17:05

Die Wiedereröffnung der Strasse von Hormus lässt die Anleger bei Edelmetallen zugreifen. Die Preise für Gold, Silber, Platin und Palladium weiten ihre Gewinne aus und legen um knapp zwei bis fast sechs Prozent zu. «Die Wiedereröffnung der Meerenge war ein Schlüsselereignis», sagt Peter Grant, Chefstratege beim Edelmetallhändler Zaner ‌Metals. «Da die Ölpreise nun ⁠unter Druck stehen, dürfte dies die Inflationssorgen dämpfen und die Erwartungen auf Zinssenkungen wiederbeleben - allesamt gute Nachrichten für Gold.» Niedrigere Zinssätze wichtiger Notenbanken kurbeln die Nachfrage nach Gold an, da es keine Zinsen abwirft, ⁠und stützen so den Preis.

+++

16:55

Zunehmende Wetten auf US-Zinssenkungen nach der Öffnung der Strasse von Hormus schwächen den US-Dollar. Der Dollar-Index, der den Kurs zu anderen wichtigen Währungen widerspiegelt, fällt um bis 0,6 Prozent auf 97,632 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit ‌dem 27. ⁠Februar. Im Gegenzug legt der Euro um 0,6 Prozent auf 1,1848 Dollar zu. Zum Franken gibt der Greenback um 0,7 Prozent auf 0,7783 Franken nach.

Die Erwartungen, dass die US-Notenbank Federal Reserve bei ihrer Dezember-Sitzung den Zinssatz um mindestens 25 Basispunkte senken wird, ⁠sind laut dem FedWatch Tool der CME auf 44,9 Prozent von zuvor 29,5 Prozent gestiegen.

+++

16:29

Anleger greifen bei Staatsanleihen zu, was die Renditen drückt. Nachdem die vom Iran angekündigte Öffnung der Strasse von Hormus für den Handelsverkehr die Friedenshoffnungen anheizte, gingen die Wetten auf Zinsanhebungen durch die Europäische ‌Zentralbank zurück. ⁠Die Rendite der besonders zinsabhängigen zweijährigen Bundesanleihe fällt um 8,5 Basispunkte auf 2,444 Prozent. Die zehnjährigen Titel rentieren bei 2,962 Prozent nach 3,033 Prozent am Donnerstag.

Die ⁠Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bei der EZB-Sitzung in diesem Monat wurde an den Terminmärkten auf acht Prozent geschätzt, nach zuvor 15 Prozent. «Sollte der Waffenstillstand halten und die Wiedereröffnung als dauerhaft angesehen werden, könnten die ‌Märkte die Zinserhöhungen der EZB auch gänzlich ausblenden», sagte Massimiliano Maxia, Spezialist für festverzinsliche Wertpapiere bei Allianz Global Investors. 

+++

16:09

Die Strasse von Hormus «wird für die verbleibende Dauer des Waffenstillstands für alle Handelsschiffe vollständig geöffnet», teilte der iranische Aussenminister Abbas Araghchi in einem Beitrag auf der Plattform X mit. Dadurch wurden die jüngsten Konjunktur- und Inflationssorgen stark gedämpft. Die Ölpreise und die Renditen sackten ab. Ölaktien wie Chevron, Exxon Mobil und ConocoPhillips verloren teils mehr als 6 Prozent.

Der technologielastige Nasdaq 100 sowie der marktbreite S&P 500 schraubten ihre jüngsten Rekorde gleich zum Auftakt weiter hinauf. Der Nasdaq 100 gewann zuletzt 0,84 Prozent auf 26'555 Punkte, der S&P 500 stieg um 0,85 Prozent auf 7101 Zähler. Unter den Magnificent 7 verbuchten Apple und Tesla Aufschläge von an die 2 Prozent.

Für den Leitindex Dow Jones Industrial ging es um 1,32 Prozent auf 49'222 Punkte hoch. Bis zu seinem Rekord bei über 50.500 Punkten hat er noch etwas Luft. Boeing hatten im Dow am Freitag die Nase mit einem Zuwachs von mehr als 4 Prozent vorn.

