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Gut zwei Wochen ist es her, dass der Swiss Market Index (SMI) das Jahresendziel der UBS von 14'000 Punkten regelrecht pulverisierte – und das gleich sechs Monate früher als gedacht. Noch liegen mir allerdings keine überarbeiteten Indexziele aus den Büroräumen des Global Wealth Managements der Grossbank vor.
Nun aber preschen die Londoner Strategen um ihren Chefdenker Gerry Fowler vor und passen ihre Ziele für den Stoxx Europe 600 Index kräftig nach oben an. Neuerdings sehen sie das breit gefasste Börsenbarometer per Ende Dezember bei 690 (zuvor 630) Punkten stehen. Bis Ende 2027 traut man ihm dann sogar einen Vorstoss auf 760 (zuvor 650) Punkte zu. Es ist dies das höchste mir bekannte Indexziel einer Bank überhaupt.
Eine konkrete Prognose für den SMI geben die Londoner Strategen übrigens nicht ab. Das überlassen sie ihren Kollegen beim Global Wealth Management. Der Stoxx Europe 600 Index setzt sich jedoch – wie es der Name schon erahnen lässt – aus den Aktien der 600 grössten europäischen Publikumsgesellschaften zusammen und umfasst somit auch die wichtigsten Schweizer Unternehmen.
Der Stoxx Europe 600 Index ist in den letzten Wochen bereits stark gestiegen. (Quelle: www.cash.ch)
Mich überrascht nicht nur der Zeitpunkt, sondern auch die Deutlichkeit, mit welcher die Indexziele angehoben werden. Erst kürzlich schlugen Fowler und seine Abteilungskollegen mit Blick auf die anlaufende Quartalsberichterstattung nämlich noch ungewohnt vorsichtige Töne an. Man halte die Markterwartungen an die diesjährige Gewinnentwicklung der im Stoxx Europe 600 Index mitberücksichtigten Unternehmen für zu optimistisch und gehe von einer regelrechten Welle an Schätzungsreduktionen aus, hiess es damals.
Im mir zugespielten Strategiepapier geben sich die Londoner Autoren diesbezüglich geläutert. Ihres Erachtens haben sich gleich drei Dinge grundlegend zum Positiven hin entwickelt: Die Investitionen in künstliche Intelligenz sind üppiger und dauerhafter als gedacht, die Banken verzeichnen weiterhin positive Gewinnschätzungserhöhungen und wichtige defensive Titelsegmente erweisen sich nicht länger als Bremsklötze.
Folglich gehen die UBS-Strategen fürs laufende Jahr neuerdings von einem durchschnittlichen Unternehmensgewinnwachstum von 14 Prozent aus. Das wiederum liegt zwar über den bisherigen Schätzungen der Grossbank, bleibt aber auch weiterhin unter dem durchschnittlich erwarteten Gewinnwachstum von 16 Prozent der Berufskollegen bei anderen Banken zurück.
Die deutlich höheren Indexziele sind übrigens nicht nur den etwas höheren Gewinnerwartungen geschuldet, sondern auch dem Umstand, dass die Strategen auch Raum für steigende Bewertungen sehen und in ihre Modelle mit hineinverpacken. Dazu eine gute Prise technischer Anpassungen in den Modellen – et voilà. Schon lässt sich vom nächstjährigen Jahresendziel für den Stoxx Europe 600 Index auf ein appetitanregend hohes Aufwärtspotenzial von fast 20 Prozent schliessen.
Verfügt der SMI noch über Nachholbedarf? (Quelle: www.cash.ch)
Mit konkreten Aktienempfehlungen warten Fowler und seine Abteilungskollegen für einmal nicht auf. Zwischen den Zeilen lassen sie jedoch durchblicken, dass sich gerade in der Kursentwicklung zurückgebliebene Titelsegmente wie Luxusgüter oder Pharma für Zukäufe aufdrängen. Davon müssten eigentlich auch positive Impulse auf den pharmalastigen SMI ausgehen.
Kürzlich begegnete ich schon einer Erhöhung der Indexziele durch die Société Générale mit den Worten, dass die Hausse in der Euphorie stirbt. Und wenn es in diesen Tagen an etwas nicht mangelt, dann an geradezu euphorischen Aktienmarktprognosen ...
... während die Langfristzinsen in vielen Weltregionen steigen und steigen.
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