15:00

Der Broker IG taxiert den Auswahlindex Nasdaq 100 vor dem Start 1,3 Prozent höher auf 27'137 Punkte. Tags zuvor war er erstmals in seiner Geschichte über 27'000 Punkte gestiegen, bevor Gewinnmitnahmen für einen etwas schwächeren Schlussstand sorgten.

Der bekannteste Wall-Street-Index Dow Jones Industrial dürfte indes 0,3 Prozent tiefer auf 49'320 Punkte starten. Er besteht überwiegend aus Standardwerten, also Aktien traditioneller Industriebranchen. Durch KI getriebene starke Quartalszahlen und Ausblicke aus der Branche drängten Sorgen über die Hängepartie im Iran-Krieg zurück. Zudem bleibt die Hoffnung auf weitere Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran.

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg sagte ein mit der Angelegenheit vertrauter Beamter, dass der iranische Aussenminister in Islamabad erwartet werde, wo es eine zweite Gesprächsrunde zwischen Teheran und Washington geben könnte. Daraufhin gaben die Ölpreise zuletzt wieder etwas nach.

All jene, die geglaubt hätten, der KI-Boom sei beendet, seien angesichts der starken Berichte aus der Chipbranche nun wohl eines Besseren belehrt worden, sagte ein Marktkenner. Die Gewinnentwicklung in der Branche sei atemberaubend und das Angebot hinke der exorbitanten Nachfrage nach Halbleitern deutlich hinterher.

So dürfte die Intel-Aktie erstmals seit rund 26 Jahren wieder ein Rekordhoch erreichen. Das Papier des Chipkonzerns wird mit einem Kurssprung um 26,5 Prozent auf 84,45 US-Dollar erwartet. Ihre letzte Bestmarke datiert aus dem Jahr 2000 und lag etwas unter 76 Dollar. Wegen der boomenden Halbleiter-Nachfrage im Zuge des KI-Ausbaus übertraf Intel die Wall-Street-Erwartungen deutlich. Im vergangenen Quartal seien sogar zuvor abgeschriebene Lagerbestände noch verkauft worden, sagte Finanzchef David Zinsner dem US-Sender CNBC. Auch Preissteigerungen hätten durchgesetzt werden können. Die Umsatzprognose für das laufende Jahr wurde deutlich angehoben.

MaxLinear sprangen zugleich um knapp 53 Prozent nach oben, denn auch das Unternehmen für elektronische Hardware begeisterte mit einem starken Quartal und höher gestecktem Umsatzziel für das zweite Quartal.

Procter & Gamble überzeugte mit besser als erwarteten Zahlen zum dritten Geschäftsquartal, wobei die Beauty-Sparte des Konsumgüterkonzerns der Treiber war. Die im Dow zu findende Aktie legte vor dem Börsenstart um 4,0 Prozent zu.

Comfort Systems USA gewannen vorbörslich 6,0 Prozent. Auch das Unternehmen für Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik übertraf mit seinem Umsatz im ersten Quartal die Erwartungen der Wall Street.

Eine Aufnahme der Bewertung von Hims & Hers Health durch die US-Bank JPMorgan mit «Overweight trieb die Aktie des Telemedizin-Unternehmens ausserdem vorbörslich um 3,8 Prozent hoch. Analyst Cory Carpenter schrieb, dass das Unternehmen eine »führende Direktvertriebsplattform im Gesundheitswesen mit 2,5 Millionen Abonnenten in verschiedenen Fachbereichen (...) und einer wachsenden Zahl internationaler Märkte" sei. Dazu zähle auch der Bereich Gewichtsabnahme, dessen Ausblick seit dem Ende von Lieferengpässen unsicher geworden sei. Die kürzlich geschlossene Partnerschaft mit Novo Nordisk könnte aber einen Wendepunkt markieren

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13:45

Die Futures auf dem Dow Jones steigen 0,1 Prozent, diejenigen auf dem Nasdaq 1,4 Prozent. Die Aktie von Intel steht am Freitag im Fokus. Nach Quartalszahlen der Firma hat die Aktie am Donnerstag nachbörslich bis 19 Prozent zugelegt.

Der SMI grenzt seine Verluste ein und handelt noch 0,44 Prozent tiefer. Nestlé steigt 1,3 Prozent auf 81,05 Franken. Das ist der höchste Stand seit Anfang März.