Die Netflix-Aktien sackten nach der Veröffentlichung eines enttäuschenden Ausblicks um 10 Prozent ab. Der Streamingkonzern stellte fürs laufende Quartal weniger operativen Gewinn in Aussicht als von Analysten erwartet. Sie waren von höheren Gewinnen nach der Aufgabe von Netflix im Bieterkampf um das Hollywood-Urgestein Warner Brothers ausgegangen. Einige Investoren hätten ausserdem auf grössere Aktienrückkäufe und ein höheres Margenziel im Gesamtjahr gehofft, was nun aber beides ausbleibe, schrieb die Citigroup.

Alcoa konnte mit Quartalszahlen nicht überzeugen. Der Aluminium-Konzern habe die Erwartungen vor allem beim bereinigten operativen Ergebnis (ber. Ebitda) verfehlt, schrieben die Experten von JPMorgan. Der Aluminiumabsatz leide neben der Saisonalität unter anderem auch unter den Folgen des Iran-Kriegs. Die Alcoa-Aktien büssten fast 8 Prozent ein.

Die Papiere von Autoliv schnellten um rund 9 Prozent nach oben. Der schwedisch-amerikanische Hersteller von Auto-Sicherheitssystemen übertraf im ersten Quartal die Markterwartungen.

+++

15:41

Der Ölpreisrutsch nach der Ankündigung des Iran, die Strasse von Hormus für die kommerzielle Schifffahrt wieder freizugeben, setzt Öl- und Gasaktien zu. ‌Der europäische Sektorindex ⁠fällt um vier Prozent auf den niedrigsten Stand seit März 2023. Die Aktien von Eni, OMV, Galp Energia, Repsol, Shell, Aker BP, Vaar ⁠Energi und BP geben zwischen 3,5 und 6,2 Prozent nach. Auch in den USA gerät der Sektor unter Druck. Die Strasse von Hormus ist eine ‌der wichtigsten Routen für den weltweiten Öltransport. Die Ankündigung mindert die Sorge vor Lieferengpässen und drückt ‌damit den Ölpreis, der um zeitweise rund zwölf Prozent nachgibt.

+++

15:32

Die US-Börsen eröffnen am Freitag im Plus. Der S&P 500 legte 0,7 Prozent zu, der Dow Jones gewann 1,2 Prozent und der Nasdaq Composite kletterte um 1,1 Prozent in die Höhe. Die Titel von Netflix verlieren 10 Prozent. 

+++

15:29

Aktien aus dem Reise- und Touristiksektor geben angesichts der Öffnung der Strasse von Hormus ‌und sinkender Energiepreise ⁠Gas: Bei den europäischen Fluggesellschaften steigen die Papiere der Deutschen Lufthansa, Easyjet, der British-Airways-Mutter IAG, Wizz Air und ⁠Air France-KLM zwischen 3,4 und 6,2 Prozent. 

+++

15:15

Kurz vor Handelsbeginn erreicht der S&P 500 Index ein neues Allzeithoch. 

+++

14:45

Der Broker IG taxiert den Dow Jones Industrial 0,8 Prozent höher bei 48'961 Punkten. Der Nasdaq 100 wird trotz deutlicher Kursverluste von Netflix 0,6 Prozent im Plus bei 26'488 Zählern erwartet. Damit würde der technologielastige Index das nächste Allzeithoch erreichen, er steuert auf ein Wochenplus von mehr als fünf Prozent zu. Auch für den marktbreiten S&P 500 dürfte die Rekordjagd weitergehen.

«Die Hoffnung auf Frieden ist weiterhin da», stellte Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners mit Blick auf den Iran-Krieg fest. Möglicherweise sehr langwierige Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran führten aber dazu, dass Energiepreise und Inflationssorgen wieder steigen. Dies mache sich unter anderem in erneut anziehenden Zinsen bemerkbar, welche auch eine grosse Belastung für die Unternehmen seien. Vor diesem Zinshintergrund müssten die Anleger kritisch hinterfragen, ob sie den Iran-Krieg mit neuen Rekorden an den US-Börsen zu früh abgehakt haben, so Altmann.

