Die Auswahl an ETF-Anlagen - sogenannten Exchange Traded Funds - für den Schweizer Aktienmarkt wird immer grösser. Mit wenig Geld kann ein attraktives Portfolio einfach aufgebaut werden, das den Präferenzen der Anlegerin oder des Anlegers entspricht.
Einen weissen Fleck bei den Anlagemöglichkeiten gab es allerdings in der Vergangenheit beim Swiss Market Index (SMI), der die zwanzig grosskapitalisierten Schweizer Aktien umfasst. Da die Schwergewichte Nestlé, Novartis und Roche bis zu fünfzig Prozent des klassischen SMI-Index bei der Marktgewichtung ausmachen, kann von einem Klumpenrisiko gesprochen werden. Zudem sind viele Privatinvestoren über die Pensionskasse in diesen drei Titeln ebenfalls engagiert, was eine Diversifikation umso zwingender macht.
Nachdem der Schweizer Börsenbetreiber SIX am 1. April 2026 den Swiss Market Equal Weight Index einführte, dauerte es nicht lange, bis eine erste Bank vor zwei Wochen einen entsprechenden ETF auflegte.
Auf allen wichtigen Schweizer Börsenindizes wie dem Swiss Market Index (SMI), dem SMI Equal Weight, dem Swiss Market Index MID (SMIM) - MID steht dabei für Mid Cap -, dem Swiss Performance Index (SPI) sowie dem Swiss Leader Index (SLI) und dem auf Dividenden fokussierten SPI Select Dividend 20 Total Return Index steht nun eine breite Auswahl an kostengünstigen ETFs zur Verfügung. Die einzelnen Produkte in der Übersicht:
ETF auf den Swiss Market Index (SMI):
Die Zürcher Kantonalbank bringt mit dem «Swisscanto (CH) Index Equity Fund SMI Equal Weight» als erster Anbieter einen ETF auf den von der Schweizer Börsenbetreiberin SIX kürzlich lancierten SMI Equal Weight Index auf den Markt. Damit erhalten Anlegerinnen und Anleger erstmals Zugang zu einem Anlageprodukt, das die Titel des Schweizer Leitindexes nicht nach deren Marktkapitalisierung, sondern gleichgewichtet abbildet.
Der neue Index umfasst die 20 bedeutendsten Schweizer Blue Chips und gewichtet beim Rebalancing jede dieser Aktien quartalsweise mit fünf Prozent. Dadurch wird die Dominanz einzelner Schwergewichte deutlich reduziert und das Engagement breit über alle 20 Titel hinweg verteilt.
«Dieses Produkt kombiniert die bewährte Stabilität und defensive Qualität der führenden Schweizer Blue Chips mit einer modernen, gleichgewichteten Struktur, die Anlegerinnen und Anlegern eine breitere und ausgewogenere Partizipation ermöglicht», sagt Fabio Pellizzari, Leiter Index Solutions im Asset Management der Zürcher Kantonalbank.
Daneben gibt es klassische marktkapitalisierungsgewichtete ETFs auf den SMI wie «UBS (CH) ETF - SMI» oder «iShares SMI ETF».
ETF auf den Swiss Leaders Index (SLI)
Der Swiss Leader Index (SLI) bildet die Wertentwicklung der 30 grössten und am meisten gehandelten, liquidesten Unternehmen des Schweizer Aktienmarktes ab. Er setzt sich somit aus den 20 SMI-Titeln und den zehn grössten SMIM-Titeln zusammen. Anlegerinnen und Anleger können in den Index zum Beispiel über den «UBS ETF (CH) - SLI» investieren. Interessant ist der SLI deshalb, weil er in der Vergangenheit gegenüber dem SMI wie auch dem SPI (Swiss Performance Index) besser performte.
Der UBS-Fonds verfügt über Vermögenswerte im Umfang von einer Milliarde Franken und investiert in sämtliche 30 Aktien, welche im SLI enthalten sind. Die relative Gewichtung der Gesellschaften entspricht dabei der jeweiligen Indexgewichtung - das heisst, Novartis, Roche und Nestlé sind mit etwa 9 Prozent die grössten Einzelpositionen.