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13:00

Trotz deutlicher Kursgewinne von Dax-Schwergewicht SAP hat der deutsche Leitindex am Freitag Federn lassen müssen. Er fiel um 0,6 Prozent auf 24'000 Punkte, der EuroStoxx50 verlor 0,9 Prozent. Die SAP-Aktien legten ‌nach starken ⁠Quartalszahlen mehr als fünf Prozent zu.

Getrübt wurde die Stimmung im Dax durch die fragile Waffenruhe im Iran-Krieg und Konjunktursorgen nach einem überraschend starken Rückgang des Ifo-Index. «Kaum ⁠gab es zarte Knospen einer wirtschaftlichen Trendwende, macht der Iran-Krieg einem Aufschwung einen Strich durch die Rechnung», resümierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt bei der VP Bank.

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12:00

Der Leitindex SMI verliert 1,02 Prozent auf 13'112,63 Punkte. Auf die Gesamtwoche zeichnet sich ein deutliches Minus ab: beim aktuellen Niveau sind es deutlich mehr als 2 Prozent. In den vier Wochen davor hatte der SMI allerdings rund 1100 Punkte bzw. fast 9 Prozent zugelegt.

Vor allem der Irankrieg und die entsprechend weiterhin hohen Ölpreise belasten laut Händlern die Stimmung. Entsprechend bauen Investoren vor dem Wochenende Positionen ab oder kaufen zumindest nicht zu. «Die geopolitischen Spannungen zwischen den USA und dem Iran bleiben ungelöst und sorgen damit für eine anhaltende Phase der Unsicherheit», sagte ein Händler.

Ein festgefahrenes Tauziehen zwischen beiden Seiten halte die Anleger zurück und die Märkte in der Schwebe. «Investoren bewegen sich derzeit im Spannungsfeld zwischen diplomatischen Signalen und erneuten Eskalationsrisiken», so der Händler weiter. Solange kein klarer politischer Fahrplan erkennbar sei, bleibe das Umfeld fragil. «Auf dem Börsenparkett dominiert keine klassische Pattsituation, sondern ein von politischem Vakuum geprägtes Umfeld, in dem Nachrichten impulsartig verarbeitet werden.» 

Entsprechend der eingetrübten Stimmung sind hierzulande nur ein paar defensive Werte gesucht. Klarer Spitzenreiter im SMI sind dabei Swisscom (+1,5 Prozent). Die Auswirkungen von Krieg und Inflation sollten sich auf die Telekom-Firmen nicht gross auswirken, heisst es denn auch. Entsprechend notieren auch die SMIM-Titel Sunrise (+0,6 Prozent) höher.

Einigermassen stabil sind auch Nestlé (+0,4 Prozent). Die Papiere des Nahrungsmittel-Konzerns sind allerdings weniger wegen der defensiven Ausrichtung gesucht, sondern vielmehr wegen der am Vortag publizierten Quartalszahlen. Im Nachgang dazu haben diverse Analysten ihre Kursziele etwas nach oben angepasst. «Es gibt klare Anzeichen für einen beginnenden Turnaround», heisst es in einem der Kommentare.

Abgesehen von der Politik ist hierzulande weiterhin die Berichtssaison im Gange. Am Freitag haben mit Holcim (-0,3 Prozent) und Kühne+Nagel (-1,8 Prozent) gleich zwei SMI-Firmen Zahlen präsentiert und beide haben dabei positiv überrascht. Von soliden Zahlen und starker Profitabilität war die Rede. Allerdings fielen die Kurse beider Aktien nach einem starken Start im Verlauf ins Minus.

Zu den grössten Verlierern gehören derweil neben dem Gesundheitswert Lonza (-2,7 Prozent) vor allem konjunktursensitive Titel wie Sika (-2,2 Prozent), Richemont (-2,2 Prozent) oder ABB (-1,9 Prozent). Auch Finanzwerte wie Partners Group (-1,7 Prozent) oder UBS (-1,1 Prozent) büssen deutlicher an Terrain ein. Bei den 30 SMIM-Werten stehen Avolta, Straumann, Adecco oder VAT mit Verlusten von bis zu fast 4 Prozent am Schluss.

Im breiten Markt ist der Halbleiter-Wert Inficon (+3,7 Prozent) nach Zahlen stark gesucht. Insbesondere der angehobene Ausblick gibt den Titeln Rückenwind. Bucher (-2,4 Prozent) leiden dagegen unter einer Abstufung durch Kepler. Der Titel ist dabei - zumindest phasenweise - unter das bisherige Jahrestief (328 Fr.) gesunken.

