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«Aktionär der ersten Stunde» tritt bei Schweizer Börsendebütant als Verkäufer in Erscheinung

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Seit Wochen stehen die Aktien des Börsendebütanten Swiss Marketplace Group unter Verkaufsdruck. Nun zeigt sich weshalb. Und: Analyst bei Nestlé mit eher fragwürdigen Planspielen rund um das L'Oréal-Paket.

11.02.2026   12:00
Sitz von SMG Swiss Marketplace Group in Zürich Oerlikon.

Sitz von SMG Swiss Marketplace Group in Zürich Oerlikon.

Quelle: cash.ch

Der cash Insider berichtet auch im Insider Briefing jeweils vorbörslich von brandaktuellen Beobachtungen rund um das Schweizer Marktgeschehen und ist unter @cashInsider auch auf X/Twitter aktiv.

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Nach dem kurzen Aufbäumen von Anfang Januar bietet sich den Aktionärinnen und Aktionären der Swiss Marketplace Group wieder ein durchaus vertrautes Bild: Die Valoren des Börsendebütanten stehen unter Verkaufsdruck.

Mit Blackrock scheint ein «Grossaktionär der ersten Stunde» langsam aber sicher die Geduld zu verlieren. Wie aus einer Offenlegungsmeldung an die SIX Swiss Exchange hervorgeht, haben sich die Amerikaner zuletzt von Aktien getrennt. Als Verkäufer mussten sie sich nur deshalb zu erkennen geben, weil ihr Stimmenanteil dadurch unter den meldepflichtigen Schwellenwert von drei Prozent fiel.

Rückblickend stieg der weltgrösste Vermögensverwalter bei der Swiss Marketplace Group gleich ab dem ersten Handelstag in den Olymp der bedeutenden Aktionäre auf. Rund 150 Millionen Franken nahmen die Amerikaner damals im Rahmen der Publikumsöffnung in die Hand, um Aktien zu 46 Franken je Stück aus Emission zu zeichnen. Seither haben sie ihr Paket kontinuierlich ausgedünnt.

Wenn ein «Grossaktionär der ersten Stunde» wie Blackrock nur wenige Monate nach dem Börsengang bereit ist, sich bei Kursen weit unter dem Ausgabepreis von Aktien zu trennen, will das was heissen. Ich sehe darin eine weitere Schmach – sowohl für das Unternehmen selber als auch für die mit der Publikumsöffnung betrauten Banken.

Die Euphorie von Anfang Januar ist bei den SMG-Aktien längst wieder verflogen (Quelle: www.cash.ch)

Gerade für die UBS und J.P. Morgan müssten die Aktien bei Kursen um die 32 Franken ja eigentlich ein «blinder Kauf» sein. Beide hatten Ende Oktober im Zuge einer Erstabdeckung Kaufempfehlungen mit Kurszielen von 54 beziehungsweise sogar 57,50 Franken ausgesprochen. Selbst Goldman Sachs – ebenfalls eine der hauptverantwortlichen Banken – veranschlagte damals trotz ihres nur «Neutral» lautenden Anlageurteils ein Zwölf-Monats-Kursziel von 55 Franken.

Während J.P. Morgan seither beim Kursziel auf 41 Franken und Goldman Sachs auf 47 Franken zurückruderten, hält die UBS eisern am Zwölf-Monats-Kursziel von 57,50 Franken fest.

Dass die Aktien der Swiss Marketplace Group heute Mittwoch anfängliche Kursverluste abschütteln können, lässt sich übrigens mit dem Einzug der Valoren in den MSCI Global Small Cap Index per Ende Monat erklären. Da stellt sich mir doch die Frage, ob Blackrock als weltgrösster Vermögensverwalter in diesem Zusammenhang nicht doch wieder zum Zukauf gezwungen ist...?

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Am Donnerstag in einer Woche hat das lange Warten der Aktionärinnen und Aktionäre von Nestlé endlich ein Ende. Dann nämlich zeigt sich, wie der Nahrungsmittelmulti aus Vevey im Schlussquartal des letzten Jahres abgeschnitten hat.

