09:37
Die Teuerung in der Schweiz ist im September erneut klar gestiegen. Die Jahresinflation erhöhte sich auf 1,0 Prozent von 0,8 Prozent im August, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Donnerstag mitteilte.
Sie lag damit im Mittelfeld der Erwartungen. Die Prognosen der Ökonomen hatten in einer Umfrage der Nachrichtenagentur AWP von 0,7 bis 1,2 Prozent gereicht.
Über 1 Prozent hatte die Inflation letztmals im August 2024 gelegen. Schon im Vormonat war sie deutlich angestiegen, davor hatte sie zwischen 0,3 und 0,6 Prozent geschwankt.
Sie liegt aber auch mit dem höheren September-Wert im Bereich der Preisstabilität. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) sieht diese in einer Bandbreite von 0 bis 2 Prozent als gegeben.
Die Kerninflation – ohne Energie und Treibstoffe sowie frische und saisonale Produkte – stieg im Jahresvergleich gegenüber dem Wert vom August ebenfalls, allerdings nur auf 0,5 von 0,4 Prozent.
Der Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) verharrte derweil zum Vormonat bei 101,5 Punkten. Die Stabilität gegenüber dem Vormonat resultierte laut den Angaben aus entgegengesetzten Entwicklungen, die sich insgesamt aufwogen. Gestiegen seien die Preise für Heizöl, Benzin und Diesel.
Die Preise für Pauschalreisen ins Ausland sowie für Automiete und Carsharing sind gemäss dem BFS hingegen gesunken, ebenso wie die Preise in der Hotellerie und Parahotellerie.
+++
09:32
Eine Rally bei Chipwerten hat die japanische Börse am Donnerstag beflügelt und treibt auch Schweizer Halbleiter-Titel an. Robuste Geschäftszahlen und ein erwartungsvoller Ausblick des US-Halbleiterherstellers Micron schürten Optimismus hinsichtlich KI-bezogener Investitionen. Ein Aktienstratege beim Broker Nomura Securities, warnte allerdings davor, die Rallye bei KI-Aktien überzubewerten. Gewinne von Unternehmen wie Micron stimmten zuversichtlich, aber es bestehe immer auch die Möglichkeit, dass der Trend nicht anhalte, sagte der Experte.
+++
09:18
Im breiteren Markt gibt ebenfalls die Mehrheit der Aktien nach. Nach starken Zahlen von Micron am Vorabend sind indes Tech-Werte wie VAT (+0,9 Prozent), Inficon (+1,7 Prozent), Comet (+1,8 Prozent) oder Huber+Suhner (+1,5 Prozent) gesucht. AMS Osram (-1,6 Prozent) rutscht nach vorbörslichen Gewinnen in die Verluste.
Rieter (+2,0 Prozent) gewinnen auch am Donnerstag weiter dazu, nachdem sie am Vortag den CEO-Wechsel bekanntgegeben haben.
Georg Fischer (-0,6 Prozent) sind nach dem Abschluss des Verkaufs der Precicast-Gruppe unter Druck.
Nach drei Tagen mit sinkenden Kursen zeichnet sich damit noch keine Erholung ab. Der Markt befinde sich weiterhin im Spannungsfeld von Inflations- und Zinssorgen, heisst es dazu in Marktkreisen. Mit einem Minus von gut 3 Prozent fiel entsprechend die Gesamtbilanz im September klar negativ aus und auch das gesamte dritte Quartal blieb unter dem Strich rot.
Die jüngsten Inflations- und Jobdaten aus den USA – beide sind besser ausgefallen als befürchtet – hätten kaum besser sein können, meint die Onlinebank Swissquote in einem Kommentar. Die Erwartungen an eine Zinserhöhung durch die US-Notenbank hätten sich damit abgeschwächt. Dies habe indes lediglich bei den 2-jährigen US-Staatsanleihen zu einer Entspannung geführt, wogegen die Renditen der langfristigen eher gestiegen seien. Ein Händler bezeichnet die Grundstimmung als tendenziell weiterhin positiv, der entscheidende Funke für die Märkte fehle aber.
+++
08:15
+++
08:00
+++
06:20
Bei der IG Bank wird der Swiss Market Index (SMI) vorbörslich 0,6 Prozent tiefer gestellt.
+++
05:30
Die Hoffnung auf eine Zinspause in den USA hat die Stimmung an den asiatischen Börsen am Donnerstag nur leicht aufgehellt. Daten vom Mittwoch hatten gezeigt, dass die US-Inflation im August weniger stark gestiegen war als erwartet. Dies verringerte die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung der US-Notenbank Fed noch im Oktober. Gleichzeitig hielten sich Anleger wegen der auf Mehrjahreshochs notierenden Anleiherenditen und der hohen Ölpreise zurück. In Tokio legte der Nikkei-Index 2,4 Prozent zu, wobei vor allem Chip-Werte nach den starken Zahlen des US-Konzerns Micron gefragt waren. Die Börsen in Südkorea zeigten sich dagegen kaum verändert, während die Märkte in Schanghai feiertagsbedingt geschlossen blieben. «Die schwächeren US-Daten haben den Druck von den Fed-Erwartungen und den kurzfristigen Renditen genommen, aber die Sorge um die Kapitalkosten ist nicht wirklich verschwunden, da die langfristigen Renditen hoch bleiben», sagte Charu Chanana, Anlagestrategin bei Saxo.
