Die Schweizer Börse rettet sich ins Plus

Die Schweizer Börse hat am Mittwoch anfängliche Kursverluste aufgeholt und im späten Handel ins Plus gedreht.
23.11.2016 17:45
Am Mittwoch für den Misserfolg mit einem Alzheimer-Medikament in Sippenhaft genommen: Roche.
Am Mittwoch für den Misserfolg mit einem Alzheimer-Medikament in Sippenhaft genommen: Roche.
Bild: Bloomberg

Die neuen Höchstmarken an der Wall Street konnten die Anleger allerdings nicht richtig aus der Deckung locken, sagen Händler. Vor wichtigen US-Konjunkturzahlen, der Veröffentlichung der Protokolle der jüngsten Sitzung der US-Notenbank und dem Feiertag Thanksgiving am Donnerstag wollten sie sich nicht exponieren. Das Geschäft verlief entsprechend ruhig.

Der SMI notiert zum Handelsschluss mit 7752 Punkten um 0,1 Prozent höher. Der Leitindex steuere weiterhin einen Konsolidierungskurs zwischen der wichtigen Unterstützung bei 7425 Punkten und einem Widerstand bei 8350 Zählern, erklärten Charttechniker der Credit Suisse.

Am Donnerstag bleiben die US-Börsen geschlossen und am Freitag findet nur ein verkürzter Handel statt. Viele US-Marktteilnehmer dürften wohl eine Brücke in ein verlängertes Wochenende schlagen und sich am sogenannten "Black Friday" den Weihnachtseinkäufen widmen, heisst es am Markt.

Roche-Genussscheine erholen sich von kräftigen Verlusten

Die Roche-Genussscheine sanken vorübergehend rund 1,5 Prozent und liegen zuletzt noch 0,4 Prozent im Minus. Ein herber Rückschlag für ein neues Alzheimer-Medikament des US-Pharmakonzerns Eli Lilly schickte auch die Anteile des Arzneimittelherstellers aus Basel auf Talfahrt. Das von dem US-Konzern entwickelte Medikament Solanezumab konnte in einem grossangelegten klinischen Versuch den Wahrnehmungsverlust von Patienten, die an einer milden Form von Alzheimer leiden, nicht verlangsamen. Roche forscht an zwei Alzheimer-Medikamenten, die auf einen ähnlichen Wirkmechanismus setzen, wie die Arznei von Eli Lilly.

Die Aktien von Rivalin Novartis steigen nach dem kräftigen Vortagsverlust um 0,9 Prozent. Die Nestlé-Anteile können nach den Vortageseinbussen leicht zulegen.

Meist schwächer sind Finanzwerte und zyklische Titel, die zuletzt von der Hoffnung auf konjunkturstimulierende Massnahmen der neuen US-Regierung, steigende Zinsen und mehr Inflation profitiert hatten. Nach dem Anstieg der Wall Street auf ein Rekordhoch strichen die Anleger Gewinne ein, heisst es. Die Aktien der Credit Suisse sind trotzdem gut gehalten, diejenigen der UBS verlieren 0,1 Prozent. Auch Versicherungswerte geben mehrheitlich nach.

Cembra Money Bank bald im StoxxEurope600-Index

Cembra Money Bank verlieren 0,1 Prozent. Die Kreditbank rückt im Dezember in den StoxxEurope600-Index auf. Dagegen fällt der Vermögensverwalter GAM aus dem Börsenbarometer heraus, die Aktien büssen 2,9 Prozent ein.

Die Aktien des Elektrotechnikkonzerns ABB, des Zementproduzenten Lafarge-Holcim und der Chemiefirma Clariant schwächen sich leicht ab.

Ein Stimulusprogramm der Regierung Trump dürfte international gut aufgestellten Schweizer Midcaps auf längere Frist zugutekommen. Julius-Bär-Stratege Christian Gattiker empfiehlt Schweizer Aktien als "Marathon-Anlage". Bei einem Anlagehorizont von mindestens fünf Jahren gebe es kaum etwas, das Lindt & Sprüngli, Geberit oder Schindler schlagen könnte, sagte Gattiker auf der Veranstaltung.

Swissquote tauchen nach Gewinnwarnung

Am breiten Markt sacken die Swissquote-Titel fast 10 Prozent ab. Die Onlinebank erwartet 2016 statt eines Ertragswachstums von 10 Prozent nur noch ein Plus von 2,5 Prozent auf rund 150 Millionen Franken.

Eine optimistischere Prognose schiebt die Aktien von Comet 0,5 Prozent hoch. Der Zulieferer für die Halbleiterindustrie stellt für dieses Jahr einen Umsatz und eine Betriebsgewinnmarge (Ebitda) am oberen Rand der angepeilten Bandbreite von 300 bis 320 Millionen Franken und 11 bis 13 Prozent in Aussicht.

(Reuters/cash)