09:27
Der Ölpreis hat am Donnerstag den mit Beginn des Iran-Krieges gestarteten Höhenflug fortgesetzt. Im frühen Handel wurde Brent-Öl aus der Nordsee mit Lieferung im Mai zu 84,05 US-Dollar je Barrel (159 Liter) gehandelt. Das sind etwas mehr als drei Prozent über dem Niveau vom Vorabend. Seit dem Beginn der Angriffe der USA und Israels gegen den Iran am Wochenende hat sich Brent-Öl um mittlerweile etwa 16 Prozent verteuert. Am Dienstag wurde bei 85,12 Dollar zeitweise der höchste Stand seit Juli 2024 erreicht.
Die Strasse von Hormus, durch die ein grosser Teil des globalen Ölhandels verlauft, bleibt die Hauptsorge des Marktes. Der Schiffsverkehr durch diese Wasserstrasse ist nahezu zum Erliegen gekommen. Die faktische Blockade der Wasserstrasse hat die Rohöllieferungen aus dem Iran sowie von anderen Produzenten am Persischen Golf unterbrochen und Förderländer gezwungen, ihre Produktion zu drosseln.
Zuletzt haben iranischen Revolutionsgarden einen Angriff auf einen Öltanker im Norden des Persischen Golfs gemeldet. Auf dem Webportal der Garden heisst es, das Schiff stehe in Flammen. Die Revolutionsgarden erneuerten ihre Drohung, im Kriegsfall die Strasse von Hormus zu kontrollieren. Schiffe der USA, Israels, europäischer Staaten und ihrer Verbündeten hätten keine Erlaubnis für eine Durchfahrt und würden angegriffen.
Sollte es zu weiteren Angriffen auf Öltanker oder auf die Infrastruktur der Ölindustrie oder zu längeren Störungen der Ölindustrie in der Region kommen, könnten die Preise wieder stark ansteigen, heisst es von Analysten des Handelshauses Phillip Nova aus Singapur.
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09:15
Der Schweizer Aktienmarkt eröffnet am Donnerstag mit Abschlägen. Das beherrschende Thema bleibt der Iran-Krieg und die damit sehr unsichere Lage im arabischen Raum. Auch die US-Vorgaben geben keine Unterstützung. Zwar hatten die dortigen Indizes wie auch die Märkte hierzulande einen leichten Erholungsversuch gestartet, sich nach Börsenschluss in Europa aber kaum mehr bewegt. Vage Zeitungsberichte über die Bereitschaft des Iran zum Ende des Kriegs liessen ein wenig Hoffnung aufkommen.
Derweil zieht der noch keine Woche andauernde Krieg immer weitere Kreise und mit einer Rakete in Richtung des Nato-Landes Türkei droht eine neue Eskalationsstufe. «Die Investoren bleiben nervös und das dürfte sich auch in den kommenden Tagen in einer hohen Volatilität bei Aktien, Rohstoffen und Währungen zeigen», kommentierte ein Händler. Es sei derzeit sehr schwer abzuschätzen, wie weit die Eskalationsspirale noch gedreht werde. Vor dem morgigen offiziellen US-Arbeitsmarktbericht stehen am heutigen Nachmittag noch die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe im Fokus. Und aktuell werde jedes Datenfragment auf die Goldwaage gelegt, so der Tenor am Markt.
Der im Brennpunkt stehende Ölpreis hat seinen massiven Höhenflug seit Ausbruch des Krieges zunächst nicht mehr so rasant fortgesetzt. Mit rund 83,50 Dollar für die Sorte Brent bliebt der Preise unterhalb der jüngsten Höchststände (85,12 USD), aber immer noch deutlich über dem Niveau von letzter Woche.
Der SMI notiert gegen 09.10 Uhr um 0,40 Prozent tiefer bei 13'452 Punkten. 14 der 20 Titel stehen im Minus.
Der breite Markt, gemessen am SPI, dreht nach vorbörslichen Aufschlägen ebenfalls ins Minus mit -0,39 Prozent auf 18'547 Punkte. Hier fällt vorallem der Anstieg bei Galderma (+7,2 Prozent) nach Jahreszahlen auf. Die Hautspezialistin hat die Erwartungen erfüllt und einen sehr zuversichtlichen Ausblick gegeben. Zudem wurde das Mittelfristziel für den Spitzenumsatz des Hoffnungsträgers Nemluvio verdoppelt.
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08:25
Die Börsen in Asien haben sich am Donnerstag nach den starken Verlusten der Vortage deutlich erholt. Die Nervosität blieb allerdings gross wegen der Spannungen im Nahen Osten und der Unsicherheit über den wichtigen Öltransportweg durch die Strasse von Hormus.
In Tokio stieg der Leitindex Nikkei um rund 2,8 Prozent, nachdem er am Vortag noch deutlich gefallen war. Auch andere Märkte legten kräftig zu: In Taipeh gewann die Börse mehr als drei Prozent, während der südkoreanische Kospi um gut zehn Prozent nach oben schoss. Am Tag zuvor hatte der Index noch einen historischen Einbruch von zwölf Prozent verzeichnet.
