07:55

Am Devisenmarkt steht zum Wochenschluss der Euro mit leichten Erholungstendenzen im Fokus. Das Euro/Franken-Paar nimmt mit Kursen von aktuell 0,9181 die Marke von 92 Rappen vorsichtig ins Visier. Das Euro/Franken-Paar befindet sich seit Mitte März in einer leichten Aufwärtsbewegung. So hoch wie aktuell notierte es zuletzt Ende Januar.

Auch zum US-Dollar gewinnt die Gemeinschaftswährung auf 1,1539 nach 1,1521 am Vorabend leicht hinzu. Derweil bewegt sich das Dollar/Franken-Paar mit 0,7957 kaum von der Stelle.

Der Nahost-Krieg hält unvermindert an und Hinweise auf ein bevorstehendes Ende der Militärschläge gibt es bislang kaum, fasst es die Helaba in einem Morgenkommentar zusammen. Immerhin scheine es derzeit keine grösseren Angriffe auf Ölförderanlagen oder sonstige Energieinfrastruktur in der Region zu geben. Zudem verlängerte US-Präsident Donald Trump sein Ultimatum erneut - dieses Mal um zehn Tage. Damit soll es in dieser Zeit keine Angriffe auf iranische Energieanlagen geben. «Das kann sich aber ändern, sollte der Iran keine Verhandlungsbereitschaft erkennen lassen», so der Kommentar weiter.

«Die Rhetorik zwischen den USA und dem Iran ist jedenfalls martialisch und die Unsicherheit bleibt gross.» Am Vortag habe denn auch die Risikoaversion erneut zugenommen, wie die erneut gestiegenen Energiepreise zeigten.

+++

07:29

Der Dax wird Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge am Freitag höher starten. ‌Für ⁠Erleichterung sorgt zum Wochenschluss, dass US-Präsident Donald Trump ⁠die angedrohten Angriffe auf Energieanlagen im Iran nach eigenen Angaben ‌für weitere zehn Tage ausgesetzt hat. ‌

Am Donnerstag hatten steigende ​Ölpreise infolge des Nahost-Kriegs die Aktienmärkte belastet. Dax und EuroStoxx50 rutschten um je 1,5 Prozent ab. Der deutsche Leitindex schloss bei 22'612 Zählern. 

Bei ​den ​Unternehmen legen am Freitag unter ⁠anderem der Gabelstapler-Hersteller Jungheinrich Geschäftszahlen vor, ebenso ​der Autovermieter Sixt ⁠und der IT-Dienstleister GFT Technologies.

+++

06:20

Der  Schweizer Aktienmarkt, gemessen am SMI, taxiert im vorbörslichen Handel bei der Bank IG 0,4 Prozent tiefer bei 12'609 Punkten.

+++

05:30

Die anhaltende Eskalation im Nahost-Krieg hat die asiatischen Börsen am Freitag fest im Griff behalten. In Tokio gab der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,3 Prozent auf 53'446,3 Punkte nach, während der breiter gefasste Topix 0,3 Prozent ‌höher bei 3652,8 ⁠Zählern notierte. Die chinesischen Börsen zeigten sich widerstandsfähiger: Die Börse Shanghai gewann 0,3 Prozent auf 3899,1 Stellen. Der Index der wichtigsten ⁠Unternehmen in Shanghai und Shenzhen stieg um 0,4 Prozent auf 4495,5 Punkte.

Die Hoffnung auf eine baldige Waffenruhe schwand, nachdem der Iran einen US-Vorschlag zur Beendigung ‌des Konflikts als einseitig zurückgewiesen hatte. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor sein Ultimatum für Angriffe ‌auf iranische Kraftwerke um zehn Tage verschoben. «Die Schlagzeilen aus dem Nahen ​Osten werden am Wochenende nicht abreissen, sodass wir von einer weiteren risikoscheuen Woche ausgehen können», sagte Analyst Sean Callow von ITC Markets. In Japan plant das Industrieministerium derweil, die Kohleverstromung auszuweiten, um drohende Engpässe bei Flüssiggas-Importen abzufedern.

Analysten der Bank Citi warnten, dass Asien wegen seiner Abhängigkeit von importierten Brennstoffen besonders starkem Gegenwind ausgesetzt sei. Südkorea verhängte bereits ein Exportverbot für Naphtha, weshalb der Chemiekonzern LG Chem ‌Anlagen vorübergehend schliessen musste. Dies machte die rohstoffabhängigen Märkte wie Japan und Südkorea zu den Verlierern der Woche.

Ein Lichtblick kam dagegen aus China, was die dortigen Börsen zu den Tagesgewinnern machte: Die Gewinne der chinesischen Industrieunternehmen stiegen in den ersten beiden Monaten des ​Jahres um 15,2 Prozent und stützten die Kurse.

+++

05:00

Am Devisenmarkt blieb der US-Dollar als sicherer Hafen ​gefragt, auch wenn er zum Yen leicht nachgab.

