+++Börsen-Ticker+++ - Trump lässt US-Anleger wieder zittern

Äusserungen von US-Präsident Donald Trump über die Handelsgespräche mit China haben der Wall Street am Dienstag einen Dämpfer versetzt.
22.05.2018 22:25
Die Unzufriedenheit Donald Trumps über den Fortschritt bei den Handelsgesprächen mit China hat die Händler an der Wall Street am Dienstag auf dem falschen Fuss erwischt.
Die Unzufriedenheit Donald Trumps über den Fortschritt bei den Handelsgesprächen mit China hat die Händler an der Wall Street am Dienstag auf dem falschen Fuss erwischt.
Bild: Bloomberg

22:25

Die wichtigsten Indizes gaben während des Handels ihre anfänglichen Gewinne ab und schlossen im Minus. Trump hatte sich unzufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Gespräche geäussert. Diese seien lediglich ein Anfang gewesen, sagte er.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss mit einem Minus von 0,7 Prozent auf 24'834 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 0,3 Prozent auf 2724 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq ging mit minus 0,2 Prozent bei 7378 Stellen aus dem Handel. Alle drei Indizes hatten am Montag höher geschlossen, weil Börsianer erleichtert auf die amerikanisch-chinesische Grundsatzeinigung reagierten.

Analysten wie Michael James, der den Aktienhandel des Wertpapierhandelshauses Wedbush Securities leitet, verwiesen auch auf vereinzelte enttäuschende Firmenberichte. So sackten die Papiere des Detailhändlers Kohl's um 7,4 Prozent ab, nachdem das Unternehmen für die zweite Jahreshälfte ein langsameres Wachstum angekündigt hatte. Der Villabauer Toll Brothers verdiente weniger als erwartet. Sein Aktienkurs brach 9,5 Prozent ein.

Positiv kam an den Börsen vor allem die Senkung von chinesischen Einfuhrzöllen auf Personenwagen und Autoteile an. Die Abgaben auf Importe würden für die meisten Modelle auf 15 Prozent von 25 Prozent herabgesetzt, teilte das chinesische Finanzministerium mit. GM-Aktien gewannen 0,5 Prozent, Ford 0,1 Prozent und Fiat-Chrysler 1,7 Prozent.

Die Ankündigung eines Aktienrückkaufs trieb Micron Technology um 6,3 Prozent in die Höhe. Der Chiphersteller will Aktien im Volumen von bis zu zehn Milliarden Dollar zurückkaufen.

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17:40

Die Schweizer Börse hat sich nach dem langen Pfingstwochenende am Dienstag wenig verändert präsentiert. Zum Handelsschluss liegt der Leitindex SMI bei 8936 Punkten leicht tiefer. Das Geschäft verlief laut Händlern ruhig. Die Stimmung sei dank der Einigung im Handelsstreit zwischen China und den USA gut. Gebremst wurde der Markt von Kurseinbussen bei den Marktschwergewichten Nestlé und Novartis.

Die Aktien der Banken sind europaweit im Aufwind. Der Branchenindex steigt um 1,4 Prozent. Händler sagen, die Bankaktien profitierten von der steigenden Volatilität und von höheren Zinsen. "Das sollte ihre Ertragsmöglichkeiten merklich verbessern", sagt ein Händler. Zudem sei der Sektor im laufenden Jahr schlecht gelaufen. Die Anteile der Credit Suisse gewinnen 1,7 Prozent und UBS rücken um 2,0 Prozent vor. Die Papiere von Julius Bär wurden am Tag vor der Veröffentlichung des Interim-Statements um 1,4 Prozent höher bewertet.

Wie meist, wenn Finanzwerte gefragt sind, standen laut Händlern Anteile zyklischer Firmen auf den Einkaufslisten: Der Anteil des Elektrotechnikkonzerns ABB gewinnt 0,7 und der des Zementherstellers Lafarge-Holcim 0,9 Prozent. Die Aktien von Swatch setzen sich mit plus 2,0 Prozent an die Spitze des SMI. Kepler Cheuvreux empfahl die Titel des Uhrenkonzerns neu mit "Buy".

