen Tiefstständen und zum anderen steht die Kurszielreduktion in keinem Verhältnis zu den überarbeiteten Gewinnerwartungen der Analystin. Nicht nur, dass ihre neuen Annahmen bloss um acht Prozent unter den bisherigen liegen – selbst einige ihrer weiterhin zuversichtlich gestimmten Berufskollegen bei anderen Banken gehen für die nächsten Jahre von tieferen Gewinnen als Hansalik aus.

Darüber hinaus wartete Siegfried selbst gestern Dienstag mit erfreulichen Neuigkeiten auf. Die Produktionsanlage im deutschen Minden nimmt ihre Produktion endlich auf. Dennoch war diese Meldung angesichts der Herunterstufung bestenfalls eine Randnotiz wert.

Die Siegfried-Aktien sind weit unter die Jahreshöchstkurse von Ende Januar zurückgefallen (Quelle: www.cash.ch)

Ihre Abteilungskollegin Leonie Zirn setzte ihrerseits bei den Gewinnschätzungen für den Bauzulieferer Arbonia den Rotstift an und kürzte diese um bis zu acht Prozent. Sie trägt damit der eher schleppenden Bautätigkeit in Deutschland Rechnung. Auch hier fällt die Reduktion des Zwölf-Monats-Kursziel auf 4,10 (zuvor 4,70) Franken üppiger aus als angesichts der Schätzungsanpassungen eigentlich zu erwarten wäre. Das Anlageurteil für die Aktien lautet wie bis anhin «Neutral».

Mit einem Minus von knapp zwei Prozent bewegten sich die Kursverluste beim Bauzulieferer gestern Dienstag jedoch in einem überblickbaren Rahmen. Das mag auch damit zu tun haben, dass die Valoren mit einem Minus von etwas mehr als 28 Prozent seit Januar bereits eine Kurszäsur hinter sich haben.

In die andere Richtung geht es für Sandoz. Der Londoner UBS-Analyst Graham Doyle stuft die Aktien des Herstellers von Nachahmermedikamenten zwar weiterhin nur mit «Neutral» ein. Sein Zwölf-Monats-Kursziel erhöht er aber kräftig auf 70 (zuvor 47) Franken. Man kann es fast nicht glauben, dass der neuen Kursprognose Doyles bloss um bis zu drei Prozent höhere Gewinnschätzungen zugrunde liegen. Die Anpassungen sind denn auch eher technischer Natur, lässt der Analyst doch tiefere durchschnittlich gewichtete Kapitalkosten in sein Bewertungsmodell einfliessen.

Neugierig wie ich bin, habe ich mich ein bisschen schlau gemacht. So hat Doyle sein Zwölf-Monats-Kursziel letztmals Mitte August vergangenen Jahres überarbeitet. Damals kosteten die Valoren von Sandoz gerade einmal um die 47 Franken. Sprich: Es war höchste Zeit, dass der UBS-Analyst seine Hausaufgaben macht.

Die Kurszielreduktion durch die UBS setzt den Aktien von Landis+Gyr am Mittwoch zu (Quelle: www.cash.ch)

Heute Mittwoch trifft eine weitere einschneidende Kurszielanpassung ein. Der für die Grossbank tätige Analyst Patrick Rafaisz kürzt sein Zwölf-Monats-Kursziel für die Aktien des Stromzählerherstellers Landis+Gyr auf 51 (zuvor 55) Franken. Mit diesen Anpassungen trägt er einer Projektverschiebung Rechnung. Neuerdings geht der Analyst fürs angelaufene neue Geschäftsjahr von einem Gewinnrückgang von 15 Prozent bei einem um knapp sechs Prozent tieferen Umsatz aus. Lange Rede, kurzer Sinn: Den nicht gerade erfolgsverwöhnten Aktionärinnen und Aktionären steht ein weiteres Übergangsjahr ins Haus.

In der Folge wird Landis+Gyr an der Börse mit Kursverlusten von bis zu vier Prozent abgestraft. Mich beeindruckt die Marktmacht der UBS seit der Rettung der Credit Suisse und der Integration ihrer ähnlich gelagerten Geschäftsaktivitäten immer wieder aufs Neue. Endlich kann es die grösste Schweizer Bank selbst mit mächtigen Gegenspielern wie Goldman Sachs, Citigroup oder J.P. Morgan aufnehmen...

Der cash Insider nimmt Marktgerüchte sowie Strategie-, Branchen- oder Unternehmensstudien auf und interpretiert diese. Marktgerüchte werden bewusst nicht auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft. Gerüchte, Spekulationen und alles, was Händler und Marktteilnehmer interessiert, sollen rasch an die Leser weitergegeben werden. Für die Richtigkeit der Inhalte wird keine Verantwortung übernommen. Die persönliche Meinung des cash Insiders muss sich nicht mit derjenigen der cash-Redaktion decken. Der cash Insider ist selber an der Börse aktiv. Nur so kann er die für diese Art von Nachrichten notwendige Marktnähe erreichen. Die geäusserten Meinungen stellen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen an die Leserschaft dar.
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