Der Dow-Jones-Futures steht um 2,1 Prozent tiefer, während die entspechenden Terminbörsen-Indikatoren für den S&P 500 auf 1,5 und für die Technologiebörse Nasdaq um 0,7 Prozent nachlassen. Am Vormittag hatten die Futures noch etwas tiefer gestanden. Dennoch dürfte der Tag an den Börsen in New York ziemlich schlecht verlaufen. 

Der Handel in den USA wird am heutigen Freitag allerdings nur einen halben Tag dauern. Die US-Börsen waren am gestrigen Donnerstag wegen des Feiertags Thanksgiving ganz geschlossen. Die asiatischen und europäischen Börsen sind aber bereits stark von neuen Ängsten erfasst worden, dass eine in Südafrika entdeckte Variante des Coronavirus neue grosse globale Probleme auslösen könnte. 

Pharma-Aktien höher, Kreuzfahrt- und Airline-Titel massiv tiefer

Vorbörslich sind die Aktien der Impfstoffentwickler Moderna um 8,3 Prozent und Pfizer um 5,3 Prozent höher gestellt. Auch deutlich im Plus sind die Aktie von West Pharmaceuticals (+1,5 Prozent) und Merck (+1,1 Prozent). 

Auf der anderen Seite fallen die Aktien der drei grossen Kreuzfahrtgesellschaften Carnival (-10,3 Prozent), Royal Caribbean (-9,9 Prozent) und NCL (-9,9 Prozent) deutlich. American Airlines sind um 7,1 Prozent tiefer gestellt, United Airlines um 8,1 Prozent. 

Vorbörslich stark im Minus zeigte sich unter anderem auch die Aktie von Occidental Petroleum (-9,3 Prozent). Der Ölpreis ist wegen der Pandemiesorgen um 5 Prozent gesunken. 

Tech-Aktien im Minus, Zoom und Netflix profitieren

Die Verkaufswelle macht auch vor den Tech-Aktien nicht halt, die im Nasdaq gelistet sind. Bei einigen der US-Technologietitel ist das vorbörsliche Minus relativ klein: die Alphabet-Aktie sinkt nur um 0,4 Prozent. Meta (Facebook) sind um 1,1 Prozent tiefer indiziert. Die Apple-Aktie ist um 1,4 Prozent tiefer gestellt. 

Stark im Plus sateht allerdings die Aktie von Zoom (+7,5 Prozent). Der Videokonferenz-Dienst würde profitieren, wenn eine neue Coronawelle wieder vermehrt die Büros leeren würde und weltweit wieder Homeoffice gilt. Der Streaming-Dienst Netflix ist um 2,2 Prozent höher gestellt. 

Bonds-Renditen sinken

Spuren zeigt die massive Verunsicherung an den Märkten auch an den Anleihenmärkten. Investoren greifen bereits wieder nach US-Staatanleihen, die den Ruf von Krisensicherheit haben. Die Renditen von US-Anleihen mit zehn Jahren Laufzeit, die sich gegenläufig zum Kurs verhalten, fielen um 11 Basispunkte. Die Rendite von 10-Jahres-Treasuries liegt bei 1,525 Prozent. Im Lauf der Woche war sie auf 1,68 Prozent gestiegen. Dies, nachdem die Nominierung von Jerome Powell für eine zweite Amtszeit als Chairman der Notenbank Federal Reserve (Fed) die Erwartung schnellerer Zinsschritte ausgelöst hatte. 

Eine Überlegung, die in den USA bereits die Runde macht, ist: Sollte sich die weltweite Corona-Lage durch die südafrikanische Variante nochmals verschärfen, könnte ein US-Zinsschritt nach hinten rücken. Bisher hat ein grosser Teil der Beobachter den Zinschritt um 0,25 Prozentpunkte für Mitte Juni 2022 erwartet.

(cash)