In den 1990er-Jahren waren Exchange Traded Funds (ETF) bloss ein Nischenangebot. Seither sind sie zu einem der beliebtesten Anlagevehikel geworden. Die US-Bank JPMorgan schätzt, dass es Ende April 2026 weltweit rund 17'000 börsennotierte ETF gab, in denen ein Gesamtvermögen von etwas mehr als 22 Billionen US-Dollar steckte.
Als Vorzüge gelten die breite Streuung und die tiefen Kosten. Anlegerinnen und Anleger kaufen einen Korb von Aktien, der typischerweise einem Index wie dem Swiss Market Index (SMI) oder dem S&P 500 folgt. Sie müssen nicht selbst ein Aktienportfolio zusammenstellen und bewirtschaften - oder Anteile an einem Anlagefonds kaufen, der aktiv gemanagt wird und daher in der Regel teurer ist. Das ist wichtig, weil die Kosten unter dem Strich die Rendite schmälern.
Eine besonders elegante Form sind Dividenden-ETF. Sie setzen auf eine Auswahl von Unternehmen, die verlässlich hohe beziehungsweise steigende Dividenden bezahlen. Ein Beispiel ist «First Trust Rising Dividend Achievers ETF», der den «Nasdaq US Rising Dividend Achievers Index» abbildet. Die Spezialisten des US-Research-Unternehmens YCharts zählen ihn zu den besten Dividenden-ETF der vergangenen zehn Jahre. Die annualisierte Performance des Fonds beträgt 16 Prozent. Die Gesamtrendite der zurückliegenden Dekade wird mit 333 Prozent beziffert.
Der Fonds investiert in Unternehmen, welche in den jeweils zurückliegenden zwölf Monaten eine höhere Dividende als vor drei und vor fünf Jahren bezahlt haben. Zudem muss der Gewinn je Aktie im jüngsten Geschäftsjahr positiv und grösser als drei Jahre zuvor sein. Momentan zählen Applied Materials, KLA, Bank of New York Mellon und Bank of America zu den grössten Positionen.
Ein Fragezeichen steht hinter der Gesamtkostenquote von 0,47 Prozent. Es gibt deutlich günstigere Angebote, zum Beispiel den «Vanguard Dividend Appreciation ETF», der eine Kostenquote von 0,04 Prozent aufweist. In der vergangenen Dekade hat sich der Fonds total um 243 Prozent und annualisiert um 13 Prozent gesteigert, womit er es ebenfalls unter die besten Dividenden-ETF der vergangenen zehn Jahre geschafft hat. Zu den Top-Positionen zählen Apple, Broadcom, Microsoft, Eli Lilly, ExxonMobil sowie Johnson & Johnson.
Ein dritter unter den laut YCharts langfristig am besten performenden Dividenden-ETF ist der «Schwab US Dividend Equity ETF». Er ahmt den «Dow Jones U.S. Dividend 100 Index» nach und kommt auf einen annualisierten Zuwachs von 13 Prozent über die letzten Jahre hinweg; total hat sich eine 244-prozentige Rendite ergeben. Die Kostenquote liegt bei 0,06 Prozent, was naturgemäss kaum unterboten werden kann. Unter den Top-Positionen befinden sich Home Depot, UnitedHealth, Coca-Cola und PepsiCo.
Schweizer Dividenden-ETF: SMI-Schwergewichte im Fokus
Knackpunkt bei den Dividenden-ETFs ist, ob die Erträge ausgeschüttet oder einbehalten und reinvestiert - sogenannt thesauriert - werden. Ausschüttende Fonds geben den Investoren ein regelmässiges Zusatzeinkommen, das dann für Konsum verfügbar ist. Wird das Geld ausgegeben, ist es nicht mehr investiert und trägt auch nicht mehr zur langfristigen Wertsteigerung bei. Der Zinseszins- beziehungsweise Thesaurierungseffekt setzt nicht ein.
«Dividenden sind einer der sichersten Wege, um Kapital zu kumulieren - sofern diese Ausschüttungen immer wieder reinvestiert werden und nicht als Einkommensquelle für Konsum oder dergleichen verwendet werden. Das zahlt sich über lange Frist aus», sagte Nannette Hechler-Fayd'herbe, Anlagechefin von Lombard Odier, vor wenigen Tagen im cash-Interview.
