10 Aktien für einen goldenen Herbst

Der Schweizer Aktienmarkt durchlebt unruhige Zeiten, auch der Herbst dürfte turbulent werden. Diese zehn Aktien gehören dennoch in jedes Portfolio.
08.09.2015 00:55
Von Ivo Ruch
Der Herbst steht vor Tür. Mit ihm die Zinswende in den USA?
Der Herbst steht vor Tür. Mit ihm die Zinswende in den USA?
Bild: pixabay.com

Für Anleger an der Schweizer Börse war das laufende Jahr bislang ein Nerventest sondergleichen. Der SNB-Schock im Januar und die China-Turbulenzen im August sind die wichtigsten Stichworte. Unter dem Strich ergibt sich für den Swiss Market Index (SMI) ein Minus von 3,4 Prozent. Sein kleinerer Bruder Swiss Performance Index (SPI) hielt sich vergleichsweise besser (-0,2 Prozent).

Doch weitere turbulente Wochen dürften auf die Börsianer zukommen: Einerseits lechzen Marktbeobachter nach Informationen zum Gesundheitszustand von Chinas Wirtschaft. Zudem steht am 16. und 17. September das Treffen der amerikanischen Zentralbank (Fed) an. Eine erste Zinserhöhung seit fast einem Jahrzehnt liegt immer noch im Bereich des Möglichen, die Reaktion der Finanzmärkte ist weiterhin ungewiss. Schliesslich sorgt auch Griechenland wieder für Schlagzeilen. Am 20. September finden dort Neuwahlen statt – mit einer äusserst knappen Ausgangslage.

Kommt hinzu, dass der September statistisch als schlechtester Börsenmonat gilt, wie Daten zum US-Index Dow Jones zeigen. Aus dieser Perspektive wirft cash einen Blick auf den Schweizer Aktienmarkt und identifiziert Titel, die auch bei möglichen Verwerfungen für einen goldenen Börsen-Herbst sorgen dürften.

BB Biotech

Auch 2015 könnte für Biotech-Firmen wieder zum Super-Jahr werden. Der Nasdaq Biotech-Index ist seit Anfang Jahr um 11 Prozent vorgerückt. In der Schweiz gehören die Aktien von Cytos, Galenica, Addex, oder Molecular Partners mit Renditen von bis zu 117 Prozent zu den Kursraketen. Diese Firmen profitieren in erster Linie von Übernahmefantasien und möglichen Medikamenten-Blockbustern. Mit Investments in rund 30 Forschungsunternehmen weltweit partizipiert BB Biotech an diesem Trend. Die BB-Aktie eignet sich für eine diversifizierte Wette auf den riskanten Biotech-Sektor. Hinzu kommt eine mehr als ansehnliche Dividendenrendite von 4 Prozent.

Interroll

Ungeachtet diverser Turbulenzen im laufenden Börsenjahr legte die Interroll-Aktie einen beeindruckenden Steigerungslauf hin. Sie steht aktuell 34 Prozent höher als zu Jahresanfang, unterwegs hat sie sogar das Allzeithoch bei 731 Franken geknackt. Der Tessiner Spezialist für Logistik und Automation ist einer der grossen Nutzniesser des weltweiten Automatisierungs-Booms: Industrielle und logistische Prozesse laufen vermehrt automatisch ab. Vorsicht: Weil die Interroll-Aktie vergleichsweise weniger liquid ist, bietet sie sich eher für langfristige Engagements an.

Logitech

Logitech baut um. Nicht nur sollen Produkte vermehrt den Namen "Logi" tragen. Auch steigt der Hersteller von Computerzubehör bis Ende Jahr aus dem OEM-Geschäft aus (Herstellung von Produkten für Dritte). Stattdessen liegt der Fokus in Zukunft bei Innovationen, die eine Entkoppelung von den schwächelnden PC-Verkäufen zulassen, wie mobile Lautsprecher, Hüllen für Tablets oder Videokonferenzsysteme. Mit einer Dividendenrendite von 4 Prozent sticht die Aktie von Logitech in der Technologiebranche heraus. Die Ausschüttung erfolgt in diesem Herbst. Zusätzlich profitiert die Aktie vom Aktienrückkaufprogramm. Die attraktive Bewertung ist ein zusätzliches Argument für Anleger, die auf die Neuausrichtung des Zürcher Konzerns wetten wollen.

Nestlé

Nestlés Stabilität zeigte sich erst kürzlich wieder. Während der Schweizer Leitindex SMI im Zuge der China-Turbulenzen auf Monatssicht mehr als 8 Prozent verlor, fiel die Nestlé-Aktie bloss um 3,5 Prozent. Der weltgrösste Nahrungsmittelhersteller rechnet für das Geschäftsjahr 2015 mit einem organischen Wachstum von 5 Prozent. Vor allem von den Sparten Health Science und Skin Health erhoffen sich die Westschweizer viel für die Zukunft. Der Konzern ist breit aufgestellt und erwirtschaftet auch in unruhigen Zeiten solides Wachstum. Auch aufgrund der Dividendenrendite von 3,3 Prozent gehört Nestlé in jedes Aktienportfolio.