Besonders stark erholten sich Technologiewerte: Die Speicherchip-Hersteller Samsung Electronics und SK Hynix verteuerten sich um rund zwölf Prozent. Analysten sprechen von einer technischen Gegenbewegung nach den massiven Verkäufen zuvor. Die grundlegende Lage der asiatischen Halbleiterunternehmen habe sich nicht verändert. Unterstützung kam auch von der Wall Street, wo besser als erwartete US-Konjunkturdaten die Kurse gestützt hatten.
Auch Chinas Börsen legten zu. Investoren richten ihren Blick dort auf die jährlichen politischen Beratungen in Peking, bei denen die Regierung für 2026 ein Wirtschaftswachstum von 4,5 bis 5 Prozent in Aussicht stellte. Weitere Massnahmen zur Stützung der Wirtschaft werden erwartet.
Trotz der Erholung bleiben die Märkte nervös. Anleger verfolgten weiterhin aufmerksam die Entwicklung im Nahen Osten und die Ölpreise. Steigende Energiepreise könnten die Kosten vieler Unternehmen erhöhen.
Unterdessen stiegen die Ölpreise erneut. Der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent kletterte um rund drei Prozent auf knapp 77 Dollar, während US-Öl der Sorte WTI um etwa 2,5 Prozent auf gut 83 Dollar zulegte. Auslöser bleibt die Blockade der Strasse von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports läuft. Die USA stellten zwar eine mögliche Eskorte für Tanker in Aussicht, während der Iran erklärte, die Kontrolle über die Passage zu haben.
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08:20
Neue Kursziele und Ratings für Schweizer Aktien:
- Kühne+Nagel: UBS erhöht auf 177 (161) Franken mit «Neutral»
- Oerlikon: Julius Bär erhöht auf 4,10 (3,20) Franken mit «Hold»
- Adecco: Goldman Sachs senkt auf 36,40 (42,50) Franken mit «Buy»
- Schweiter: Baader Helvea erhöht auf 289 (229) Franken mit «Add»
08:10
Der Schweizer Aktienmarkt, gemessen am SMI, fällt im vorbörslichen Handel bei der Bank Julius Bär ins Minus. Knapp eine Stunde vor Handelsbeginn tendiert der Swiss Market Index 0,15 Prozent tiefer bei 13'490 Punkten. Dabei verzeichnen 19 von 20 SMI-Titeln Abschläge.
Die Abschläge bewegen sich in einer engen Spanne. Dabei stehen die Valoren von Roche mit -0,25 Prozent am deutlichsten im Minus. Die übrigen Titel notieren zwischen -0,23 Prozent (Sika und UBS) bis -0,10 Prozent (Swisscom). Einzig die Valoren von Richemont vermögen im vorbörslichen Handel zu überzeugen mit einem Plus von 0,72 Prozent.
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07:57
Am Devisenmarkt bleibt die Lage angesichts des anhaltenden Kriegs in Nahost angespannt. Eine wirkliche Entspannung ist nicht in Sicht und Anleger fragen sich, wie weit die Eskalationsspirale noch gedreht wird.
Für die Schweiz gebe es zwei Seiten der Medaille, heisst es in einem Bericht der Commerzbank. Unter dem Strich dürfte der Konflikt laut den Analysten an der tiefen Teuerung nichts ändern, da der Franken aufgrund der Risikoaversion an den Märkten weiter erstarke. Entsprechend seien die steigenden Ölpreise nur die Kehrseite.
Dennoch möchte die Schweizerische Nationalbank (SNB) wohl kein Risiko eingehen. Entsprechend hätten sie am Mittwoch an einer Medienveranstaltung erneut ihre «erhöhte Bereitschaft zu Interventionen am Devisenmarkt betont. »Derartige Warnungen von der SNB sind selten", so die Coba-Experten. Der nächste Schritt dürfte dann wohl eine aktive Invervention sein.
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07:42
Die Sorgen konzentrierten sich auf den Lieferfluss durch die Strasse von Hormus, schrieben die Analysten der ANZ in einem Kommentar. Die Wasserstrasse ist eine wichtige Transportader für rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und LNG-Versorgung. Aktuell ist der Schiffsverkehr hier eingestellt. Iranische Streitkräfte haben Öltanker in oder nahe der Strasse von Hormus angegriffen.
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07:22
Der Dax wird Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge am Donnerstag schwächer starten. Am Mittwoch waren die Aktienmärkte auf Erholungskurs gegangen, während die Preisexplosion am Ölmarkt stoppte. Der Dax hatte 1,7 Prozent auf 24'205 Punkte zugelegt. Auch an der Wall Street ging es bergauf. Investoren hofften auf eine baldige Entspannung im Nahen Osten.