Zuletzt wurden vor allem die konjunktursensiblen Tech-Aktien von den zunehmenden Anzeichen einer Deeskalation im Iran-Krieg angetrieben. US-Präsident Donald Trump hatte jüngst ein baldiges Friedensabkommen in Aussicht gestellt. Hinzu kommen solide Unternehmensgewinne in der langsam anrollenden Berichtssaison und die Hoffnung, dass Künstliche Intelligenz die etablierten Geschäftsmodelle der Unternehmen nicht so stark gefährdet wie zuvor befürchtet.

Infolge eines enttäuschenden Ausblicks sackten die Netflix-Aktien vorbörslich um 9,5 Prozent ab. Der Streaming-Riese stellte fürs laufende Quartal weniger operativen Gewinn in Aussicht als von Analysten erwartet. Sie waren von höheren Gewinnen nach der Aufgabe von Netflix im Bieterkampf um das Hollywood-Urgestein Warner Brothers ausgegangen. Einige Investoren hätten ausserdem auf grössere Aktienrückkäufe und ein höheres Margenziel im Gesamtjahr gehofft, was nun aber beides ausblieb, schrieb Citigroup-Analyst Jason Bazinet.

Auch Alcoa konnte mit Quartalszahlen nicht überzeugen. Der Aluminium-Konzern habe die Erwartungen vor allem beim bereinigten operativen Ergebnis (ber. Ebitda) verfehlt, schrieb JPMorgan-Experte Bill Peterson. Der Aluminiumabsatz leide neben der Saisonalität unter anderem auch unter den Folgen des Iran-Kriegs. Die Prognose bezeichnete Peterson zwar als solide, die Alcoa-Aktien büssten vorbörslich dennoch 1,6 Prozent ein.

Die Papiere von Autoliv schnellten dagegen um 10,8 Prozent nach oben. Der schwedisch-amerikanische Hersteller von Auto-Sicherheitssystemen übertraf im ersten Quartal die Markterwartungen, vor allem im März seien die Geschäfte stark gewesen. Autoliv verwies auf mögliche Vorzieheffekte bei Bestellungen, da Autobauer angesichts des unsicheren Marktumfelds frühzeitig ihre Lagerbestände aufstocken würden.

Eine Kaufempfehlung der Investmentbank Stifel für Onto Innovation trieb derweil die Aktien des Halbleiterunternehmens vorbörslich um 5,9 Prozent an.

+++

14:30

Die älteste und bekannteste Kryptowährung, der Bitcoin, kostete auf der Handelsplattform Bitstamp zeitweise 76'372 US-Dollar und damit so viel wie seit Anfang Februar nicht mehr. Am frühen Nachmittag wurde der Bitcoin wieder etwas tiefer bei 75'700 Dollar gehandelt.

Zuletzt hat die Hoffnung auf ein Ende des Iran-Kriegs die Risikofreude der Anleger verstärkt, von der auch Kryptowährungen profitieren konnten. Im Verlauf des Aprils hat der Bitcoin etwa zehn Prozent an Wert gewonnen. «Die Hoffnung auf ein mögliches finales Friedensabkommen zwischen Washington und Teheran nährt den Risikoappetit», beschrieb Analyst Timo Emden von Emden Research die Marktstimmung kurz vor dem Wochenende.

+++

13:30

Die Futures auf dem Dow Jones steigen 0,44 Prozent, diejenigen auf dem Nasdaq 0,24 Prozent.

Die Anleger richten den Fokus auf die Aktie von Netflix. Der Mitgründer und Verwaltungsratsvorsitzende Reed Hastings werde sich bei der Hauptversammlung im Juni nicht zur Wiederwahl stellen, teilte der weltgrösste Streaming-Anbieter am Donnerstag mit. Er ‌wolle sich ⁠nach 29 Jahren auf wohltätige Zwecke und andere Projekte konzentrieren.