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10:15

Trotz einer Anhebung ⁠der Umsatz- und Gewinnprognose für 2025/26 gehen die Aktien ‌von Siemens Energy auf Berg- und ‌Talfahrt. Die Aktien ​schwanken zwischen einem Plus von zeitweise 4,8 Prozent und einem Abschlag von bis zu 0,8 Prozent. Eine Stunde nach Handelsbeginn notieren sie zwei ‌Prozent fester. Alles in allem seien die Zahlen zwar stark, aber es gebe auch ​Schwachstellen in der Bilanz, sagt ​ein Händler. Umsatz, das operative ​Ergebnis vor Sondereffekten und der Nettogewinn im zweiten Quartal ‌blieben hinter den Prognosen zurück. Dem Börsianer zufolge nutzen einige Anleger die starke Kursentwicklung der ​Aktie, ​um Kasse zu ⁠machen. Die Papiere von Siemens ​Energy, dem nach ⁠Siemens und SAP drittwertvollsten Unternehmen im Dax, ‌haben seit Jahresbeginn über 50 Prozent zugelegt. 

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09:15

Der SMI fällt zu Handelsbeginn 0,4 Prozent. Am Vortag hatte der Leitindex 1,4 Prozent zugelegt. Am Vortag war das Geschehen von den Ergebnissen von Nestlé (am Freitag: 0,2 Prozent) und Roche (PS am Freitag 0,2 Prozent) geprägt gewesen. Die Papiere des Nahrungsmittelkonzerns hatten dabei nach gut aufgenommenen Wachstumszahlen fast 6 Prozent zugelegt, auch die PS des Pharmakonzerns hatten nach flachem Start zum Schluss gegen 4 Prozent gewonnen. Die beiden Titel hatten damit fast im Alleingang auch für ein starkes Plus im SMI gesorgt.

Im Minus sind am Freitag die Aktien von Novartis (1,2 Prozent).

Der Irankrieg und die entsprechend weiterhin hohen Ölpreise belasten die Stimmung. Entsprechend würden die Anleger vor dem Wochenende wohl vorsichtig bleiben, heisst es im Handel. Verwiesen wird etwa auch auf die Vorgaben aus den USA, welche hierzulande keine Dynamik auslösen dürften.

Der Blick ist weiter auf den Nahen und Mittleren Osten gerichtet. Der Ölpreis der Sorte Brent bleibt mit über 105 US-Dollar je Fass auf dem zuletzt wieder erhöhten Niveau. Während die USA weiter auf einen geeinten Vorschlag des Irans zur Beilegung des Krieges warten, stocken sie ihre Militärpräsenz in der Region weiter auf. Inzwischen befindet sich ein dritter Flugzeugträger im Nahen Osten. Für Unsicherheit gesorgt hatten am Vortag auch weitere Angriffe und Drohungen gegen Schiffe in der Strasse von Hormus.

Im Fokus hierzulande steht weiterhin die Berichtssaison der Unternehmen zum ersten Quartal. So haben heute der Baustoffhersteller Holcim (+0,5 Prozent) sowie der Logistikkonzern Kühne+Nagel (+2 Prozent) ihre Ergebnisse präsentiert. Beide Firmen haben zum Teil deutlich über den Erwartungen abgeschnitten, was - zumindest vorbörslich - honoriert wird.

Gesucht sind im breiten Markt Inficon (+1,7 Prozent) und Siegfried (+1,3 Prozent) nach Unternehmensnachrichten.

Erneut werden heute auch diverse Titel ex-Dividende gehandelt: es sind dies Amrize (0,44 USD), Galderma (0,35 Fr.), Ascom (0,20 Fr.), Bell (7,00 Fr.), Cosmo (2,10 EUR), Inficon (2,00 Fr.) und Vetropack (0,50 Fr.).

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08:00

Der SMI wird bei Julius Bär vorbörslich 0,06 Prozent tiefer indiziert. 17 von 20-SMI-Titeln sind im Minus. Höher sind einzig Holcim (3,8 Prozent) und Kühne+Nagel (2,8 Prozent) nach Quartalszahlen sowie Zurich Insurance (0,3 Prozent). Amrize (minus 1,2 Prozent) werden am Freitag ohne Dividende gehandelt.

