Nach dem langen Osterwochenende geht das Börsenspiel von cash.ch in die letzten elf Handelstage. Am 22. April wird abgerechnet. Dabei eines vorneweg: Es bleibt spannend, welche Spielerin oder welcher Spieler sich auf den Thron schwingt. Nachdem vergangene Woche nur zwei Teilnehmende in Schlagdistanz zum Leader mit einer Differenz von 10 Prozent lagen, ist das Spitzenfeld wieder auf sechs angewachsen und breiter geworden.
Dies ist primär darauf zurückzuführen, dass der bisherige Leader «paedaericco» einen Rückgang beim Portfoliowert von 5 Prozent auf 190'330 Franken hinnehmen musste. «paedaericco» musste «pupetta» an der Spitze den Vortritt überlassen, welcher auf einen Portfoliowert von 191'206 Franken kommt. Die nachfolgenden «superscoopy0631», «ndp», «moyo» und «hebelpinguin» bleiben dem Duo aber dicht auf den Fersen.
Bis auf «paedaericco» haben nicht nur die Portfolios in der Spitzengruppe in der kurzen Börsenwoche vor Ostern an Wert hinzugewonnen. Auch bei der Auswertung aller Portfolios kam es zu einer Trendwende. Am Abend des Gründonnerstags stand der durchschnittliche Portfoliowert noch bei minus 2,1 Prozent, nachdem dieser Wert in den vorhergehenden fünf Wochen kontinuierlich auf minus 5,1 Prozent gesunken war. Das ist eine Verbesserung um 3,0 Prozent.
Total 31 Portfolios weisen einen Wertzuwachs von mehr als 30 Prozent auf – das sind 6 Stück mehr im Wochenvergleich und damit der höchste Stand seit der zweiten Woche im Börsenspiel. Deutlich weniger stark stieg allerdings die Anzahl der Portfolios an, welche im Plus stehen. Der Wert liegt neu bei 743 nach 722. Das zeigt, dass nicht alle Portfolios im gleichen Masse von der freundlichen Börsenstimmung in der abgelaufenen Woche profitieren konnten und wohl zu defensiv aufgestellt waren.
Im Gegensatz ging es mit dem Portfolio der cash-Redaktion um 3,4 Prozent nach oben auf einen Kursgewinn von 13,5 Prozent. Newron, Partners Group und Palo Alto wussten zu überzeugen. Ebenso hatte sich der defensive «Militia Long Short ETF» auf ein Minus von 2,7 Prozent hochgearbeitet und somit die Benchmarks S&P 500 oder SMI performancemässig hinter sich gelassen.
Ein Blick auf die Rangliste zeigt, dass die Investierenden im direkten Umfeld des cash-Portfolios besser abschnitten. So rutschte die Redaktion auf Rang 94 von 83 ab. Das hat der Redaktion zwei Punkte klargemacht. Kursgewinne und ein gut aufgestelltes Portfolio reichen nicht, um im Tableau weiter vorzurücken. Zudem wirkt der hohe Cash-Anteil in einem Aufwärtstrend wie ein Klotz am Bein.
Entscheidende Woche steht bevor
Für die Mehrzahl der Teilnehmenden dürfte die kommende Börsenwoche mit vier Handelstagen entscheidend sein, wie das Portfolio das Börsenspiel abschliesst. Die Kurserholung an den Aktienmärkten und bei den Edelmetallen steht vor der Frage, ob sich die gute Stimmung an den Finanzmärkten fortsetzt, oder ob die Märkte wieder den Rückwärtsgang einlegen.
Eine Strategie könnte demnach sein, den Dienstag abzuwarten und ab Mittwoch die Aktienquote hochzufahren. Beim cash-Portfolio wäre das ein Aufstocken der Positionen in Partners Group und Palo Alto, sowie das Hinzufügen eines Mini-Futures auf den Nasdaq. Die amerikanischen Märkte dürften die nächsten zwei bis vier Wochen besser abschneiden als die europäischen Pendants. Dies hängt primär mit den Energiemärkten zusammen, welche sich in Übersee deutlich resilienter zeigen als in Europa. Dem dürfte einzig US-Präsident Donald Trump im Wege stehen, der langsam erste Zeichen von Panik zeigt, weil die Strasse von Hormus weiterhin geschlossen ist.
Entsprechend ist rasches Handeln ein Muss, wenn sich Teilnehmende vorarbeiten oder ihre Position verteidigen wollen. Diesbezüglich könnte es auch interessant sein, ein Auge auf den Bitcoin zu werfen. Die älteste Kryptowährung war in den vergangenen vier Wochen ein guter vorauslaufender Indikator. Der Bitcoin stieg, während die Aktienmärkte schwächer tendierten, und umgekehrt. Gerade das zweite Szenario konnte in der letzten Woche erneut beobachtet werden. Sollte deshalb der Bitcoin in der nächsten Woche anziehen, könnten die Aktienmärkte folgen.
Eine weitere Überlegung ist Gold. Der Preis des gelben Edelmetalls hat sich von den Anfang März bezahlten Tiefstkursen erholt, nachdem Gewinnmitnahmen und ein De-Leveraging die Kurse nach unten drückten. Ebenso belastete die Nachricht, wonach sich die türkische Zentralbank von grösseren Goldbeständen trennte. Allerdings gilt es hier einschränkend anzumerken, dass es sich nicht um direkte Verkäufe, sondern um Swap-Transaktionen handelte. Das heisst, die Türkei erhält in der Zukunft das Gold zurück, wenn sie mit dem Auslaufen dieser Swap-Verträge die ausstehenden Kredite zurückbezahlt.
Die Strategen von Goldman Sachs sehen weiteres Potenzial beim Goldpreis und belassen das Kursziel vorerst unverändert bei 5400 Dollar. Das Kernargument der Investmentbanker aus New York lautet, dass private Investoren, die Gold als Absicherung gegen langfristige makroökonomische Risiken – darunter Bedenken hinsichtlich der fiskalischen Tragfähigkeit der US-Schulden und Zweifel an der Unabhängigkeit der Zentralbanken – erworben haben, ihre Positionen nicht verkaufen.
Diese Goldbestände seien beständiger als die ereignisgetriebenen Wetten, die nach den US-Wahlen 2024 aufgelöst wurden, da die zugrunde liegenden Bedenken nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt ausgeräumt werden können. Die Risiken für die Prognose dürften deshalb deutlich nach oben gerichtet sein, da private Investoren angesichts der anhaltenden globalen politischen Unsicherheit ihre Portfolios weiter diversifizieren, so die Experten von Goldman Sachs.
(cash)
