Industrie Deutschland - Infineon, Osram, Hausgeräte - Siemens-Töchter gingen eigene Wege

Der deutsche Technologiekonzern und ABB-Konkurrent Siemens spaltet die Energietechnik ab. In den letzten Jahren sind einige Teile des Traditionskonzerns selbständig geworden.
12.05.2019 03:23
Osram Lighthouse in München: Die Siemenssparte ging 2013 an die Börse.
Osram Lighthouse in München: Die Siemenssparte ging 2013 an die Börse.
Bild: www.osram.de

Siemens beruft sich gern auf seine mehr als 170-jährige Geschichte. Doch mit der 1847 in Berlin gegründeten Telegraphen-Bau-Anstalt von Siemens & Halske hat der Münchner Technologiekonzern kaum noch etwas gemein. Der bereits im 19. Jahrhundert begonnene Wandel der Geschäftsfelder wurde in den vergangenen Jahrzehnten durch Zukäufe und Verkäufe beschleunigt.

"Eine aktive Portfoliopolitik ist Teil unserer Strategie", erklärt Siemens selbst. Ein Überblick über wichtige Abspaltungen der vergangenen 20 Jahre:

Epcos: Der Hersteller elektronischer Bauteile, der inzwischen als TDK Electronics firmiert, wurde 1999 von Siemens und dem japanischen Miteigner Matsushita an die Börse gebracht.

Infineon: Der heute im Frankfurter Bluechip-Index Dax notierte grösste deutsche Chiphersteller ist seit 2000 am Aktienmarkt notiert. 2006 trennte sich Siemens von den restlichen Anteilen an seiner ehemaligen Halbleitertochter.

Nokia Siemens Networkds (NSN): Im Jahr 2007 brachte Siemens seine Telekommunikationssparte in ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem finnischen Handyhersteller Nokia ein. 2013 stieg der Münchner Konzern aus dem Joint Venture aus, das heute Nokia Networks heisst, und trennte sich damit von seinen Wurzeln.

Siemens VDO: Den wenige Jahre zuvor von Mannesmann gekauften Autozulieferer verkauften die Münchner ebenfalls 2007 an den hannoverschen Konkurrenten Continental.

Fujistu Siemens Computers: Das Gemeinschaftsunternehmen, in das der Konzern 1999 seine Tochter Siemens Nixdorf überführte, war der letzte grosse PC-Hersteller aus Deutschland. Im Jahr 2009 stieg Siemens aus dem IT-Anbieter aus, der danach im japanischen Fujitsu-Konzern aufging.

Areva: Im Jahr 2001 vereinigten Siemens und der damalige französische Konzern Framatome ihre Geschäfte mit dem Bau von Atomkraftwerken. 2011 verkaufte Siemens seinen Minderheitsanteil an die Franzosen. Heute heisst das Unternehmen wieder Framatome und gehört dem halbstaatlichen Energiekonzern EDF.

Osram: Die damalige Glühlampen-Tochter brachte Siemens 2013 an die Börse. 2017 verkaufte der Mutterkonzern seine letzten Aktien. Der im MDax gelistete Lichttechnikkonzern hat das Kaufinteresse der Finanzinvestoren Bain Capital und Carlyle geweckt.

Bosch und Siemens Hausgeräte (BSH): Aus dem Hersteller von Waschmaschinen und Staubsaugern stieg Siemens 2015 aus. Der Stuttgarter Bosch-Konzern war bereits seit 1967 Partner der Münchner, übernahm deren 50-prozentigen Anteil und verwendet die Marke Siemens weiterhin in Lizenz.

Siemens Gamesa: 2017 fusionierte Siemens sein Windkraftgeschäft mit dem börsennotierten spanischen Anbieter Gamesa. An dem neuen Unternehmen, das in Madrid notiert ist, hält Siemens 59 Prozent. Die Beteiligung soll im nächsten Jahr Teil der verselbständigten Siemens-Energiegesellschaft werden.

Siemens Healthineers: Der Medizintechnikanbieter ist seit 2018 an der Börse und im MDax gelistet. Der Mutterkonzern ist mit einem Anteil von 85 Prozent noch immer Hauptaktionär.

(Reuters/cash)

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