Die Märkte haben sich kaum an Donald Trumps erstes Jahr der zweiten Amtszeit gewöhnt, da sorgt der US-Präsident abermals für Unruhe an den Börsen.
Am Montag eröffnete der Schweizer Leitindex SMI deutlich im Minus: 0,83 Prozent verlor der Index und notiert im frühen Handel bei 13'304,8 Punkten. Der Grund: Trump hatte am Wochenende neue Zolldrohungen ausgesprochen, diesmal im Zusammenhang mit dem eskalierenden Grönland-Streit.
An der Schweizer Börse zeigte sich nun ein gemischtes Bild. Am härtesten traf es Luxusgüterhersteller Richemont, der mit minus 3,35 Prozent als grösster Verlierer im SMI dastand. Allerdings spielten hier nicht nur die Trump-Drohungen eine Rolle - die Royal Bank of Canada hatte zuvor das Kursziel für die Aktie auf 165 von 170 Franken gesenkt. Auch andere exportorientierte Titel litten: Alcon büsste 2,41 Prozent ein, der Logistikkonzern Kühne+Nagel gab 2,17 Prozent ab, gefolgt von Partners Group mit minus 2,1 Prozent und Logitech mit minus 1,48 Prozent.
Defensive Schwergewichte zeigten sich dagegen widerstandsfähiger. Der Telekomkonzern Swisscom legte als einziger Blue Chip sogar 0,79 Prozent zu. Pharmakonzern Novartis gewann 0,29 Prozent, während Swiss Re, Roche und der Aromen- und Duftstoffhersteller Givaudan um die Nulllinie pendelten. Nestlé, das dritte Börsenschwergewicht, verdaute die Trump-Drohungen mit 0,4 Prozent Minus.
Am breiten Markt sah es ähnlich aus. Der Swiss Performance Index notiert 0,73 Prozent tiefer. Besonders hart traf es Technologiewerte und Industrieunternehmen: AMS Osram stürzte um 4,48 Prozent ab, Lem Holding verlor 3,77 Prozent, Sulzer 3,58 Prozent und der Halbleiterzulieferer VAT 3,34 Prozent.
Einen Lichtblick bot Polypeptide, das nach positiven Umsatzzahlen 5,3 Prozent zulegte. Auch Ascom gewann 2,07 Prozent, Feintool 1,42 Prozent sowie Arbonia und Belimo je 1,1 Prozent.
Die EU bereitet bereits Gegenmassnahmen vor. Ab dem 6. Februar könnten automatisch Gegenzölle in Höhe von 93 Milliarden Euro in Kraft treten, falls Trump seine Drohungen wahrmacht.
Der US-Präsident will die zu Dänemark gehörende Arktisinsel den Vereinigten Staaten einverleiben und setzt dabei auf massiven wirtschaftlichen Druck. Ab dem 1. Februar sollen zunächst 10 Prozent Zölle auf alle Waren aus acht europäischen Ländern erhoben werden - darunter Deutschland, Frankreich, Dänemark und die skandinavischen Staaten. Im Juni würden diese Abgaben dann auf 25 Prozent steigen, falls Dänemark nicht einem Verkauf Grönlands zustimmt. Trump begründet sein Vorgehen mit der nationalen Sicherheit der USA und strategischen Interessen in der Arktis.
Die Nervosität an den Märkten dürfte vorerst anhalten - zumal Trump diese Woche mit einer grossen US-Delegation zum Weltwirtschaftsforum nach Davos reist, unklar was zu erwarten ist.
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