Netflix-Aktien brachen daraufhin im nachbörslichen Handel an der Wall ⁠Street um acht Prozent ein. Die Spitzenpersonalie verunsichere Anleger, sagte Analyst Richard Greenfield vom Research-Haus LightShed.

+++

12:30

Der Goldpreis hat sich am Freitag weiter stabilisiert und die Kursgewinne der vergangenen Wochen gehalten. Kurz vor dem Wochenende wurde für eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) an der Metallbörse in London 4.788 US-Dollar gezahlt und damit etwa genau so viel wie am Vortag. Seit Ende März geht es mit dem Goldpreis tendenziell nach oben. In dieser Zeit hat sich die Notierung für das Edelmetall vom kräftigen Einbruch in den ersten Wochen des Iran-Kriegs erholt und etwa zehn Prozent an Wert gewonnen, was einem Kursanstieg um etwa 400 Dollar entspricht.

11:40

Der SMI notiert 0,48 Prozent höher bei 13'236,73 Punkten. Das Börsenbarometer hat damit seinen Rückstand auf die Vorwoche in ein kleines Plus verwandelt.

«Der Markt will halt nach oben», sagte ein Börsianer. Daher bleibe das Handelsgeschehen von den Hoffnungen auf ein Ende der Kampfhandlungen geprägt. Für vorsichtigen Optimismus hatte zuletzt die Vereinbarung auf eine Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon gesorgt. Dies könnte einen Stolperstein für ein Friedensabkommen im Nahen Osten beseitigen.

Die Verhandlungen zur Beendigung des Krieges zwischen den USA und Israel könnten derweil am Wochenende weitergehen - nach den Worten des US-Präsidenten Donald Trump zumindest. Experten weisen allerdings darauf hin, dass der Krieg noch nicht beendet sei - eine grosse Portion Hoffnung sei aber schon eingepreist.

Die Erwartung, dass die Energiepreise nachhaltig von den erhöhten Niveaus der letzten Wochen sinken, hat sich ebenfalls (noch) nicht erfüllt. Die Nordseesorte Brent mit Lieferung im Juni bleibt mit 98,50 Dollar je Fass nahe der psychologisch wichtigen Marke von 100 Dollar.

An der Spitze kletterten die Aktien der Partners Group um 2,1 Prozent. Der Privatmarktspezialist hat sein achtes Private-Equity-Secondaries-Programm mit Zusagen von über 9,0 Milliarden US-Dollar abgeschlossen.

Die etwas höhere Risikobereitschaft der Anleger lässt sich an den Kursgewinnen von Papieren wie Richemont (+1,7 Prozent) oder Sika (+1,8 Prozent) ablesen. Die Gewinne ziehen sich aber quer durch die Branchen: Logitech (+1,4 Prozent), Lonza (+1,0 Prozent), Givaudan (+0,9 Prozent) sowie Kühne+Nagel (+1,0 Prozent) sind ebenfalls weiter vorne in der Gewinnerliste zu finden.

UBS (+0,5 Prozent) werden von der wichtigen «Regulierungswoche» mit etwas mehr Vorsicht gehandelt. Ganz am Ende der SMI-Ranglisten finden sich mit Alcon (-0,1 Prozent) und Amrize (-0,8 Prozent) zwei Papiere mit starken US-Bezug.

Geberit notieren mit einem Abschlag um 0,9 Prozent oder um 4,80 Franken. Die Papiere werden allerdings mit einem Dividendenabschlag von 12,90 Franken gehandelt.

Die defensiven Schwergewichte hinken naturgemäss etwas hinterher. Roche (+0,1 Prozent), Novartis (+0,1 Prozent) und Nestlé (+0,4 Prozent) schneiden unterdurchschnittlich ab. Roche und Nestlé werden kommende Woche ihre Erstquartalszahlen zeigen.