Eine Alternative ist der «Amundi DJ Switzerland Titans 30 UCITS ETF». Dieser Fonds orientiert sich am Referenzindex «Dow Jones Switzerland Titans 30 EUR Total Return Index». Dieser Index misst die Wertentwicklung der Aktien von 30 führenden Unternehmen innerhalb der Schweiz. Die Aktien werden anhand von Streubesitz-Marktkapitalisierung und durchschnittlichem Handelsvolumen ausgewählt. Zudem besteht für jede Aktie eine Gewichtungsobergrenze von 10 Prozent.
Obwohl Unterschiede zur SLI-Komposition auffallen, machen sie in ihrer Gesamtheit wenig aus. In beiden Fällen sind Novartis, Roche und Nestlé jeweils die drei grössten Einzelpositionen. Auch die Sektorenzusammenstellung sind vergleichbar. Ein Wermutstropfen bleibt allerdings: Der Amundi-ETF ist in Euro gelistet.
ETFs auf den Swiss Performance Index (SPI)
Der «iShares Core SPI ETF» bildet den breiten Markt nach Marktgewichtung ab. Während der bekanntere SMI nur die 20 grössten Unternehmen abbildet, ist der SPI sozusagen das Thermometer für die gesamte Schweizer Börsenlandschaft. Anders als beim SMI mit genau 20 oder dem SLI mit 30 Titeln ist die genaue Anzahl der Valoren im SPI nicht fixiert. Die Zahl schwankt durch Börsengänge, Übernahmen oder Delistings kontinuierlich. Derzeit umfasst der Index rund 215 Titel.
Um in den SPI aufgenommen zu werden, muss ein Unternehmen an der Schweizer Börse notiert sein und einen «Free float» - sprich Streubesitz - und frei handelbare Aktien von mindestens 20 Prozent aufweisen. Da der SPI fast alle Schweizer Aktien bündelt - von den Large Caps bis zu allen Small Caps - deckt er über 99 Prozent des gesamten handelbaren Schweizer Aktienmarktes ab.
ETF auf den SPI Select Dividend 20 Index
Auf Schweizer Aktien mit Dividendenrenditen sind ETF-Produkte erhältlich, die für hiesige Investoren ein fast perfektes Basisinvestment darstellen. Einerseits der «iShares Swiss Dividend ETF», der im Jahr 2015 an den Start ging, und der neuere «UBS ETF (CH) - MSCI Switzerland IMI Dividend ESG», welcher am 30. Juni 2023 lanciert wurde. Beide ETFs sind ausschüttend. Das heisst, dass die Dividende ausbezahlt und nicht reinvestiert - sogenannt thesaurierend - wird.
Der «iShares Swiss Dividend ETF» orientiert sich am «SPI Select Dividend 20 Index» der SIX. Der Index umfasst die 20 Aktien, die die ertragsstärksten Unternehmen mit einer stabilen Dividendenausschüttungsbilanz und solider Rentabilität aller im SPI vertretenen Aktien repräsentieren. Die Gewichtung jeder Aktienposition basiert auf der Streubesitz-Marktkapitalisierung und der normalisierten Dividendenrendite, die bei der jährlichen Indexüberprüfung berechnet wird.
Darüber hinaus unterliegt die Gewichtung jedes Wertpapiers einem Begrenzungsfaktor von 15 Prozent, der vierteljährlich berechnet und angewendet wird. Die Neuausrichtung der Komponenten wird jährlich bei der ordentlichen Überprüfung im März durchgeführt. Entsprechend ist das «Who is who» der grosskapitalisierten Schweizer Dividendenperlen prominent vertreten: Zurich Insurance und Roche (je 15 Prozent Gewichtung), Nestlé und Novartis (je 14 Prozent) sowie Swiss Re und Holcim (je 10 Prozent) sind die sechs grössten Positionen.

