Gelegentlich kommt eine Nachricht früher, als man denkt. Im Jahr 2026 kommuniziert der hiesige Börsenbetreiber SIX die Indexänderungen im SMI und SMIM etwas früher als erwartet. Und es kommt tatsächlich zur Rotation: Neu aufgenommen unter den Blue Chips werden die Titel von Galderma und von Sandoz.

Bei den Kriterien gemäss Reglement der SIX spielen dabei nicht nur die Börsenkapitalisierung, sondern auch die Anzahl frei handelbarer Aktien der Firma und die Entwicklung der Handelsumsätze eine tragende Rolle. Ferner gilt es zu berücksichtigen, dass die SIX bei der Zusammensetzung des SMI einen Puffer von Platz 19 bis Platz 22 eingeführt hat, um allzu häufige Wechsel im Leitindex zu vermeiden, wie Tobias Kistler, Analyst bei der St. Galler Kantonalbank (SGKB), auf Anfrage von cash.ch erläuterte.

«Die bereits im SMI enthaltenen Titel werden zudem bevorzugt behandelt. Erst wenn ein SMI-Titel auf Basis der diskutierten Streubesitz- und Liquiditätskriterien auf Rang 23 abrutscht, wird er aus dem SMI entfernt.» Gleichzeitig sei ein definitiver Aufstieg in den SMI für einen neuen Titel nur möglich, wenn er mindestens Rang 18 erreicht, präzisiert der SGKB-Experte. 

Unter Berücksichtigung der Kriterien von SIX sahen die Analysten von JPMorgan eine Aufnahme von Galderma und Sandoz sowie einen Ausschluss von Kühne+Nagel und Swisscom als möglich - und lagen mit dieser Einschätzung goldrichtig.

Dabei hatte Galderma die besten Aussichten auf eine Aufnahme, weil die Börsenkapitalisierung 42 Milliarden Franken beträgt - damit reiht sich der Gesundheitskonzern auf dem neunten Platz im SMI-Ranking nach Holcim (Börsenkapitalisierung 43 Milliarden Franken), aber noch vor Lonza (40 Milliarden Franken) ein. Zudem ist der frei handelbare Streubesitz genügend hoch, nachdem sich die vorherigen Eigentümer aus dem Private-Equity-Bereich fast vollständig zurückgezogen hatten. 

Mit Sandoz und einem Marktwert von 32 Milliarden Franken hatte ein zweiter Kandidat bereits 2024 und 2025 Ambitionen für eine SMI-Aufnahme angemeldet. Nun hat es geklappt. Der Titel des Generikaherstellers wird im SMI gemessen an der Marktkapitalisierung auf die 13. Position rutschen - knapp hinter Givaudan mit 32,6 Milliarden Franken.

Dagegen müssen die Titel von Kühne+Nagel und Swisscom den SMI verlassen, wie die Börsenbetreiberin SIX am Mittwoch mitteilte. Die Änderungen gelten ab dem 21. September 2026. Dass es gerade diese beiden Titel getroffen hatte, hängt mit dem sogenannten Free Float - sprich die Anzahl der frei handelbaren Aktien - zusammen. 

Bereits vor Jahresfrist standen die Valoren von Kühne+Nagel auf der Kippe, aus dem SMI herauszufallen - letzten Endes traf es damals Sonova. Entscheidend war dabei der Streubesitz, da der Hauptaktionär Michael Kühne direkt und indirekt rund 60 Prozent der Aktien kontrolliert.

Entsprechend wurde dem Logistikunternehmen von der gesamten Börsenkapitalisierung von 24 Milliarden Franken weniger als die Hälfte angerechnet. Einerseits fiel Kühne+Nagel damit auf den letzten Platz der SMI-Rangliste bei der Börsenkapitalisierung, andererseits auch hinter den 22. Platz in der Pufferliste, da Galderma und Sandoz die deutlich höhere Börsenkapitalisierung ausweisen, wie der SGKB-Experte ausführte.  

Ähnlich sorgt auch bei Swisscom der Ankeraktionär - in diesem Fall der Bund mit 51 Prozent - für einen geringen Streubesitz, welcher sich negativ auf das Ranking auswirkte. Entsprechend weist der Schweizer Telekomriese einen Free Float von 49 Prozent auf, was eine Halbierung der Gewichtung der Börsenkapitalisierung nach sich zieht. Dies bedeutet: Swisscom steht mit einer angerechneten Börsenkapitalisierung von 15,8 Milliarden Franken auf dem zweitletzten Platz, vor Geberit mit 18 Milliarden Franken und Logitech mit 12 Milliarden Franken. 

Traditioneller Chemiewert fliegt aus dem SMIM 

Die Titel von Kühne+Nagel und Swisscom werden neu in den Mid-Cap-Aktienindex SMI Mid (SMIM) aufgenommen, der die 30 grössten und liquidesten mittelgrossen Unternehmen abbildet, die nicht im Blue-Chip-Index SMI enthalten sind. Ebenfalls neu im SMIM sind die Aktien des Aroma- und Duftstoffspezialisten DSM-Firmenich. Nicht mehr im SMIM enthalten sind neben den in den SMI aufsteigenden Titeln von Galderma und Sandoz auch die Papiere des Chemiekonzerns Clariant

Die letzte Anpassung der Valoren im Börsenbarometer Swiss Market Index (SMI) liegt ein respektive drei Jahre zurück. Am 21. Juni 2023 rutschten für die Aktien der Credit Suisse die Anteile des Transportunternehmens Kühne+Nagel in den hiesigen Leitindex nach. Im Vergleich zu einem normalen Rebalancing, wie dieser Vorgang in der Fachsprache heisst, erfolgte diese Anpassung ausserordentlich, da die Aktien der Credit Suisse am 14. Juni mit der Übernahme durch die UBS dekotiert wurden. 

Im Folgejahr 2024 kam es zu keiner Veränderung, ehe im vergangenen Jahr Amrize nach dem Spin-off von Holcim die Position des Hörgeräteherstellers Sonova übernahm.

Wie die Situation wenige Stunden vor der Kommunikation des Entscheids durch die SIX eingeschätzt wurde, lesen Sie hier

Thomas Daniel Marti
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