Schweizer Technologiewert - VAT Group ein Spielball von Spekulanten?

Die Aktien der VAT Group werden von Spekulanten «missbraucht» - Und: Bekannter Börsenbrief-Autor zeigt sich bei den Aktien der Schweizerischen Nationalbank uneinsichtig.
14.05.2018 12:30
cash Insider
VAT Group ein Spielball von Spekulanten?
Bild: fotolia.com

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Mit Rudolf Maag hat die VAT Group einen genauso bekannten wie auch erfolgreichen Ankeraktionär gefunden. Seit Ende September hält der Medizinaltechnik-Pionier gut 10 Prozent an Aktien aus dem Bestand der früheren Mehrheitsaktionärin Partners Group.

Der Vakuumventilehersteller ist ein Exot im Firmenportfolio Maags (siehe "Neuer Ankeraktionär der VAT Group beweist Mut" vom 9. Oktober). Ansonsten beteiligt sich der öffentlichkeitsscheue Milliardär aus dem Baselbiet vorwiegend an Unternehmen aus der Gesundheitsindustrie.

Neben Aktien des Dentalimplantateherstellers Straumann umfasst das Firmenportfolio auch solche der Apothekenkette Galenica sowie der beiden Pharmaentwickler Idorsia und Polyphor.

Als Langfristinvestor bringt Maag Stabilität ins Aktionariat von Firmen wie der VAT Group. Und dennoch verkommen die Aktien des Vakuumventileherstellers zwei Jahre nach dem Börsengang immer öfter zum Spielball von Spekulanten.

Das äussert sich wie folgt: Je nachdem, ob die Vorzeichen bei  amerikanischen Technologieaktien am Vorabend positiv oder negativ waren, decken sich bei uns jeweils schon vorbörslich ein oder mehrere Marktakteure entweder mit Call- oder aber mit Put-Warrants auf die Aktien der VAT Group ein.

Kursentwicklung der VAT-Group-Aktien über die letzten zwei Wochen (Quelle: www.cash.ch)

Dabei wird immer nach dem gleichen Muster vorgegangen. Emittentin der Warrants ist stets Julius Bär - vermutlich weil die traditionsreiche Zürcher Bank eine der wenigen ist, die vorbörslich Kurse stellt.

Galt das Interesse bis vor wenigen Wochen noch dem Call-Warrant VACBJB, so dreht sich vorbörslich seither alles um den Call-Warrant VACCJB.

Doch nicht nur bei den Warrants, auch bei den Aktien selbst gingen vergangene Woche ausserbörslich einige grössere Blöcke um. Das wiederum könnte ein Vorbote für Verschiebungen im Aktionariat des Vakuumventileherstellers sein...

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Es kam, wie es kommen musste: Wie in Aussicht gestellt, wartete der bekannte deutsche Autor Hans Bernecker in der neusten Ausgabe seines Börsenbriefs mit einer ausführlichen Stellungnahme rund um die Aussagen von Bankratspräsident Jean Studer zu den Aktien der Schweizerischen Nationalbank (SNB) auf (siehe "Bekannter Börsenbrief-Autor bedankt sich bei den SNB-Verantwortlichen" vom 9. Mai).

Studer habe richtig und korrekt ausgeführt, dass die Dividende gesetzlich festgeschrieben sei und kein Anspruch auf Vermögensausschüttung bestehe, so Bernecker. Und: Solche Gerüchte seien obsolet und hätten seinerseits nie im Raum gestanden.

Regelmässige Leserinnen und Leser meiner Kolumne dürften sich allerdings an anders lautende Aussagen des Börsenbrief-Autors zur zukünftigen Dividendenpolitik erinnern (siehe "Erhöht die SNB die Jahresdividende" vom 23. Februar).

Bernecker zeigt sich weiterhin uneinsichtig und argumentiert mit den freien Reserven der SNB. Seinen Berechnung zufolge dürften diese Reserven bis in fünf Jahren von zuletzt 137 auf 250 bis 300 Milliarden Franken anschwellen.

Die Aktien der SNB haben in den letzten Wochen ihren "Zauber" verloren (Quelle: www.cash.ch)

Für Bernecker steht deshalb fest: Früher oder später muss die SNB Teile dieser Rücklagen in Aktienkapital umwandeln. Der Börsenbrief-Autor schreibt in diesem Zusammenhang von "aktienrechtlichen Vorschriften und Möglichkeiten" - wobei der Begriff Möglichkeiten die Situation wohl eher beschreibt.

Denn auch die SNB macht niemandem Geschenke. Weshalb sollte sie auch?

Eines muss man Bernecker lassen: Er saugt sich immer wieder neue Argumente für sein ursprünglich mit 10'000 Franken dotiertes Kursziel aus den Fingern.

Dass die Aktien der SNB in der deutschsprachigen Presse noch immer mit einer Anleihe verglichen werden, nervt mich ehrlich gesagt ein bisschen. Denn die Valoren eignen sich genauso wenig als Anleihenersatz, wie der Bitcoin als Zahlungsmittel taugt. Der Grund ist ein und derselbe: die unberechenbar starken Kursausschläge.

Wer Aktien der SNB hält oder mit einem Einstieg liebäugelt, dem sei gesagt, dass der ziemlich enge Handel nicht nur nach oben als "Brandbeschleuniger" wirkt, sondern eben auch nach unten. Den Letzten beissen wie gewohnt die Hunde...
 

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