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Aktienfavoriten: UBS beweist beim SMI-Schlusslicht Partners Group einigen Mut

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Die UBS-Strategen stellen ihre Schweizer Aktienfavoriten um. Dem SMI-Sorgenkind Partners Group räumen sie das Doppelte der bisherigen Gewichtung ein. - Und: Verklausulierte Liebeserklärung für Nestlé aus London?

29.07.2026   12:00
Von cash Insider
David Layton, CEO von Partners Group.

David Layton, CEO von Partners Group.

Quelle: zVg

Der cash Insider berichtet auch im Insider Briefing jeweils vorbörslich von brandaktuellen Beobachtungen rund um das Schweizer Marktgeschehen und ist unter @cashInsider auch auf X/Twitter aktiv.

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Am Montag berichtete ich mit etwas Verspätung davon, dass die dem Global Wealth Management der UBS angehörenden Strategen um Stefan Meyer ihre Ziele für den Swiss Market Index (SMI) unter positiven Vorzeichen angepasst haben.

Als ich diese Zeilen schrieb, da wusste ich noch nicht, dass das viel beachtete Börsenbarometer keine 24 Stunden später selbst über das überarbeitete Jahresendziel vorstossen würde – und das fünf Monate früher als gedacht.

Zur Erinnerung: Meyer und seine Abteilungskollegen sehen den SMI Ende dieses Jahres bei 14'500 (zuvor 14'000) Punkten liegen und trauen ihm bis Mitte 2027 sogar einen Vorstoss auf 15'000 (zuvor 14'400) Punkte zu.

In einem mir zugespielten Kommentar nehmen die UBS-Strategen nun auch Anpassungen bei ihren taktischen Aktienempfehlungen vor. Während sie die SGS-Position von 10 auf 6 Prozent reduzieren, kaufen sie mit dem Erlös bei den Valoren von Sonova und der Partners Group zu. Die Gewichtung des Risikokapitalspezialisten verdoppelt sich dadurch von 2 auf 4 Prozent und jene des Hörgeräteherstellers erhöht sich von 3 auf 5 Prozent.

In ihrer Favoritenrolle hervorgehoben werden in den Büroräumen des Global Wealth Management der Grossbank insbesondere Lonza, Sika und Galderma. Alle drei mit einer Gewichtung von jeweils 10 Prozent. Doch auch den Aktien von Alcon wird eine Gewichtung von 10 Prozent eingeräumt und jenen des Nahrungsmittelmulti Nestlé sogar eine von 12 Prozent.

Die Aktien der Partners Group haben seit Januar deutlich an Kurswert eingebüsst (Quelle: www.cash.ch)

Comet und die Swiss Marketplace Group (SMG) sind hingegen nicht länger Teil der Titelauswahl. Die Valoren werden von den hauseigenen Analysten der Investmentbank weiterhin mit Zwölf-Monats-Kurszielen von 452 Franken beziehungsweise 51,90 Franken zum Kauf angepriesen. Bei der Scout24-Mutter zählt die UBS übrigens zu den Hauptverantwortlichen des Börsengangs vom September letzten Jahres.

Als mutig wird in hiesigen Börsenkreisen insbesondere die Verdoppelung der Partners-Group-Position beurteilt. Man spielt damit sowohl auf das herausfordernde Umfeld der Risikokapitalindustrie als auch auf die Kampagne des Leerverkäufers Grizzly Research an. Das Unternehmen selbst weist die Vorwürfe der Amerikaner entschieden zurück und hat rechtliche Schritte eingeleitet. Dennoch verharren die Aktien hartnäckig am diesjährigen SMI-Tabellenende mit einem Minus von gut 29 Prozent seit Januar.

Wobei den Strategen der UBS die besagte Verdoppelung mit Blick auf die neue Gewichtung von gerade einmal vier Prozent eigentlich gar nicht mal so viel Mut abverlangt wird.

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Nestlé-Chef Philipp Navratil dürfte gewiss mit einer anderen Reaktion der Börse auf den Zahlenkranz für die erste Jahreshälfte gerechnet haben. Alleine am Tag von dessen Veröffentlichung ging es für die Aktien des Nahrungsmittemultis aus Vevey um acht Prozent nach unten. Seither zieht jedes ach so kleine Aufbäumen gleich wieder Verkäufe nach sich.

Navratil ist – es lässt sich nicht anders sagen – dem eigenen Erfolg zum Opfer gefallen. Dreimal in Folge konnte er mit überzeugenden Quartalsabschlüssen aufwarten. Und dreimal in Folge wurden die Zahlenkränze zumindest am Tag ihres Bekanntwerdens frenetisch gefeiert.

Doch obwohl sich einige Analysten wie etwa der für die UBS tätige Guillaume Delmas bereits auf eine weitere positive Ergebnisüberraschung eingeschworen hatten, schrammte Nestlé im zweiten Quartal mit einem Volumenwachstum von 1,8 Prozent an den durchschnittlich erwarteten 1,9 Prozent vorbei.

Die Nestlé-Aktien erholen sich nur langsam vom zahlenbedingten Rücksetzer (Quelle: www.cash.ch)

Auch die operative Gewinnmarge (EBIT) fiel in Analystenkreisen durch. Um eine Umstellung bei der Verbuchung von Pensionsverpflichtungen bereinigt, lag diese nämlich nur noch bei 16,1 Prozent und nicht wie ausgewiesen bei 16,4 Prozent. Das sind 20 Basispunkte weniger als eigentlich gedacht.

Versöhnliche Worte findet nun ausgerechnet der Londoner AlphaValue-Analyst Théodore Duval-Segard. Er stuft die Aktien des Nahrungsmittelmultis zwar auch weiterhin mit «Reduce» ein, was einer schwachen Verkaufsempfehlung gleichkommt. Seines Erachtens geht der zahlenbedingte Rücksetzer allerdings viel zu weit, bezeichnet er diesen auch mit Blick auf das 85 Franken lautende Kursziel doch als «exzessiv».

In dem mir aus London zugespielten Kommentar schreibt Duval-Segard wortwörtlich: «Das Chance-Risiko-Verhältnis dieser Qualitätsaktie hat sich verbessert und rückt sie näher an einen attraktiven Einstiegspunkt heran». Wenn das mal nicht einer verklausulierten Liebeserklärung für die Aktien von Nestlé nahekommt...

Der cash Insider nimmt Marktgerüchte sowie Strategie-, Branchen- oder Unternehmensstudien auf und interpretiert diese. Marktgerüchte werden bewusst nicht auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft. Gerüchte, Spekulationen und alles, was Händler und Marktteilnehmer interessiert, sollen rasch an die Leser weitergegeben werden. Für die Richtigkeit der Inhalte wird keine Verantwortung übernommen. Die persönliche Meinung des cash Insiders muss sich nicht mit derjenigen der cash-Redaktion decken. Der cash Insider ist selber an der Börse aktiv. Nur so kann er die für diese Art von Nachrichten notwendige Marktnähe erreichen. Die geäusserten Meinungen stellen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen an die Leserschaft dar.
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