Allerdings dürfte das Interesse an diesem Tag weniger dem Blick in den Rückspiegel als vielmehr jenem durch die Windschutzscheibe gelten – sprich: den diesjährigen Finanzzielen.

Ausserdem wird Philipp Navratil seinem langjährigen Arbeitgeber in der neuen Rolle des Firmenchefs den persönlichen Stempel aufdrücken. Ein Strategieschwenk soll es richten. Längst sind erste Indiskretionen in die angelsächsische Finanzpresse durchgesickert.

Unklar bleibt die Zukunft des L'Oréal-Pakets. Nestlé hält etwas mehr als 20 Prozent am französischen Kosmetikgiganten, was bei den nicht gerade erfolgsverwöhnten Aktionärinnen und Aktionären des Nahrungsmittelmultis verständlicherweise Begehrlichkeiten weckt und mittlerweile selbst den für die UBS tätigen Analysten Guillaume Delmas zu Planspielen verleitet.

Die Aktien von Nestlé konnten zuletzt etwas Boden gutmachen (Quelle: www.cash.ch)

In einem mir zugespielten Kommentar schliesst Delmas nicht aus, dass das L'Oréal-Paket nach 2014 und 2021 zum dritten Mal reduziert werden könnte. Einerseits stützt er sich dabei auf die hohe Nettoverschuldung, andererseits aber auch auf die Dividendenpolitik der Waadtländer ab. Diese sieht Jahr für Jahr eine höhere Ausschüttung vor. Bankeigenen Berechnungen zufolge könnten für 2025 satte 93 Prozent des freien Cashflows zur Auszahlung kommen. Für 2026 sollten es dann immerhin noch 66 Prozent des zu erwartenden freien Cashflows sein.

Die Planspiele des UBS-Analysten sehen denn auch ausschliesslich eine Beteiligungsreduktion zur Stärkung der Bilanz vor. Käme ein Viertel des Pakets zum Verkauf, würde dies das Verhältnis von Nettoverschuldung zum operativen Jahresgewinn (EBITDA) von momentan knapp 3 auf 2,5 reduzieren.

Ein solcher Schritt ginge aber auch mit einer Gewinnverwässerung von sechs Prozent einher, wie Delmas vorrechnet. Käme sogar die Hälfte des Pakets zum Verkauf, läge das Verhältnis von Nettoverschuldung zum operativen Jahresgewinn nur noch bei 2. Gleichzeitig käme es zu einer Gewinnverwässerung von sieben Prozent.

Einen Teil des Verkaufserlöses in den Rückkauf eigener Aktien fliessen zu lassen, steht für ihn nicht zur Debatte. Folglich stuft er die Valoren von Nestlé wie bis anhin nur mit «Neutral» und einem Zwölf-Monats-Kursziel von 78 Franken ein.

Sein Berufskollege Jeff Stent von BNP Paribas jonglierte sogar schon im Oktober mit Zahlen. Ich berichtete damals wie folgt:

...und weiter...

Wenn ich mich recht erinnere, hat Nestlé das L'Oréal-Paket mit etwas weniger als neun Milliarden Franken in den Büchern. Mit umgerechnet 45 Milliarden Franken liegt der Marktwert weit darüber. Bei der Frage Schuldenabbau oder Aktienrückkäufe halte ich es übrigens getreu dem Motto: Das eine tun und das andere nicht lassen.

Der cash Insider nimmt Marktgerüchte sowie Strategie-, Branchen- oder Unternehmensstudien auf und interpretiert diese. Marktgerüchte werden bewusst nicht auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft. Gerüchte, Spekulationen und alles, was Händler und Marktteilnehmer interessiert, sollen rasch an die Leser weitergegeben werden. Für die Richtigkeit der Inhalte wird keine Verantwortung übernommen. Die persönliche Meinung des cash Insiders muss sich nicht mit derjenigen der cash-Redaktion decken. Der cash Insider ist selber an der Börse aktiv. Nur so kann er die für diese Art von Nachrichten notwendige Marktnähe erreichen. Die geäusserten Meinungen stellen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen an die Leserschaft dar.
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