Die Hoffnung auf eine Entspannung im Konflikt zwischen den USA und dem Iran gibt den Aktienmärkten am Montag Auftrieb. Der SMI steht 0,8 höher und befindet sich damit auf Tuchfühlung mit dem Allzeithoch bei 14'464 Punkten.
Der Dax und der EuroStoxx50 notierten gegen Mittag jeweils rund 1,5 Prozent höher bei 25'503 und 6362 Punkten. Im Plus lagen auch die Futures für die wichtigsten US-Indizes. Für gute Stimmung sorgte ein kräftiger Rückgang bei den Ölpreisen: Die Nordsee-Rohölsorte Brent verbilligte sich um fast acht Prozent auf 89,12 Dollar je Fass (159 Liter). US-Leichtöl WTI verlor knapp sieben Prozent auf 83,21 Dollar pro Barrel. Damit steuerten die Preise auf ihr grösstes Intraday-Minus seit mehr als zwei Monaten.
Die USA und der Iran haben am Wochenende ihre gegenseitigen Angriffe ausgesetzt und bemühen sich erneut um Verhandlungen. Analysten zeigen sich jedoch skeptisch. «Der Markt scheint krampfhaft nach guten Nachrichten zu suchen, selbst wenn es keine gibt», sagt John Evans vom Ölmakler PVM. Da sich der Konflikt auf das Rote Meer ausgeweitet habe und auch ukrainische Drohnen weiter russische Schiffe und Raffinerien angegriffen hätten, dürften anhaltende Lieferunterbrechungen dafür sorgen, dass die Ölpreise hoch bleiben, schreiben die Analysten der United Overseas Bank in Singapur.
Warten auf Fed-Entscheid und Tech-Zahlen
Zugleich bleibe das Risiko einer erneuten Eskalation im Nahen Osten hoch, warnten die Experten von UBS. Im weiteren Wochenverlauf richten sich die Blicke der Anleger zudem auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed am Mittwoch. Trotz anhaltender Inflationssorgen dürfte die US-Notenbank beim nächsten Zinsentscheid in Warteposition bleiben. Die Investoren dürften ihr Augenmerk auf die Äusserungen des seit Mai amtierenden Fed-Chefs Kevin Warsh legen, der den geldpolitischen Kurs vor der Presse erläutert. Er will die hohe Teuerung nach eigenen Worten in den Griff bekommen. Zugleich stehen im Wochenverlauf die Bilanzen der grossen US-Technologiekonzerne wie Microsoft, Meta, Amazon und Apple an. Diese gelten als Test dafür, ob die KI-getriebene Rally noch Luft nach oben hat.
Für gute Stimmung an den europäischen Börsen sorgten am Montag auch die jüngsten Konjunkturdaten. Trotz anhaltender Spannungen im Iran-Konflikt hellt sich die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Unternehmen erneut etwas auf: Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Juli stärker als erwartet um 0,9 auf 86,6 Punkte und erreichte den höchsten Stand seit Februar. Das wichtigste Barometer für die Konjunktur kletterte damit zum dritten Mal, was als Trendwende gilt.
In Frankfurt gaben die Aktien des Schmierstoffherstellers Fuchs um rund 2,5 Prozent nach. Die Experten der Privatbank Berenberg haben die Titel auf «Hold» von «Buy» herabgestuft. Die vorläufigen Ergebnisse von Fuchs für das zweite Quartal wirkten zwar ermutigend. Allerdings sei dies weitgehend auf vorübergehende Faktoren zurückzuführen - etwa Versorgungsengpässe bei Wettbewerbern. «Eine vorübergehende Sonderkonjunktur im Chemiesektor rächt sich unserer Erfahrung nach später», schrieben die Berenberg-Analysten.
An der Börse in London stiegen die Papiere von Vodafone um 4,5 Prozent. Damit waren sie die grössten Gewinner im britischen Leitindex FTSE 100. Die Fusion des britischen Geschäfts mit Three UK und ein Zukauf in Afrika geben dem Telekomkonzern Rückenwind. Zudem wuchs die wichtige Deutschland-Tochter nach einem Durchhänger im vorangegangenen Quartal wieder.
(Reuters)