Wenig gefragt waren die Papiere der als defensiv geltenden Pharmaschwergewichte: Novartis sinken um 0,4 Prozent und Roche trotz guter Produktnachrichten 0,3 Prozent. Auch bei Nestlé verpufften gute Nachrichten. Der Titel des Nahrungsmittelriesen sinkt um 1,4 Prozent.

Die Aktien von Sonova verlieren am Tag der Bilanzvorlage 2017/18 1,3 Prozent. Am breiten Markt schiessen die Aktien von Georg Fischer um 7,3 Prozent nach oben. UBS hat den Anlagenbauer auf "Buy" von "Neutral" hochgestuft. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenkommentar zum Dienstag.)

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15:45

Die vorläufige Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China sorgt am Dienstag für Kursgewinne an der Wall Street. Der Dow Jones klettert in den ersten Handelsminuten um 0,2 Prozent auf 25'059 Zähler. Der S&P 500 und der Nasdaq-Composite steigen um bis zu 0,4 Prozent. "Dem Markt gefällt es natürlich, dass die Verhandlungen im Handelsstreit zugunsten der USA auszugehen scheinen", sagt ein Händler.

Bereits am Pfingstmontag hatte die amerikanisch-chinesische Grundsatzvereinbarung den Dow Jones erstmals seit Mitte März wieder über die 25'000-Punkte-Marke gehievt. Die Kontrahenten einigten sich auf Massnahmen zum Abbau des hohen Handelsüberschusses Chinas gegenüber den USA. Einzelheiten und ein verbindliches Abkommen müssen noch ausgehandelt werden.

Positiv kommt an den Börsen vor allem die Senkung von chinesischen Einfuhrzöllen auf Personenwagen und Autoteile an. Die Abgaben auf Importe würden für die meisten Automodelle auf 15 Prozent von 25 Prozent herabgesetzt, teilte das chinesische Finanzministerium mit. Wie in Europa ziehen die Autowerte an: GM, Ford und Fiat-Chrysler gewinnen bis zu 2 Prozent.

Die Ankündigung eines Aktienrückkaufs schiebt Micron um 7 Prozent in die Höhe. Der Chiphersteller will Aktien im Volumen von bis zu zehn Milliarden Dollar zurückkaufen.

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12:25

Der Schweizer Aktienmarkt zeigt sich am Dienstag nach dem langen Pfingstwochenende unkonstant. Nach anfänglichen Gewinnen dreht er gegen Mittag in die Verlustzone. Der SMI steht am Mittag 0,1 Prozent tiefer bei 8932 Punkten. Der 30 Aktien umfassende SLI steigt um 0,1 Prozent auf 1482 und der breite SPI gibt um 0,1 Prozent nach auf 10'656 Punkte.

Im Fokus stehen Sonova nach Zahlen. Obwohl Gewinn und auch die Dividende höher ausgefallen ist als erwartet, stösst Anlegern der Ausblick sauer auf. Der Hörgeräte-Hersteller geht von geringeren Wachstumsraten aus, als Analysten prognostiziert hatten.

Bremsend für den Gesamtmarkt wirken sich auch die Verluste der beiden Schwergewichte Nestlé und Novartis aus, die mittlerweile um 0,7 bzw. 0,8 Prozent nachgeben. Bei Nestlé gab es eigentlich mit der Zulassung eines Hand-Antifaltenmittels gute Neuigkeiten, Novartis sieht sich Untersuchungen der griechischen Justiz wegen Korruptionsvorwürfen gegenüber.

Gefragt sind die Grossbanken nach einer positiven Studie von J.P. Morgan. Die Analysten der US-Bank sehen Schweizer Institute gut positioniert, um bei einer möglichen Konsolidierung der stark fragmentierten Vermögensverwaltungsbranche eine führende Rolle einzunehmen. So gewinnen UBS als "Top Pick" 1,4 Prozent, für CS geht es um 0,8 Prozent nach oben und Julius Bär ziehen um 0,9 Prozent an.

In der zweiten Reihe klettern die Aktien von Georg Fischer um 6,8 Prozent nach oben. Einerseits sorgt eine Hochstufung durch die UBS für Kauflaune, andererseits profitiert der Industriekonzern wie auch Branchenkollege Autoneum (+1,8 Prozent) von der Ankündigung Chinas, die Importzölle für Autos auf 15 von 25 Prozent zu senken. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht zum Mittag.)

