Der Swiss Market Index (SMI) etwas über ein halbes Prozent. Der Dax und der EuroStoxx50 notierten am Mittag jeweils leicht im Minus bei 25'577 und 6149 Punkten. «Trotz der Fülle an marktbewegenden Ereignissen dürfte vorerst Vorsicht dominieren, da viele Anleger vor den richtungsweisenden Unternehmens- und Zentralbankentscheidungen grössere Positionierungen scheuen», kommentierten die Experten der LBBW.
Für lange Gesichter sorgte unter anderem Symrise. Die Aktien des Duft- und Aromenherstellers rutschten trotz eines beschleunigten Umsatzwachstums im dritten Quartal um mehr als zehn Prozent ab. Das Unternehmen erwartet die bereinigte operative Marge (Ebitda) wegen erhöhter Investitionen in der unteren Hälfte der Spanne von 21,5 bis 22,5 Prozent. Auch die starken Zahlen des Schweizer Rivalen Givaudan Mitte Oktober hatten Experten zufolge die Erwartungen der Anleger an Symrise in die Höhe getrieben.
Europäische Bankenbilanzen uneinheitlich
Die grössten Gewinner im Dax waren die Titel der Deutschen Bank, die nach einer positiv aufgenommenen Quartalsbilanz um 3,6 Prozent zulegten. Auch europaweit dämpfte eine Reihe europäischer Grossbanken mit Ergebnissen, die die Erwartungen übertrafen, die Sorgen der Anleger vor einem nachlassenden Gewinnboom. BNP Paribas, Standard Chartered und Santander übertrafen allesamt die Gewinnprognosen für das dritte Quartal. Unter Druck geriet auch UBS. Der europäische Bankenindex notierte unverändert.
Die eigentliche Bewährungsprobe stehe den Aktienmärkten jedoch erst am Abend bevor, sagte Andreas Lipkow, Chefanalyst beim Broker CMC Markets. Mit der Zinsentscheidung der US-Notenbank und den anschliessenden Quartalszahlen von Alphabet und Microsoft träfen gleich zwei entscheidende Einflussfaktoren aufeinander. Am wichtigsten beim Entscheid der Federal Reserve sei eigentlich der Ausblick, erklärte Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Allerdings werde Fed-Chef Kevin Warsh hier Anleger und Börsen wohl ganz bewusst im Unklaren lassen. Besonders wichtig sind daher laut Experten die Gegenstimmen bei der Zinsentscheidung.
Ölpreis rückt erneut vor
Für Nervosität sorgten auch die Entwicklungen am Ölmarkt. Ein Angriff auf eine Raffinerie in Saudi-Arabien trieb die Preise für die Nordsee-Rohölsorte Brent und das US-Leichtöl WTI um rund ein bis 1,5 Prozent nach oben. Trotz der Rückgänge zum Wochenstart verharren sie mit 114,60 und 101,07 Dollar je Fass (159 Liter) über der 100-Dollar-Marke. Die mit dem Iran verbündeten Huthi aus dem Jemen teilten am Dienstag mit, sie hätten die grösste Ölraffinerie Saudi-Arabiens mit einer Rakete getroffen. Die Ölpreise hielten sich zudem auf hohem Niveau, da der Markt auf mehr Klarheit über das weitere Vorgehen von US-Präsident Donald Trump gegenüber dem Iran warte, schrieben die Strategen der niederländischen Grossbank ING. «Wenn die Wahlen ohne erneute Angriffe auf den Iran vorübergehen, könnte das ausreichen, um die Risikoprämie am Markt abzubauen.»
Im Rampenlicht stand auch TK Accelis. Der von Thyssenkrupp abgespaltene Werkstoffhändler wird bei seinem Start an der Börse mit fast zwei Milliarden Euro bewertet. Der erste Kurs wurde am Mittwoch an der Frankfurter Börse bei 27,80 Euro festgestellt. Zuletzt lag die Aktie bei 30,00 Euro. Die Thyssenkrupp-Titel brachen um 16,6 Prozent ein. Nach dem Börsengang von TK Accelis fasst Thyssenkrupp-Chef Miguel Lopez auch für das einstige Kerngeschäft mit Stahl eine Abspaltung ins Auge. Vor TK Accelis hatte Thyssenkrupp bereits die Wasserstoff-Tochter Nucera und die Rüstungssparte TKMS an die Börse gebracht.
(Reuters)