Diesbezüglich haben bestimmte Schweizer Dividenden-ETF gegenüber ihrer US-Pendants Vorteile. Ein Beispiel ist der «UBS MSCI Swiss Dividend ETF CHF acc», der reinvestiert und mit einer Gesamtkostenquote von 0,12 Prozent zu den günstigen Angeboten im ETF-Universum zählt. Der Fonds wurde März 2025 aufgelegt, sodass weit zurückreichende historische Angaben zur Performance fehlen. Auf Zwölf-Monats-Sicht hat laut dem Faktenblatt von Ende August ein Plus von 11,25 Prozent resultiert.
Der Dividenden-ETF der UBS basiert auf dem «MSCI Switzerland IMI High Dividend Yield Index». Im Fokus stehen Unternehmen, die vergleichsweise hohe und nachhaltige Dividendenerträge sowie überlegene andere Qualitätsmerkmale aufweisen.
Es handelt sich um bekannte Grössen des Schweizer Aktienmarktes, wie die folgende Zusammenstellung der fünf am stärksten gewichteten Titel zeigt. Sie machen gemeinsam etwas mehr als 72 Prozent des Gesamtportfolios aus, das total 17 Unternehmen enthält. Dieses bietet also keine sehr breite Streuung, sondern ist relativ stark konzentriert.
| Titel | Gewichtung (%) | Dividendenrendite (%) |
| Roche | 15,05 | 2,83 |
| Zurich Insurance | 14,56 | 5,09 |
| Novartis | 14,55 | 3,27 |
| Swiss Re | 14,55 | 4,59 |
| Nestlé | 13,87 | 3,99 |
Top-Positionen des «UBS MSCI Swiss Dividend ETF CHF acc» / Quellen: Faktenblatt von Ende August.
Zu den weiteren Titeln des UBS-Dividenden-ETF zählen der Versicherer Helvetia Baloise und die Immobiliengesellschaft Allreal, zwei SPI-Werte, die eine Dividendenrendite von momentan je rund 3,6 Prozent bieten.
Für auf den Schweizer Markt ausgerichtete Investoren bietet der Vermögensverwalter Blackrock eine Alternative zum ETF der UBS. Der «iShares Swiss Dividend ETF» folgt dem «SPI Select Dividend 20» und setzt daher auf die 20 renditestärksten Unternehmen des Swiss Performance Index (SPI). Die fünf am meisten gewichteten Titel machen knapp 69 Prozent des Totals aus und sind praktisch identisch zum UBS-Fonds. Es gibt punktuelle Verschiebungen:
| Titel | Gewichtung (%) | Dividendenrendite (%) |
| Roche | 15,19 | 2,83 |
| Zurich Insurance | 14,81 | 5,09 |
| Novartis | 14,20 | 3,27 |
| Nestlé | 13,89 | 3,99 |
| Swiss Re | 10,59 | 4,59 |
Top-Positionen des «iShares Swiss Dividend ETF» / Quellen: Faktenblatt von Ende August.
Mit der Finanzgesellschaft Swiss Life ist ein weiterer Schweizer Dividenden-Titel aus dem Leitindex SMI enthalten. Er ist zu 6 Prozent gewichtet und gibt eine Dividendenrendite von derzeit 4,0 Prozent.
Der Blackrock-Fonds wurde im April 2014 aufgelegt und kommt seither auf eine annualisierte Performance von 9,04 Prozent. Die Gesamtkostenquote liegt bei 0,15 Prozent, also etwas über den Kosten, welche die UBS für ihren Dividenden-ETF ausweist. Derweil ist der ETF von Blackrock ausschüttend. Die Erträge werden also nicht wieder investiert, es sei denn die Anleger entscheiden sich selbst dafür.
Dividenden-ETF unterliegen den gleichen Risiken wie andere Aktien-Investments auch. Schwankungen können auf Unternehmensmeldungen, makroökonomische oder geopolitische Entwicklungen folgen. Dennoch eignen sich auf Dividendentitel fokussierte Indexfonds als Baustein eines Gesamtportfolios, gerade bei langfristigem Engagement.