+++
05:15
+++
05:05
+++
00:30
Unerwartet niedrige Inflationsdaten haben am Mittwoch die US-Börsen letztlich nur teilweise gestützt. Zum Handelsende überwog wieder die Sorge, dass die im Zuge des Iran-Krieges aktuell steigenden Ölpreise die Teuerung anheizen könnten. Die konjunktursensiblen Technologiewerte retteten noch einen kleinen Teil ihrer Tagesgewinne ins Ziel, während die Standardwerte unter Druck gerieten.
Der Dow Jones Industrial fiel am Ende um 0,86 Prozent auf 50'906,05 Punkte. Damit ergibt sich für den Leitindex auf Monatssicht erstmals nach fünf Anstiegen wieder ein Verlust, und zwar in Höhe von gut 4 Prozent. Zudem verzeichnete der Dow im dritten Quartal ein Minus von fast 3 Prozent - nach einem Plus von fast 13 Prozent im zweiten Jahresviertel.
Der marktbreite S&P 500 gab am Mittwoch um 0,25 Prozent auf 7651,54 Zähler nach. Für den Technologiewerte-Index Nasdaq 100 ging es um 0,23 Prozent auf 30'408,50 Punkte aufwärts.
Der Preisindex PCE, ein von der Notenbank Fed bevorzugter Preisindikator, verharrte im August auf 3,4 Prozent, während Analysten einen Wert von 3,7 Prozent erwartet hatten. Der PCE-Index stellt die Preisentwicklung für private Haushalte dar und wird an den Finanzmärkten stark beachtet. Die Fed strebt eine Inflationsrate von zwei Prozent an. Die Inflationsdaten hatten am Markt kurzzeitig für eine Stimmungsaufhellung gesorgt, da sie den Druck auf die Währungshüter für eine weitere Leitzinsanhebung minderten.
«Der Kampf gegen die Inflation ist noch lange nicht vorbei, aber die heutigen Zahlen sind ein Schritt in die richtige Richtung», sagte Bret Kenwell vom Handelshaus eToro. Ein deutlicher Rückgang der Ölpreise würde dazu beitragen, den Inflationsdruck zu mildern, doch im Moment liege der Fokus auf den steigenden Renditen von US-Staatsanleihen.
Unter den Einzelwerten sorgte HP Enterprise (HPE) für Gesprächsstoff. Der Spezialist für IT-Infrastruktur, Cloud-Lösungen und Technologiedienstleistungen hatte einen 1,2 Milliarden US-Dollar schweren Auftrag vom Chipriesen AMD erhalten. Die Aktien von HPE zogen im S&P 500 um 3,9 Prozent an, während AMD 0,7 Prozent gewannen.
Unter den schwächsten Werten im S&P 500 litten die Moderna-Titel unter Gewinnmitnahmen nach dem höchsten Stand seit Dezember 2022 und knickten um 5,4 Prozent ein. Die US-Bank Citigroup stufte die Aktien ab und rät nun zum Verkauf. Der Optimismus wegen der Erfolge des Impfstoff-Spezialisten im Onkologiebereich sei inzwischen mehr als eingepreist, hiess es zur Begründung.
Die Anteilscheine von Boeing büssten anfängliche Gewinne ein und fielen letztlich um fast ein Prozent. Der kriselnde Flugzeugbauer hatte den milliardenschweren Zuschlag für den Bau des nächsten Kampfjet-Modells für die US-Marine bekommen. Er stach damit seinen Konkurrenten Northrop Grumman aus, dessen Aktien um mehr als vier Prozent sanken. Im vergangenen Jahr hatte Boeing bereits den Hersteller Lockheed Martin bei dem neuen F-47 für die US-Luftwaffe übertrumpft.
Im Halbleitersektor, der zuletzt mit dem Boom-Thema Künstliche Intelligenz (KI) häufig im Fokus gestanden hatte, hielten sich die Bewegungen in Grenzen. Mit der Schlussglocke an den US-Börsen legte das Branchenmitglied Micron seine Zahlen vor und präsentierte eine überraschend positive Umsatzprognose. Die Aktien stiegen im nachbörslichen US-Handel dennoch nur um gut ein Prozent, nachdem sie das reguläre Geschäft prozentual unverändert beendet hatten.
(cash/Bloomberg/AWP/Reuters)
