Bittere Woche für die Aktionäre der BKW. Der Berner Energieversorger verliert auf Wochensicht 12,27 Prozent und ist damit die zweitschlechteste Aktie im SPI. Nur GAM schneidet mit einem Minus von 14,38 Prozent noch schlechter ab. Auf dem dritten Platz der Verlierer folgt Newron mit einem Rückgang von 11,54 Prozent.

Der Absturz erfolgte am Dienstag nach einer überraschenden Ankündigung: Die BKW muss eine Wertberichtigung auf ein deutsches Kohlekraftwerk vornehmen, die den operativen Gewinn 2025 mit 110 Millionen Franken belasten wird. Der Konzern rechnet damit, dass das Werk künftig eine geringere Stromproduktion verzeichnen wird. Zudem schwanken die Strompreise weniger als früher, was den Erlös drücke.

Für das Geschäftsjahr 2025 rechnet das Management nun mit einem EBIT zwischen 540 und 560 Millionen Franken, deutlich unter der bisherigen Prognose von 650 bis 750 Millionen. Den starken Kursverlust vom Dienstag konnte die Aktie im weiteren Wochenverlauf nicht mehr wettmachen.

Gleichzeitig investiert die BKW im Rahmen der Strategie «Solutions 2030» in ein wasserstofffähiges Gaskraftwerk. Der Konzern will sich mit 40 Prozent am geplanten Kraftwerk in Hamm in Deutschland beteiligen. Das Projekt wird gemeinsam mit der deutschen Stadtwerke-Kooperation Trianel entwickelt.

Übersicht der Wochenperformance der Aktientitel am SPI.

Übersicht der Wochenperformance der Aktientitel am SPI.

Quelle: Bloomberg

Schweizer Börse mit negativer Wochenbilanz

Die schwache Performance der BKW reiht sich in einen insgesamt negativen Wochentrend am Schweizer Aktienmarkt ein. Der SPI verliert auf Wochensicht 1,49 Prozent, der SMI gibt 1,56 Prozent nach.

Bei den Blue Chips vermögen nur drei Titel zuzulegen: Swisscom führt mit einem Plus von 1,60 Prozent, gefolgt von Holcim (+0,82 Prozent) und Novartis (+0,16 Prozent). Die Abwärtsbewegung wird angeführt von Logitech mit minus 6,37 Prozent sowie den beiden Versicherern Swiss Life (-4,06 Prozent) und Zurich (-3,85 Prozent).

Auf der Gewinnerseite im breiten Markt sticht Ascom mit einem Kurssprung von 23,17 Prozent hervor. Die hochvolatile HT5 AG legt sogar 33 Prozent zu, auf dem dritten Platz folgt die Banque Cantonale du Jura mit einem Plus von 15,28 Prozent.

Geopolitische Brandherde im Fokus

Die Börsenwoche war geprägt von geopolitischen Brandherden. Nachdem der Schweizer Aktienmarkt am Donnerstag nach vier Verlusttagen in Folge wieder fester notierte, verflüchtigten sich die Hoffnungen am letzten Handelstag gleich wieder. Am Markt gebe es Zweifel, dass sich die geopolitischen Brandherde wirklich dauerhaft entspannten, heisst es. Dies auch, weil US-Präsident Donald Trump immer wieder für Überraschungen gut sei.

Das Misstrauen zeigt sich darin, dass die Edelmetalle Gold und Silber weiterhin auf Rekordkurs sind und der Franken kaum etwas von seiner Stärke eingebüsst hat. Am Vortag hatte ein Rahmenabkommen zur Zukunft Grönlands für Zuversicht gesorgt und die Kurse weltweit steigen lassen.

Zudem hatte Trump auch die Zollankündigungen gegenüber mehreren europäischen Ländern wieder zurückgenommen. Ausserdem keimten neue Hoffnungen auf ein Ende des Ukrainekriegs auf. Doch alle diese Fragen seien noch nicht wirklich gelöst, heisst es am Markt. Damit dürfte dieser auch in absehbarer Zeit volatil bleiben.

Monique Misteli Ringier
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