Unternehmensnachrichten sind am Berichtstag generell Mangelware. Dafür sorgen Analystenvoten für Bewegung. Bossard etwa (+3,5 Prozent) wurde mit einem neuen Rating «neutral» von der Verkaufsempfehlung der UBS befreit.

Barry Callebaut steigen nach einem schwachen Start um 1,7 Prozent. Die Aktien des Schokoladenherstellers Barry Callebaut müssen zwar einen Hagel an Rating- und Kurszielsenkungen über sich ergehen lassen, ausgelöst von einer am Vortag ausgesprochenen Prognosesenkung. Nach dem Minus von mehr als 15 Prozent am Vortag hätten sich aber trotzdem die ersten Schnäppchenjäger vorgewagt, sagten Marktbeobachter.

Centiel springen um 25 Prozent nach oben. Nach dem «Reverse-Merger» mit der konkursiten HT5 werden die Valoren nun erstmals als Anbieter von unterbrechungsfreier Stromversorgung gehandelt. «Zuletzt hat die Firma viel Publizität erhalten - das löst spekulative Käufe aus», sagte ein Händler.

+++

11:00

Eine gestrichene Prognose hat die Aktien des französischen Zugherstellers Alstom um ein Drittel einbrechen lassen. Die Papiere ‌des Siemens-Konkurrenten ⁠verloren am Freitag rund 30 Prozent und steuerten damit auf ⁠ihren grössten Tagesverlust seit zweieinhalb Jahren zu.

Alstom hatte am Donnerstagabend sein Ziel für ‌den kumulierten freien Barmittelzufluss (Free Cash Flow) von ‌1,5 Milliarden Euro bis Ende des ​Geschäftsjahres 2026/27 kassiert. Für die erste Hälfte des am 1. April begonnenen Geschäftsjahres rechnet der Konzern nun mit einem Mittelabfluss von rund 1,5 Milliarden Euro. Zudem senkte Alstom nach überraschend schwachen Zahlen ‌für das abgelaufene Geschäftsjahr das Ziel für die bereinigte operative Rendite (Ebit) bis Ende 2026/27 auf 6,5 Prozent von zuvor acht bis zehn ​Prozent.

+++

10:30

Die Aktien von Barry Callebaut drehen mit 0,3 Prozent ins Plus. Die Titel vollziehenun eine leichte Gegenbewegung nach den Verlusten von mehr als 15 Prozent am Vortag.

+++

10:15

Der SMI baut die Gewinne aus und steht nun 0,4 Prozent höher. Partners Group, Sika und Richemont (alle zwischen 1,5 und 2 Prozent) sind an der Spitze.

+++

10:00

Centiel haben am Freitag an der Schweizer Börse SIX den Handel offiziell aufgenommen und gleich einen Kurssprung hingelegt. In den ersten Handelsminuten zog der Wert der Papiere bis 24 Prozent an. Der Anbieter von unterbrechungsfreier Stromversorgung nutze die Firmenhülle HT5 (ehemals Hochdorf).

+++

09:15

Der SMI eröffnet den Handel 0,22 Prozent höher. Die drei Indexschwergewichte Roche, Nestlé und Novartis befinden sich leicht im Plus, wobei Roche die stärksten Avancen (0,6 Prozent) verzeichnet. Richemont und Sika legen 1 Prozent zu.

Das Handelsgeschehen bleibe aber weiterhin von den Hoffnungen auf ein Ende der Kampfhandlungen im Nahen Osten geprägt, sagen Händler. Dies schürt auch die Erwartung, dass die Energiepreise nachhaltig von den erhöhten Niveaus der letzten Wochen sinken. Der Preis für ein Fass Brent liegt weiterhin knapp unter der psychologisch wichtigen Marke von 100 US-Dollar das Fass.

Für vorsichtigen Optimismus sorge die Vereinbarung auf eine Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon. Nach Angaben von US-Präsident Donald Trump haben die beiden Länder einer zehntägigen Waffenruhe zugestimmt. Dies könnte einen Stolperstein für ein Friedensabkommen im Nahen Osten beseitigen.

