Der Dax, der im frühen Handelsverlauf am Montag gut ein halbes Prozent eingebüsst hatte, rückte gegen Mittag um 0,3 Prozent auf 24.609 Punkte vor. Der EuroStoxx50 lag mehr oder weniger stabil bei 5944 Zählern, nachdem er zuvor bis zu einem Prozent eingebüsst hatte. Über Wasser hielten die Börsenbarometer Kursgewinne bei Aktien aus der Lebensmittel- und Telekommunikationsbranche. Die entsprechenden Sektorindizes rückten um jeweils rund ein Prozent vor. Leicht im Plus lag auch der Gesundheitssektor.
Dies glich das Minus bei Energie- und Bergbauaktien aus, die angesichts des Einbruchs bei den Rohstoffpreisen jeweils rund 1,5 Prozent einbüssten. Angesichts von Spekulationen auf eine Entspannung im US-Iran-Konflikt steuerten die Preise am Rohölmarkt auf ihren grössten Tagesverlust seit Juni zu. Zugleich fand die fulminante Jahresanfangsrally am Edelmetallmarkt ein abruptes Ende: Gold und Silber bauten seit Freitag die Gewinne aus dem Hochpunkt ihrer Jahresanfangsrally fast vollständig wieder ab. Zuletzt lagen sie bei rund 4707 und 81,77 Dollar je Feinunze. Experten verwiesen auf eine Korrektur nach der Nominierung von Kevin Warsh als Nachfolger von US-Notenbankchef Jerome Powell, die anschliessend durch technische Faktoren verstärkt wurde.
EU-Industrie bremst Talfahrt
Viele Analysten sind sich jedoch einig, dass der Preisrutsch bei Gold keine nachhaltige Trendwende signalisiert. Die strukturellen Treiber für Gold seien nach wie vor gegeben, sagte etwa Ilya Spivak, Chefstratege bei Tastylive. Experten führen die Gewinne unter anderem auf den jüngsten Zinssenkungskurs der US-Notenbank Fed, geopolitische Konfliktherde, robuste Käufe der Zentralbanken und ETF-Zuflüsse zurück. Im vergangenen Jahr verteuerte sich Silber um rund 150 Prozent, bei Gold lag das Plus bei etwa 65 Prozent. Anfang 2026 nahm die Rally weiter Fahrt auf, bis sie am Freitag und Montag in sich zusammenfiel. Eine ähnliche Entwicklungskurve zeigt sich bei Platin und Palladium, die als günstigere Alternativen zu Gold gelten.
Die Aktienkurse stützten auch die jüngsten Konjunkturdaten. Die Industrie der Eurozone bremste zu Jahresbeginn ihre Talfahrt. Dies geht aus den endgültigen Ergebnissen des Einkaufsmanagerindex (PMI) für Januar hervor, den der Finanzdienstleister S&P Global am Montag veröffentlichte. Mit 49,5 Punkten verharrte das Barometer nach 48,8 im Dezember zwar den dritten Monat in Folge unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. «Sein Anstieg signalisierte jedoch, dass die Wachstumseinbussen nach dem Neunmonatstief im Vormonat nur noch äusserst schwach ausgefallen sind», hiess es weiter. Am Nachmittag (MEZ) folgt der Einkaufsmanagerindex für die US-Industrie. Im Fokus stehen zudem die Bilanzen des US-Medienkonzerns Walt Disney und des Softwarespezialisten Palantir.
Wichtige Termine im Blick
Jenseits des Atlantiks dürfte zudem die jüngste Haushaltssperre aufgehoben werden. Nachdem sich der Senat am Freitagabend auf eine zweiwöchige Übergangsfinanzierung für das Heimatschutzministerium geeinigt hat, soll am Montag das Repräsentantenhaus über die Vorlage abstimmen. Die Frist war in der Nacht auf Samstag abgelaufen. Hintergrund ist der Streit zwischen den Republikanern von Präsident Donald Trump und den Demokraten über das harte Vorgehen der Einwanderungsbehörde ICE. Die Futures für die wichtigsten US-Indizes notierten zuletzt im Minus.
Anleger warten zudem auf eine Reihe wichtiger Termine im weiteren Wochenverlauf. Im Rampenlicht steht unter anderem der Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB), der US-Arbeitsmarktbericht für Januar sowie die Bilanzen weiterer wichtiger Unternehmen - etwa der US-Technologieriesen Alphabet und Amazon.
(Reuters)