Syngenta

Im laufenden Jahr hat der Agrochemie-Konzern eine der stärksten Aktien des SMI. Seit das Übernahmeangebot von Monsanto vom Tisch ist, hat sich der Titel zwar deutlich abgeschwächt, birgt aber immer noch einiges an Fantasie. Befeuert wurde diese zuletzt durch die Ankündigung, die Gemüse-Saatgutsparte zu verkaufen und einen Aktienrückkauf zu lancieren. Die Avance von Monsanto war also insofern nicht wirkungslos, als sich Syngenta nun effizienter aufstellt. Das Management wird bestrebt sein, die Wertschöpfung für die Aktionäre deutlich zu steigern. Gelingt das nicht, ist ein weiterer Übernahmeversuch durchaus denkbar.

SFS

Gewiss, die Zeiten für exportorientierte Unternehmen mit Produktionsstandort Schweiz sind anspruchsvoll. Insbesondere aufgrund der starken einheimischen Währung. Das widerspiegelt auch der Aktienkurs von SFS, der seit Anfang Jahr 20 Prozent im Minus steht. Doch der Rheintaler Metallverarbeiter ist langfristig solide aufgestellt. Die Eintrittshürden im Markt für Kaltumformung sind hoch und SFS bedient viele ausländische Kunden vor Ort. Neben mehreren Autoherstellern gehören auch Apple und Airbus zur Kundschaft. Das SFS-Management hat auf die Frankenstärke mit Massnahmen reagiert, die sich in Zukunft auszahlen dürften. Zudem verfügt SFS über eine solide Bilanz und hohe freie Cash Flows, was Zukäufe ermöglicht – wenn das Industrieunternehmen nicht selbst übernommen wird, wie auch schon gemunkelt wurde.

Straumann

Das zweite Quartal 2015 war für den Dentalimplantat-Hersteller Straumann mit einem organischen Wachstum von rund 10 Prozent das stärkste seit 2008. Das hat auch der Aktie mächtig Schub gegeben, die in letzten Wochen auf ein Mehrjahreshoch von 305 Franken geklettert ist. Auf diesen Zug sind auch die Analysten aufgesprungen. Morgan Stanley erhöhte jüngst das Preisziel von 306 auf 351 Franken und ZKB-Expertin Sibylle Bischofberger schraubte ihr Rating von "Marktgewichten" auch "Übergewichten" hoch. Obwohl der Titel bereits sportlich bewertet ist (KGV 27), gehört er zu den Profiteuren einer konjunkturellen Aufhellung in Europa und einer weiteren Verbesserung der amerikanischen Wirtschaft.

Swatch

Trotz des Franken-Dilemmas – Swatch stellt einen Grossteil seiner Uhren in der Schweiz her – ist der Hayek-Konzern im ersten Halbjahr mit einer operativ guten Leistung aufgefallen. Auch für das Gesamtjahr zeigt sich das Management optimistisch. Mögliches Freud und Leid kommen gleichzeitig aus den Schwellenländern. Swatch ist dort bereits etabliert und profitiert von weiterem Wachstum. Andererseits würde ein Wirtschaftseinbruch auf den Umsatz drücken. Durch die verhaltene Performance im laufenden Jahr ist die Swatch-Aktie reif für einen Einstieg (KVG 14), denn auf lange Sicht wird die Gruppe weiter wachsen.

Swiss Re

Der Rückversicherer aus Zürich steht ganz oben, wenn es um Ausschüttungen geht. Nur der Schliesstechnik-Konzern Kaba bietet in diesem Jahr eine höhere Dividendenrendite als Swiss Re (8,8 Prozent). Doch die Aktie überzeugt auch anderweitig. Einerseits ist sie günstig bewertet (KGV 8), andererseits hat das Unternehmen immer noch genügend überschüssiges Kapital, um die Aktionäre mit Sonderdividenden oder Aktienrückkäufen zu verwöhnen – insbesondere, wenn Swiss Re weiterhin von grossen Naturkatastrophen verschont bleibt.

Vaudoise Versicherung

Die Aktie der Vaudoise ist in diesem Jahr mit einem Plus von 14 Prozent der beste Versicherungstitel am Schweizer Markt. Im letzten Geschäftsjahr hat die Gesellschaft einen Rekordgewinn erzielt, das Resultat für das erste Halbjahr 2015 folgt am 15. September. Mittelfristig sieht Vaudoise vor allem in der deutschen Schweiz noch Wachstumspotenzial, wo viel in Marketing und Aussendienst investiert wird. Die Dividendenrendite liegt zwar unter dem Branchenschnitt, doch die Ausschüttung wurde jüngst von 11 auf 12 Franken angehoben. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 10 ist die Aktie zudem sehr günstig bewertet. Die Bank Vontobel traut Vaudoise einen Anstieg von aktuell 512 auf 560 Franken zu. Einziger Wermutstropfen: 67 Prozent des Kapitals und 91 Prozent der Stimmen liegen in den Händen eines Hauptaktionärs.

 

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