Die Verhandlungen zur Beendigung des Krieges könnten am Wochenende weitergehen - nach den Worten von Trump zumindest. «Der Iran will ein Abkommen schliessen, und wir kommen sehr gut mit ihnen aus», sagte dieser am Donnerstag vor Journalisten im Weissen Haus.

Geberit fallen 1,4 Prozent - die Papiere werden allerdings mit einem Dividendenabschlag von 12,90 Franken gehandelt. Gleiches gilt in der zweiten Reihe für die Aktien von Georg Fischer (-2,6 Prozent), Sulzer (-2,6 Prozent) und Tecan (-1,3 Prozent).

Unternehmensnachrichten sind am Berichtstag generell Mangelware. Dafür sorgen Analystenvoten für Bewegung. Bossard etwa (+3,7 Prozent) wurde mit einem neuen Rating «neutral» von der Verkaufsempfehlung der UBS befreit.

Dafür mussten die Aktien des Schokoladenherstellers Barry Callebaut bis dato drei Kurszielsenkungen über sich ergehen lassen - ausgelöst von einer am Vortag ausgesprochenen Prognosesenkung. Die Aktien fallen 2 Prozent und reagieren damit nicht mit einer Gegenbewegung auf die Verluste von mehr als 15 Prozent am Vortag.

+++

08:10

Der SMI wid bei Julius Bär vorbörslich 0,05 Prozent höher geschätzt. Alle Aktien des Leitindex stehen leicht höher, ausser Alcon und Amrize (je 0,4 Prozent minus) und Geberit (minus 2,3 Prozent). Die Aktie wird am Freitag ex-Dividende gehandelt.

Am breiten Markt fallen Bossard mit einem Zuwachs von 2,7 Prozent auf.

+++

06:15

Der SMI wird bei der IG Bank 0,26 Prozent schwächer indiziert. Am Donnerstag hatte der Leitindex 0,35 Prozent nachgegeben.

Die Anleger ‌hoffen auf eine Entspannung im Nahen Osten. Eine zehntägige Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon ‌sowie ein mögliches Treffen zwischen den USA und dem Iran ​am Wochenende liessen sie aufatmen. «Die Aktienmärkte bleiben positiv, aber wir brauchen konkrete Beweise dafür, dass der Frieden von Dauer ist», sagte Analyst Nick Twidale von ATFX Global. Dazu gehöre eine vollständige Wiedereröffnung der Strasse von Hormus. In Japan nahmen Investoren derweil nach den jüngsten Rekordhochs bei Technologieaktien Gewinne mit. Zu den Verlierern zählten der Chipanlagenbauer Tokyo Electron mit einem Minus von drei ‌Prozent sowie der KI-Investor SoftBank, der 3,19 Prozent einbüsste.

+++

06:00

Die asiatischen Aktienmärkte haben am Freitag nach einer rasanten Erholungsjagd eine Verschnaufpause eingelegt. Die japanische Börse in Tokio tendierte schwächer, wobei der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 1,0 Prozent auf 58'930,87 Punkte nachgab. Der breiter gefasste Topix ‌notierte ⁠1,1 Prozent niedriger bei 3.771,43 Zählern. Auch in China hielten sich die Anleger vor dem Wochenende zurück. Die Börse Shanghai verlor ⁠0,2 Prozent auf 4.048,35 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen fiel um 0,1 Prozent auf 4.730,81 Punkte.

Auch der Speicherchiphersteller Kioxia und der Klimaanlagenbauer Daikin gaben um 4,22 beziehungsweise 2,58 Prozent nach. Auf der Gewinnerseite standen dagegen TDK mit einem Plus von 2,26 Prozent und der Chip-Tester Advantest, der 1,28 Prozent gewann.

​In Südkorea droht derweil Ungemach: Die Gewerkschaft von Samsung Electronics erwartet für kommende Woche bis zu ​40'000 Teilnehmer bei einer Kundgebung für höhere Löhne. In China kündigte die ​Regierung an, ihre Energieimporte weiter zu diversifizieren. Damit wolle sich das Land besser gegen globale Preisschocks wappnen, erklärte der Vize-Chef der staatlichen Wirtschaftsplanung, Wang Changlin.