Im asiatischen Handel verlor der ​Dollar 0,1 Prozent auf 159,57 Yen. Zur chinesischen Währung legte er leicht auf 6,9128 Yuan zu, und zur Schweizer Währung rückte er etwas auf 0,7951 Franken vor. ‌

Parallel dazu blieb der Euro fast unverändert bei 1,1538 Dollar und zog um 0,1 Prozent auf 0,9175 Franken an. Marktbeobachter rechnen mit Interventionen, sollte der Yen die Marke von 160 pro Dollar erreichen.

+++

04:30

Die Ölpreise gaben nach der Verschiebung des US-Ultimatums an den Iran ​leicht nach, ​blieben aber angesichts der Inflationssorgen auf hohem Niveau.

Am Rohstoffmarkt ⁠verbilligte sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 0,9 Prozent auf 107,04 Dollar ​je Barrel (159 Liter). Das ⁠US-Öl WTI notierte 1,0 Prozent schwächer bei 93,57 Dollar. Die Sorge vor einer Ausweitung des Krieges zu einem Bodenkonflikt und einer anhaltenden ‌Blockade der Strasse von Hormus stützte die Preise weiterhin.

+++

23:00

Die vortags erholten New Yorker Börsen haben am Donnerstag wieder deutliche Verluste erlitten. Angesichts der anhaltenden Unsicherheit rund um den Iran-Krieg waren die Anleger vorsichtig. Dass US-Präsident Donald Trump nach Drohungen mit einer Eskalation des Konflikts zuletzt eine weitere Verlängerung seines Ultimatums an den Iran nicht ausschloss, half den Aktienkursen nicht.

Der Leitindex Dow Jones Industrial ging 1,01 Prozent tiefer mit 45'960,1 Punkten aus dem Handel. Der marktbreite S&P 500 büsste 1,74 Prozent auf 6477,2 Punkte ein. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es sogar um 2,38 Prozent auf 23'587,0 Punkte bergab, was einen weiteren Tiefstand seit September bedeutet. Er litt besonders unter der Schwäche von Halbleiteraktien.

Trump hatte dem Iran damit gedroht, Kraftwerke zu zerstören, sollte Teheran die Strasse von Hormus nicht vollständig und «ohne Drohungen» für den Schiffsverkehr öffnen. Ursprünglich hatte er dafür ein Ultimatum gesetzt, das in der Nacht zum Dienstag deutscher Zeit ausgelaufen wäre. Am Montag hatte er dann angekündigt, wegen «sehr guter und produktiver Gespräche über eine vollständige und endgültige Beilegung unserer Feindseligkeiten» für weitere fünf Tage auf solche Angriffe zu verzichten. Nun wurde die Frist erneut verlängert.

Nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim übermittelte der Iran bereits seine Antwort auf einen 15-Punkte-Vorschlag der USA für ein Kriegsende - unter anderem mit der Forderung nach einem Ende der Kampfhandlungen an allen Fronten.

An den Börsen herrsche rasch Ungeduld angesichts ausbleibender Erfolge in Richtung Frieden, konstatierte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. Matt Maley vom US-Vermögensverwalter Miller Tabak geht von bestenfalls bescheidenen Fortschritten bei den Gesprächen der Kriegsparteien aus.

Halbleitertitel knüpften mit deutlichen Verlusten an den Kursrückschlag vom Mittwoch an: Lam Research zählten mit minus 9,4 Prozent zu den schwächsten Werten im Nasdaq 100, gefolgt von Applied Materials und Seagate Technology, die sich um jeweils 8,3 Prozent verbilligten.

Die Google-Mutter Alphabet hatte Forschungsergebnisse veröffentlicht, die eine effizientere Nutzung des für die Entwicklung Künstlicher Intelligenz (KI) benötigten Speicherplatzes ermöglichen könnten. Speicherchip-Unternehmen haben in den letzten Monaten einen Höhenflug erlebt, da die rasante Entwicklung der KI-Infrastruktur einen sprunghaften Anstieg der Chip-Preise auslöste und damit Gewinne und Aktienkurse in die Höhe trieb.

Bei Meta mussten die Anleger einen Kursrutsch von 8 Prozent verkraften. Der Technologie- und Social-Media-Riese will mehr als 10 Milliarden US-Dollar in den Bau eines Rechenzentrums in Texas investieren, was einen deutlichen Anstieg gegenüber den ursprünglich geplanten 1,5 Milliarden Dollar bedeutet.

Für Kursgewinne sorgte indes Übernahmefantasie. So zogen die Aktien von Brown-Forman um 8,9 Prozent an. Der französische Spirituosenhersteller Pernod Ricard erwägt Kreisen zufolge einen Kauf des US-Branchenkollegen mit der bekannten Whisky-Marke Jack Daniel's.

Die Aktien von Olaplex sprangen um rund die Hälfte ihres vorherigen Werts auf 2,01 Dollar hoch. Der Düsseldorfer Konsumgüterkonzern Henkel hat eine Vereinbarung zum Kauf des Shampoo-Herstellers für 1,4 Milliarden Dollar unterzeichnet. Dies entspricht den Angaben zufolge 2,06 Dollar je Olaplex-Aktie. Der Deal sei vom Olaplex-Management genehmigt worden, und auch die Beteiligungsgesellschaft Advent habe als grösster Anteilseigner zugestimmt.

(cash/AWP/Reuters/Bloomberg)

Monique Misteli Ringier
Monique MisteliMehr erfahren