Grund dafür sind künftige Rückerstattungen von Zöllen, die sie ‌an die ⁠US-Regierung gezahlt haben. Sie reagieren damit auf ein Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA, das ⁠Teile der von US-Präsident Donald Trump verhängten Strafzölle für ungültig erklärt hatte. Mit der Verbuchung der erwarteten Einnahmen ‌riskieren die Konzerne jedoch den Zorn des Präsidenten. Trump hatte vergangene ‌Woche in einem Interview gesagt, er werde ​sich an die Unternehmen «erinnern», die auf eine Rückforderung verzichten.

Ford gab an, eine Rückerstattung von 1,3 Milliarden Dollar zu erwarten, General Motors rechnet mit 500 Millionen Dollar und Stellantis mit rund 400 Millionen Euro. Mercedes-Benz gab ebenfalls bekannt, eine erwartete Rückerstattung in seinen Büchern für das erste ‌Quartal verbucht zu haben. Der Volkswagen-Konzern zeigte sich hingegen zurückhaltend. Finanzchef Arno Antlitz sagte, es sei noch zu früh, um über Zoll-Rückerstattungen zu sprechen.

Die Konzerne verbuchen die erwarteten Rückzahlungen bereits als Gewinn, obwohl ​unklar ist, wann das Geld tatsächlich fliessen wird. Daher tauchen die ​Summen noch nicht im freien Barmittelzufluss (Free Cashflow) auf. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ​Ernst & Young erklärte vergangenen Monat in einem Gutachten, es sei zulässig, prognostizierte Rückerstattungen zu verbuchen, wenn Unternehmen ihre Absicht ‌zur Rückforderung der Zahlungen nachweisen und die Höhe der Rückerstattung angemessen schätzen können.

Ford-Finanzchefin Sherry House betonte, das Unternehmen habe eine treuhänderische Pflicht gegenüber den Aktionären, eine Klage auf Rückerstattung einzureichen.

Die Auseinandersetzung um ​die ​Zölle ist nur eine von mehreren Belastungen für ⁠die Branche. So treibt der Nahost-Konflikt die Rohstoff- und ​Energiekosten in die Höhe. Zudem ⁠leiden die Autobauer unter der schwächeren Nachfrage nach Elektroautos in den USA, nachdem die ‌Regierung ihre Politik wieder stärker auf fossile Energien ausgerichtet hat. Gleichzeitig belasten andere Zölle die Bilanzen weiterhin massiv. GM rechnet für dieses Jahr mit Zollkosten von 2,5 ‌bis 3,5 Milliarden Dollar, Ford beziffert die Nettobelastung auf eine Milliarde Dollar. 

(Reuters)