Die Nebenwerte-Indizes legten am Freitag deutlich zu, während der Dax einen Grossteil seiner Gewinne aus dem frühen Handel nicht halten konnte. Am Vormittag hatte der Leitindex noch zeitweise Kurs auf das Rekordhoch vom Oktober bei 24'771 Punkten genommen und damit an sein starkes Jahr 2025 mit einem Gewinn von 23 Prozent angeknüpft.
Die dynamische Rally nach Handelsstart sei aber gleich wieder abverkauft worden, was für eine anhaltend hohe Bereitschaft zu Gewinnmitnahmen spreche, schrieb Christine Romar, Europachefin des Handelshauses CMC Markets.
Allzu viel ist am Brückentag zwischen Neujahr und dem Wochenende allerdings noch nicht los. Viele Investoren sind noch in der Pause rund um den Jahreswechsel. Das Geschehen am Markt dürfte daher erst ab der kommenden Woche deutlicher an Fahrt aufnehmen.
Deutsche Stahlaktien wie Salzgitter und Thyssenkrupp waren auch zum Auftakt 2026 gefragt. Salzgitter schnellten als bester Wert im SDax um 11,5 Prozent hoch, Thyssenkrupp gewannen 4,8 Prozent. Beide Anteilscheine profitierten im vergangenen Jahr von der Hoffnung auf eine Belebung der deutschen Wirtschaft sowie von Schutzmassnahmen der EU-Kommission für Europas Stahlwirtschaft, die unter Billigimporten von staatlich subventioniertem China-Stahl leidet. Der Rüstungsboom sorgte zusätzlich für positive Impulse.
Bei Salzgitter kommt der starke Lauf der Aurubis-Aktien hinzu, Salzgitter hält an dem Kupferkonzern fast 30 Prozent. Die Hamburger Kupferhütte profitiert von der hohen Nachfrage nach dem Industriemetall, das für den Ausbau der Alternativen Energien, die Elektromobilität sowie die Künstliche Intelligenz (KI) unerlässlich ist. Die Papiere von Aurubis hatten ein Rekordhoch erreicht und gewannen letztlich 1,6 Prozent.
Der EuroStoxx 50, Leitindex der Eurozone, stieg auf ein Rekordhoch und stand am Ende 1,02 Prozent im Plus bei 5850 Punkten. In London hatte der FTSE 100 erstmals in seiner Geschichte die runde Marke von 10'000 Punkten hinter sich gelassen und schloss moderat im Plus. Auch der Dow Jones Industrial in New York legte zum europäischen Börsenschluss etwas zu.
Mit Blick auf 2026 sind Experten durchaus zuversichtlich. Laut dem Chefvolkswirt der Dekabank, Ulrich Kater, stehen die Chancen gut, dass 2026 eine Kopie des Vorjahres mit einer positiven Entwicklung am Aktienmarkt wird. In Europa sollten die Wachstumsimpulse zunehmen.
Neben dem Dauerbrenner KI - hier befürchten Beobachter eine deutlichere Kurskorrektur in absehbarer Zeit - bleiben geopolitische Krisenherde im Fokus. In Europa lässt im Ukraine-Krieg ein echter Durchbruch weiterhin auf sich warten. In Amerika sorgt das Vorgehen der USA gegenüber Venezuela für Anspannung und in Asien könnte 2026 der China-Taiwan-Konflikt stärker zum Thema werden.
(AWP)
