Der S&P 500 Index erreichte am vergangenen Freitag ein neues Rekordhoch und hat sich seit den Tiefstständen im März um mehr als 12 Prozent hochgearbeitet. Angesichts der anhaltenden Unsicherheiten im Iran-Konflikt kam dies für manchen Marktbeobachter oder Investierenden überraschend.

Der Waffenstillstand zwischen dem Iran und den USA hatte die Stimmung unter Anlegern in den vergangenen zwei Wochen zwar verbessert. Es ist aber alles andere als sicher, ob sich die Lage im Nahen Osten tatsächlich beruhigen wird. Ein langfristiger, tragfähiger Frieden scheint mehr auf den Hoffnungen von US-Präsident Donald Trump zu basieren als auf einer nüchternen Lageeinschätzung.

Daher sollte man sich an die Börsenkursentwicklung nach dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs erinnern. Nach einer ersten Korrektur zu Kriegsbeginn ging es im Folgemonat März 2022 mit den internationalen Aktienmärkten um mehr als 10 Prozent in die Höhe - Börsianer hofften auf ein schnelles Ende des Krieges. Es kam anders. In den Folgemonaten resultierten je nach Börsenindex Kursverluste von bis zu 25 Prozent.

 Deshalb bleibt die Diversifikation auch im jetzigen Umfeld das A und O des Investierens. cash.ch stellt fünf neue Anlageprodukte vor, die sich wegen des Renditepotentials und einer «geringeren» Schwankungsanfälligkeit ideal als Portfoliobeimischung eignen:

«VanEck Morningstar Developed Markets Dividend Leaders»

Der «VanEck Morningstar Developed Markets Dividend Leaders ETF» bildet den «Morningstar Developed Markets Large Cap Dividend Leaders Screened Select Index» nach. In diesem werden Aktien anhand der Höhe der Dividendenrendite, der Nachhaltigkeit der Ausschüttungen und der Kontinuität der Dividendenerhöhungen ausgewählt. Der Index umfasst ausschliesslich Aktien aus Industrieländern wie Exxon Mobil (Gewichtung 5,8 Prozent), Verizon (4,9 Prozent), Nestlé (3,8 Prozent), Pfizer (3,6 Prozent), Roche (3,5 Prozent) oder die beiden Energiefirmen Shell (3,2 Prozent) und TotalEnergies (3,2 Prozent). 

Die Dividendenrendite beträgt 3,4 Prozent und der ETF kann mit seiner tiefen Volatilität – sprich Schwankungsanfälligkeit – Stabilität ins Portfolio bringen. Das lässt sich an der Kursentwicklung ablesen. Während der SMI seit Ausbruch des Irankrieges in der Spitze um bis zu 12 Prozent verlor, betrug der maximale Kursverlust beim Dividenden-ETF von VanEck rund 4 Prozent. Im Vergleich zum SMI hat der «VanEck Morningstar Developed Markets Dividend Leaders ETF» zudem den ganzen Kursverlust vom März wieder aufgeholt und kann seit Jahresbeginn auf ein Plus von 8,8 Prozent zurückblicken. In den letzten drei Jahren legte der ETF um 28 Prozent zu – die ausgeschütteten Dividenden nicht eingerechnet.  

«Invesco Nasdaq-100 Income Advantage ETF»

Der «Invesco Nasdaq 100 Income Advantage ETF» zielt einerseits darauf ab, durch ein passives Engagement im Nasdaq 100 Index an der Kursentwicklung des US-Technologieindex zu partizipieren. Andererseits bietet der ETF im Falle eines breiten Abschwungs am Aktienmarkt einen gewissen Schutz gegen Kursverluste im Vergleich zur Benchmark.

Zur Erreichung seines Anlageziels investiert der Fonds physisch zwischen 70 Prozent und 85 Prozent des Portfolios in Wertpapiere, die in der Benchmark Nasdaq enthalten sind. Der Rest des Portfolios wird in Barmitteln gehalten und zur Umsetzung von gedeckten Call-Strategien respektive mit physischem Cash abgedeckten Put-Strategien verwendet. Die durch den Verkauf von Optionen erhaltenen Prämien sorgen für wiederkehrende Cashflows und tragen zur Absicherung gegen Verlustrisiken bei.

Die Feuertaufe der ETF bestanden. Seit der Lancierung am 28. Januar hat das in Schweizer Franken abgerechnete Anlagevehikel um 2,8 Prozent zugelegt, der maximale Drawdown im März lag bei 4,5 Prozent gegenüber 9,3 Prozent beim Nasdaq. Die erste Dividendenzahlung Ende März betrug 0,13 Franken. Auf ein Jahr hochgerechnet sollte die Rendite bei rund 10 Prozent zu stehen kommen. Die Dividenden werden monatlich ausgeschüttet.  