Am breiten Markt steigen Inficon nach Zahlen 3,8 Prozent.

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06:15

Der SMI wird bei der IG Bank 0,8 Prozent tiefer indiziert. Am Vortag hatte der Leitindex 1,4 Prozent zugelegt.

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06:00

Die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten und schwindende Hoffnungen auf einen baldigen Frieden haben die Anleger an den asiatischen Aktienmärkten am Freitag verunsichert. In Tokio legte der 225 Werte umfassende Nikkei-Index dennoch um 0,3 Prozent auf 59.343,40 ‌Punkte ⁠zu, während der breiter gefasste Topix 0,1 Prozent niedriger bei 3.711,51 Zählern notierte. Die Börse Shanghai verlor 0,4 Prozent auf 4.074,72 ⁠Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen fiel um 0,5 Prozent auf 4.763,40 Punkte.

In Japan rückten die wirtschaftlichen Folgen der Seeblockade in ‌der Strasse von Hormus durch den Iran in den Fokus. Die dadurch gestiegenen Energiekosten ‌heizen die Inflationssorgen an, auch wenn die Teuerungsrate im März ​dank staatlicher Subventionen auf 1,8 Prozent gesunken ist. Zu den Verlierern dieser Entwicklung zählten japanische Staatsanleihen, deren Renditen aus Furcht vor Zinsschritten der Bank of Japan (BOJ) stiegen. «Der kostentreibende Druck durch den Nahost-Konflikt dürfte die Preise nicht nur für Energie, sondern für eine breite Palette von Gütern in die Höhe treiben», sagte Masato Koike, Ökonom beim Sompo Institute Plus.

Auch in China dämpfte die geopolitische ‌Lage die Kauflaune, während die Regierung in Peking am Freitag mit dem Verkauf ultralanger Sonderstaatsanleihen im Volumen von 1,3 Billionen Yuan begann, um die heimische Wirtschaft zu stützen. Investoren schwankten weltweit zwischen der Hoffnung auf eine Waffenruhe und der Furcht vor einer weiteren Eskalation, ​nachdem die USA ein hartes militärisches Vorgehen gegen iranische Boote angekündigt hatten. «Die Anleger haben nur nach ​Ausreden gesucht, um bei passender Gelegenheit auf steigende Kurse zu setzen», sagte Vishnu ​Varathan, Chefstratege bei Mizuho, und fügte hinzu: «Ich glaube nicht, dass irgendjemand am Markt wirklich glaubt, dass dies in ein oder zwei Wochen vorbei sein wird.»

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05:30

Am Devisenmarkt ‌richteten sich die Blicke auf den japanischen Yen, der sich der Marke von 160 Dollar näherte und Spekulationen über eine baldige Intervention der Regierung in Tokio schürte. Im asiatischen Handel gewann der Dollar geringfügig auf 159,75 Yen und legte 0,1 Prozent auf 6,8345 ​Yuan zu. ​Zur Schweizer Währung rückte er etwas auf 0,7864 Franken vor. ⁠Parallel dazu blieb der Euro fast unverändert bei 1,1680 Dollar und zog leicht ​auf 0,9186 Franken an.

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05:00

Die anhaltende Blockade ⁠der für den globalen Handel wichtigen Strasse von Hormus durch iranische Truppen trieb die Ölpreise weiter in die Höhe. Am ‌Rohstoffmarkt verteuerte sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 0,7 Prozent auf 105,83 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notierte 0,6 Prozent fester bei 96,44 Dollar.

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01:30

Der Chipkonzern Intel übertrifft dank der boomenden Halbleiter-Nachfrage im Zuge des KI-Ausbaus deutlich die Wall-Street-Erwartungen. Im vergangenen Quartal habe man sogar zuvor abgeschriebene Lagerbestände noch verkaufen können, sagte Finanzchef David Zinsner dem US-Sender CNBC. Auch habe Intel Preissteigerungen durchsetzen können.

Die Aktie stieg im nachbörslichen US-Handel bis 19 Prozent.

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01:00

Nach den jüngsten Rekordmarken einiger Indizes war die Luft an den US-Aktienmärkten am Donnerstag vorerst raus. Anleger blieben vorsichtig, weil die Waffenruhe im Iran-Krieg auf der Kippe bleibt. Im Verlauf belastete ein Bericht über Machtkämpfe im Iran, doch die Situation blieb unklar. Bei Technologiewerten stand die Berichtssaison im Mittelpunkt - mit Licht in der Chipbranche und Schatten im Softwaresektor.