+++

05:30

Am Devisenmarkt ‌profitierte der Dollar nicht mehr von seinem Status als sicherer Hafen, den er zu Beginn des Nahost-Krieges innehatte. Im asiatischen Handel gewann die US-Währung dennoch 0,1 Prozent auf 159,37 Yen und legte leicht auf 6,8251 Yuan zu. Parallel dazu blieb der ​Euro fast unverändert ​bei 1,1775 Dollar und zog leicht auf 0,9225 Franken an.

+++

05:00

Die ⁠Aussicht auf ein baldiges Ende des Konflikts im Nahen Osten drückte die ​Ölpreise weiter unter die Marke ⁠von 100 Dollar. Am Rohstoffmarkt verbilligte sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 1,2 Prozent auf 98,23 Dollar je ‌Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notierte 1,4 Prozent schwächer bei 93,38 Dollar. Die Sperrung der Strasse von Hormus hatte zuvor den schwersten Ölpreisschock der Geschichte ausgelöst.

+++

01:30

Netflix-Mitgründer und Verwaltungsratsvorsitzender Reed Hastings wird sich bei der Hauptversammlung im Juni nicht zur Wiederwahl stellen, teilte der weltgrösste Streaming-Anbieter am Donnerstag mit. Er ‌wolle sich ⁠nach 29 Jahren auf wohltätige Zwecke und andere Projekte konzentrieren.

Netflix-Aktien brachen daraufhin im nachbörslichen Handel an der Wall ⁠Street um acht Prozent ein. Die Spitzenpersonalie verunsichere Anleger, sagte Analyst Richard Greenfield vom Research-Haus LightShed.

+++

01:00

Nach ihrem starken Vortag haben die US-Börsen am Donnerstag erneut zugelegt. Wieder höhere Ölpreise waren letztlich keine grosse Belastung. Zum Iran äusserte sich US-Präsident Donald Trump zuversichtlich.

Zum Börsenende gewann der technologielastige Nasdaq 100 0,49 Prozent auf 26'333,00 Zähler und der marktbreite S&P 500 stieg um 0,26 Prozent auf 7.041,28 Punkte. Beide Indizes hatten zuvor bereits ihre Rekorde vom Mittwoch noch etwas weiter hinauf geschraubt. Der Leitindex Dow Jones Industrial schloss am Donnerstag mit einem Plus von 0,24 Prozent auf 48.578,72 Punkte.

Im Iran-Konflikt rechnet US-Präsident Trump mit einer baldigen Einigung. «Wir sind sehr nahe dran an einem Abkommen», sagte er vor seinem Abflug nach Las Vegas zu Reportern vor dem Weissen Haus. Sollte es nötig sein, werde er auch die noch bis kommenden Mittwoch dauernde Waffenruhe verlängern.

In der Berichtssaison enttäuschte der Pharmakonzern Abbott Laboratories mit einer reduzierten Gewinnprognose für das Gesamtjahr. Die Papiere rutschten um 6 Prozent ab. Der Getränkehersteller Pepsico verzeichnete im ersten Quartal mehr Gewinn als erwartet. Das verhalf den Aktien zu einem Plus von 2,3 Prozent.

Der Versicherer Travelers verbuchte zum Jahresauftakt weniger Versicherungsbeiträge als am Markt erwartet. Die im Leitindex Dow enthaltenen Aktien gaben leicht nach. Der Broker Charles Schwab verfehlte mit seinem Umsatz im ersten Quartal die Prognosen am Markt. Die Anteile fielen um 7,6 Prozent.

Unter den Magnificent 7 setzten Microsoft als bester Wert ihren jüngst starken Lauf mit einem Plus von 2,2 Prozent fort.

(cash/AWP/Reuters)

Daniel Hügli
Daniel HügliMehr erfahren