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10:35

Positive Vorgaben aus den USA haben der Schweizer Börse am Dienstag nach dem verlängerten Pfingstwochenende zu einem festeren Start in die neue Woche verholfen. Die Anleger seien erleichtert über die Beilegung des Handelsstreits zwischen China und den USA. Für zusätzlichen Rückenwind sorgt laut Händlern zudem der weiterhin feste Dollar. Der SMI legt um 0,1 Prozent auf 8947 Punkte zu. Am Freitag war der Leitindex um 0,5 Prozent gefallen.

Relevante Konjunkturindikatoren werden für Dienstag nicht erwartet. Auf Unternehmensseite hat einzig Sonova den Jahresbericht 2017/18 veröffentlicht. Der Markt reagiert mit einem Minus von 1,5 Prozent auf die Zahlen. Der Hörgerätehersteller hat vor allem dank Zukäufen den Umsatz um 10,4 Prozent auf 2,65 Milliarden Franken gesteigert. Damit lag der Konzern im Rahmen der Analystenerwartungen. Der Gewinn legte um 14,4 Prozent auf 407,4 Millionen Franken zu. Im laufenden Geschäftsjahr erwartet Sonova in Lokalwährungen ein Umsatzwachstum von 2 bis 4 Prozent und eine Steigerung des Betriebsergebnisses (Ebita) von 6 bis 9 Prozent. Der Bericht berge keinerlei Überraschungen, kommentiert die ZKB.

Bei den Standardwerten führen die Aktien des Personalvermittlers Adecco die Gewinner mit plus 1,6 Prozent an Die Anteile des Uhrenkonzerns Swatch, die von einer Kaufempfehlung von Kepler Cheuvreux profitieren, steigen um 1,0 Prozent. Die Aktien von Richemont sinken um 0,3 Prozent. Der Luxusgüterhersteller hatte mit dem am Freitag veröffentlichten Jahresabschluss die Markterwartungen verfehlt, was den Aktienkurs einbrechen liess.

Die Bankaktien tendieren freundlich. UBS rücken um 1,4 Prozent vor, Credit Suisse steigen um 0,7 und Julius Bär um 1,0 Prozent vor.

Am breiten Markt schiessen die Aktien von Georg Fischer um 8,5 Prozent nach oben. UBS hat den Anlagenbauer auf "Buy" von "Neutral" hochgestuft.

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09:10

Der SMI startet mit einem Plus von 0,4 Prozent bei 8978 Punkten in den Handel. Eine Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China sorgt für gute Stimmung an den Börsen. Gelöst ist der Konflikt allerdings noch nicht, und auch die Spannungen zwischen Europa und den USA bleiben bestehen. Zudem richten Anleger ihren Blick auf die Pläne der neuen Regierung in Italien.

Sonova (-1,9 Prozent) rücken mit Zahlen in den Mittelpunkt. Der Hörgeräte-Hersteller steigerte den Umsatz nicht so stark wie erwartet, überzeugte aber beim Gewinn. Zudem fiel die Dividende höher aus als von Analysten erwartet. Der Ausblick stösst allerdings auf wenig Begeisterung.

Der Pharmakonzern Roche (+0,9 Prozent) vermeldete positive Studienergebnisse zu seinem Hämophilie-Medikament Hemlibra. Konkurrent Novartis (-0,1 Prozent) sieht sich derweil Untersuchungen der griechischen Justiz wegen Korruptionsvorwürfen gegenüber. Das dritte SMI-Schwergewicht Nestlé (+0,2 Prozent) erhielt indes die US-Zulassung für ein Hand-Antifaltenmittel. 

Die Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran durch die USA beschäftigt die Swiss Re (+0,5 Prozent). Der Schweizer Rückversicherer prüft, welche Optionen dem Unternehmen zu einer Aufrechterhaltung seiner Geschäftstätigkeiten in dem Land noch verbleiben. Derweil reichten zwei Nichtregierungsorganisationen gegen Lafarge-Holcim (+0,3 Prozent) in Frankreich Klage wegen Terrorfinanzierung ein.