Die Richtung an den Börsen dürften auch am Donnerstag die Entwicklungen im Iran vorgeben. Die Republikaner im US-Senat blockierten eine parteiübergreifende Resolution, die den Militäreinsatz gegen den Iran stoppen soll. Der Senat stimmte am Mittwoch mit 53 zu 47 Stimmen dagegen, die Vorlage weiter zu behandeln. Mit der Resolution soll der Kongress sein verfassungsmässiges Recht zurückerlangen, Kriege zu erklären.
Hierzulande lassen sich unter anderem Merck KGaA und DHL in ihre Bilanzen schauen. Die Protokolle der jüngsten Zinssitzung der Europäischen Zentralbank dürften Einblick in die internen Diskussionen der Währungshüter geben. Sie hatten den Leitzins im Februar weiter konstant gehalten, zugleich aber ihre Flexibilität angesichts der unsicheren geopolitischen Lage betont.
In Peking beginnt die Jahrestagung des Nationalen Volkskongresses. Im Fokus steht der neue Fünfjahresplan, der unter anderem Ziele für den Klimaschutz, die Energiesicherheit und den Abbau von Industrie-Überkapazitäten definieren soll.
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06:15
Der Schweizer Aktienmarkt tendiert gemessen am SMI um die Nulllinie mit leicht negativer Tendenz. Im vorbörslichen Handel der Bank IG tendiert der Leitindex 0,04 Prozent tiefer bei 13'520 Punkten.
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05:30
Die Hoffnung auf eine Deeskalation im Nahost-Konflikt hat die asiatischen Börsen am Donnerstag beflügelt. Nach den kräftigen Verlusten vom Vortag erholten sich die Märkte, nachdem Berichte über mögliche Gespräche zwischen den USA und dem Iran die Risikobereitschaft der Anleger erhöhten. Die geopolitischen Spannungen bleiben jedoch hoch, nachdem ein US-U-Boot ein iranisches Kriegsschiff versenkt und die NATO eine iranische Rakete abgefangen hatte. «Das geopolitische Risiko kann sehr schnell wieder aufflammen, daher könnten die frühen Gewinne in der asiatisch-pazifischen Region nicht von Dauer sein», warnte Paco Chow vom Vermögensverwalter Moomoo.
In Tokio legte der Nikkei-Index um 1,8 Prozent auf 55'215,8 Punkte zu. Der breiter gefasste Topix notierte 1,8 Prozent höher bei 3699,4 Zählern. Die Börse Shanghai gewann 0,8 Prozent auf 4116,8 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen stieg um 1,3 Prozent auf 4662,8 Punkte. China setzte sein Wachstumsziel für das kommende Jahr mit 4,5 bis fünf Prozent etwas niedriger an als im Vorjahr.
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23:40
Hoffnungen auf eine Entspannung im Nahen Osten und Zusagen von US-Präsident Donald Trump zur Stabilisierung der Ölmärkte haben der Wall Street am Mittwoch Auftrieb gegeben.
Einem Bericht der «New York Times» zufolge haben iranische Geheimdienstmitarbeiter einen Tag nach den Angriffen indirekt Kontakt zur CIA aufgenommen. US-Regierungsvertreter äusserten sich jedoch skeptisch, ob die Regierung Trump oder der Iran tatsächlich zu einer raschen Deeskalation bereit seien. Beruhigend wirkte auf die Märkte Trumps Ankündigung, Öltanker in der Strasse von Hormus durch die US-Marine begleiten zu lassen und Versicherungen gegen politische Risiken anzubieten. Der Ölpreis der Sorte Brent blieb unverändert bei 81,40 Dollar je Barrel und notierte damit auf dem höchsten Stand seit Januar 2025.
Die Schritte des Weissen Hauses minderten die Sorge vor massiven Störungen am Ölmarkt, die die Inflation anheizen könnten, sagte Jim Awad von Clearstead Advisors. Die Erleichterung habe Anleger ermutigt, bei Tech-Titeln einzusteigen, die im Februar stark verkauft worden waren. «Diese Kombination verleiht dem Markt einen gewissen Optimismus, der in den kommenden Wochen auf die Probe gestellt wird», sagte Awad. Man dürfe jedoch weder zu optimistisch noch zu pessimistisch werden. Papiere von Nvidia stiegen um 1,7 Prozent, Amazon um 3,9 Prozent und Tesla um 3,4 Prozent.
Richard Bernstein von der gleichnamigen Beratungsfirma warnte indes, dass der Krieg die Inflation weiter antreiben könnte. Sollten die Kämpfe länger andauern und die US-Wirtschaft belasten, drohe an den Märkten mehr Volatilität.
Ein verhaltener Geschäftsausblick belastete Papiere des Modehändlers Abercrombie & Fitch, die 3,6 Prozent nachgaben. Das Unternehmen rechnet für das Gesamtjahr mit einem Umsatzwachstum zwischen drei und fünf Prozent. Analysten hatten im Schnitt ein Plus von 4,2 Prozent prognostiziert.
(cash/AWP/Reuters)