«iShares STOXX Europe 600 Insurance ETF»

Der «iShares STOXX Europe 600 Insurance ETF» bildet den STOXX Europe 600 Insurance Index nach. Darin sind alle wesentlichen europäischen Assekuranzunternehmen wie Allianz (Gewichtung 19,4 Prozent), Zurich Insurance (12,3 Prozent), Axa (9,6 Prozent), Münchener Rückversicherung (5,7 Prozent), Swiss Re (5,6 Prozent), Generali (5,2 Prozent), Prudential (4,4 Prozent), Swiss Life (3,6 Prozent), Aviva (3,2 Prozent) und Sampo Oyj (3,0 Prozent) vertreten. 

Die Dividendenrendite beläuft sich auf 3,5 Prozent, die Gesamtkosten - sogenannt Total Expense Ratio oder kurz TER – betragen 0,46 Prozent. Der ETF hat im Vergleich zum EuroStoxx 600 Index seit Anfang März besser abgeschnitten und notiert wieder auf einem neuen Allzeithoch. 

«Janus Henderson USD AAA CLO Active Core ETF»

Der «Janus Henderson USD AAA CLO Active Core ETF» investiert in erstklassige «Collateralized Loan Obligations» – kurz CLOs. Dabei handelt es sich um gebündelte, besicherte Kreditverpflichtungen. Der ETF kauft eine Vielzahl von Krediten auf, die Banken an Unternehmen vergeben haben. Dabei handelt es sich meist um sogenannte «Leveraged Loans» – also Kredite an Unternehmen, die bereits relativ hoch verschuldet sind, aber über eine erstklassige Bonität respektive Kreditwürdigkeit verfügen. Aktuell werfen diese gebündelten Kredite eine Rendite von 5,1 Prozent ab, welche in Form einer Dividende monatlich ausgeschüttet wird.

Diese Kreditverpflichtungen sind nicht risikolos. So gerieten zum Beispiel während der Finanzkrise die CLOs von US-Unternehmen mit tieferer Bonität unter die Räder. Ein Wirtschaftsabschwung in den USA würde deshalb auch die besten der besten CLOs mit einem sogenannten Triple-A-Rating belasten.

Derzeit sind in den USA aber weiterhin keine grösseren Verwerfungen an den Kreditmärkten oder eine Rezession in Sicht, entsprechend stabil hatte sich der «Janus Henderson USD AAA CLO Active Core ETF» entwickelt. Der ETF legte in den vergangenen zwölf Monaten 5,1 Prozent zu und seit Anfang März pendelt der Preis in einer engen Spanne von 51 bis 53 Dollar. 

Gerade bei festverzinslichen Anlagen müssen Anlegerinnen und Anleger das Fremdwährungsrisiko einkalkulieren. Historisch betrachtet hat der Dollar zum Franken in den letzten 20 Jahren um 2,5 Prozent per annum an Wert verloren. Das heisst, die Dividendenrendite aus Zinserträgen schmilzt von 5,1 auf rund 2,6 Prozent. Das entspricht auf der anderen Seite in etwa der Dividendenrendite des Swiss Performance Index (SPI). Die Erträge und Kursschwankungen des ETFs hängen aber von der Zinsentwicklung, und nicht von den berichteten Unternehmensgewinnen ab.  

«21shares Flexible Crypto Index ETP»

Das vom hiesigen Kryptopioneer 21shares aufgelegte «21shares Flexible Crypto Index ETP» – ETP steht für «Exchange Traded Product» – investiert in neun ausgewählte Kryptowährungen. Im Rahmen der Risikomanagementstrategie setzt der ETP je nach Ausgangslage auf eine taktische Cash-Allokation von maximal 30 Prozent. Diese dynamische Anpassung des Krypto-Exposures ermöglicht es dem Portfolio, das Kapital in Zeiten erhöhter Volatilität oder Marktstress zu schützen und so Kapitalerhalt und langfristiges Wachstum in Einklang zu bringen.

Der ETP ist in die Kryptowährungen Bitcoin, USD Coin (USDC), EthereumXRP, Binance Coin, Tron, Solana, Hyperliquid und Bittensor engagiert. Somit sind aktuell 30 Prozent im Stablecoin USD Coin angelegt, der eins zu eins durch Dollarreserven wie Bargeld und kurzfristige US-Staatsanleihen gedeckt ist. Der USD Coin wurde von Circle und Coinbase gegründet und bietet Stabilität, Transparenz und schnelle, kostengünstige Transaktionen auf verschiedenen Blockchains wie Ethereum und Solana

Die maximale Position in USD Coin deutet auf eine zurückhaltende Marktpositionierung des ETP hin. In einem risikofreudigeren Umfeld dürfte der Anteil an Stablecoins wieder zurückgehen. 

Thomas Daniel Marti
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