In der zweiten Reihe stehen einmal mehr Oerlikon (+0,7 Prozent) und Schmolz+Bickenbach (-0,7 Prozent) durch ihren Investor Viktor Vekselberg im Fokus. Der russische Investor hat als Reaktion auf die US-Sanktionen seine Beteiligungen an den beiden Unternehmen deutlich reduziert. Daneben lanciert Temenos (-0,1 Prozent) ein Aktienrückkaufprogramm über 250 Millionen Dollar und Peach Property (-0,3 Prozent) baut sein Portfolio auf rund 8'000 Wohnungen aus. Schliesslich profitiert Georg Fischer (+8,1 Prozent) von einer positiven Studie.

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08:41

Nach den Kursgewinnen zu Wochenbeginn haben Anleger in Asien am Dienstag das Tempo wieder rausgenommen. Der Leitindex in Tokio schloss 0,2 Prozent schwächer bei 22'960 Zählern. Die Börsen in China gaben knapp ein Prozent nach. Weil die Aktienmärkte in Südkorea und Hongkong geschlossen blieben, waren die Handelsvolumina allerdings geringer. 

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08:07

Der Swiss Market Index (SMI) wird von der Bank Julius Bär vorbörslich 0,3 Prozent höher bei 8967 Punkten berechnet. Für steigende Kurse sorgen vor allem die Schwergewichte Nestlé (+0,8 Prozent) und Novartis (+0,4 Prozent). Am breiten Markt steigen Sonova (+0,1 Prozent) nach guten Jahreszahlen nur wenig. Temenos (+1,1 Prozent) hat ein Aktienrückkaufprogramm angekündigt.

Mit Argusaugen blickten Anleger nach Italien. Die beiden potenziellen Koalitionspartner, die 5-Sterne-Bewegung und die rechte Partei Lega, wollen ihre neue Regierung von dem 54-jährigen Juraprofessor Giuseppe Conte leiten lassen, der keine politische Erfahrung hat. Die beiden Parteien planen höhere Sozialausgaben, Steuersenkungen und eine Rücknahme der Rentenreform, was viele Milliarden kosten würde.

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07:50

Die Rendite der zehnjährigen Italien-Bonds steigt am Dienstag auf 2,418 Prozent. Das ist der höchste Stand seit 14 Monaten. Der Kurs des Euro ist am Dienstag gesunken. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1774 Dollar gehandelt und damit etwas tiefer als am Vorabend. Die Sorge um die weitere politische Entwicklung in Italien laste auf dem Euro, hiess es von Marktbeobachtern. Auch zum Franken gab die Gemeinschaftswährung leicht nach. Der Euro fiel auf 1,1742 nach 1,1751 Franken am späten Montag. Der Dollar kostete derweil 0,9969 nach zuvor 0,9974 Franken.

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07:21

Ein Blick auf die Rohstoffmärkte. Die Preise für Rohöl bewegen sich weiter auf hohem Niveau. Die Nordseesorte Brent notiert bei 79,38 Dollar (-0,1 Prozent). Ein Barrel der US-Sorte WTI kostet 72,51 Dollar (+0,4 Prozent). Am Montag waren die Ölpreise getrieben von Sorgen um die Folgen der Wahl in Venezuela gestiegen. 

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06:47

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index notierte am Dienstagvormittag mit 23'007 Punkten kaum verändert. Der breiter gefasste Topix-Index verlor 0,15 Prozent auf 1810 Zähler. Am Montag hatte die Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China den Märkten in Asien noch merklich Auftrieb gegeben.

Vor allem der Finanzsektor stand unter Druck. Der Index der japanischen Versicherer notierte mit 0,97 Prozent im Minus. Als Grund nannten Händler Anzeichen für eine Trendwende bei den Renditen für US-Staatsanleihen, die kurz vor dem Erreichen eines Sieben-Jahres-Hoch abgerutscht waren. Die bisher steigenden Zinsen für US-Staatspapiere hatten den Gewinnen der japanischen Versicherer Auftrieb gegeben.

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06:36

Der Euro gab gegenüber dem Dollar leicht nach, notierte aber weiter nahe eines Vier-Monats-Hochs zum Yen und eines Sechs-Monats-Hochs zum Euro. Ein Euro wurde mit 1,1784 Dollar bewertet. Der Dollar wurde mit 110,95 Yen gehandelt.

(Reuters/AWP/cash)