Der Dow Jones Industrial ging 0,36 Prozent tiefer bei 49.310,32 Punkten aus dem Handel. Wie schon in den vergangenen Tagen war er der einzige Index, der keinen Rekord aufstellen konnte. Nach zwischenzeitlich erreichten Bestmarken sackten aber auch die beiden anderen US-Leitindizes ins Minus: Der marktbreite S&P 500 gab um 0,41 Prozent auf 7.108,40 Punkte nach. Der Nasdaq 100 verlor 0,57 Prozent auf 26.782,63 Punkte.

US-Präsident Donald Trump gibt dem Iran Berichten zufolge nur noch wenige Tage Zeit für einen Vorschlag zur Beendigung des Krieges. Für Unsicherheit sorgten weitere Angriffe und Drohungen gegen Schiffe in der Strasse von Hormus, aber auch ein Bericht des israelischen Nachrichtensenders N12 über einen Rücktritt des iranischen Parlamentssprechers Mohammad Baqer Qalibaf. Belastend wirkte, dass dieser im Dialog mit den USA eine Schlüsselrolle inne hat. An der Nachricht kamen wegen anderslautender Stimmen aber schnell Zweifel auf.

Im Softwaresektor kochten am Donnerstag alte Bedenken um die Auswirkungen Künstlicher Intelligenz wieder hoch, gepaart mit der Befürchtung einer bremsenden Wirkung des Iran-Krieges. Die Titel von ServiceNow prägten das schlechte Branchenbild mit einem Kurseinbruch um fast 18 Prozent. Das Unternehmen hatte die Anleger mit seinen Quartalszahlen enttäuscht und wegen des Nahost-Konflikts von Nachfrage-Verzögerungen berichtet.

Die Sorgen mischten sich mit den KI-Bedenken, die viele Sektorwerte in den vergangenen Monaten schon belastet hatten. Ein Erholungsversuch, der bislang im April stattgefunden hatte, erlitt auch anderswo im Softwarebereich einen deutlichen Rückschlag. Die Titel von Microsoft , Salesforce , Oracle und Adobe sackten um 4 bis 8,7 Prozent ab.

Die KI-Bedenken zeigten sich im Technologiebereich auch bei IBM, die Titel rutschten hinter Salesforce als zweitgrösster Dow-Verlierer auch um mehr als acht Prozent ab. Dem IT-Riesen gelang es nicht, mit seinen Zahlen zum ersten Quartal die Bedenken von Investoren wegen möglicher Störeffekte durch KI-Lösungen auszuräumen.

Positiv gegenüber standen im Tech-Sektor die Chipwerte, angetrieben von Texas Instruments mit einem Kurssprung um 19,4 Prozent. Der Halbleiterhersteller profitierte in Zeiten des KI-Booms von den Ausgaben für Rechenzentren und meldete nicht nur ein starkes Quartal, sondern erfreute auch mit einem starken Jahresausblick. Bank of America riet daraufhin zum Kauf der Aktien

Neben Microsoft der zweitgrösste Verlierer unter den «Magnificent 7» war Tesla. Nach der Ankündigung des Elektroautobauers, dass die Investitionen nochmals massiv erhöht werden, um sich neue Geschäftspotenziale im Bereich der Künstlichen Intelligenz zu erschliessen, büsste der Kurs 3,6 Prozent ein.

Im Dow wurden auch Honeywell und American Express zur Belastung, indem die Aktien nach den vorgelegten Zahlen um 2,6 respektive 4,3 Prozent fielen. Am breiten Markt ergab sich nach den Resultaten von American Airlines bei Fluggesellschaften eine Erholung, die allerdings wegen zeitweise wieder anziehender Ölpreise etwas an Schwung verlor.

Gut da standen nach Bekanntgabe von über den Erwartungen liegenden Quartalszahlen Comcast . Freundlich zeigten sich auch Werte aus dem Telekom-Sektor, der am Vortag stark unter Druck gestanden hatte. Die Titel von T-Mobile US erholten sich um 2,7 Prozent von den jüngsten Verlusten, die von einem Bericht über eine mögliche Kombination mit der Deutschen Telekom ausgelöst worden waren.

(cash/Reuters/AWP)

Daniel Hügli
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