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Strengere Eigenmittelvorschriften

Bankenanalyst: Die UBS-Führung soll aufhören zu Jammern

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Die UBS macht kein Geheimnis daraus, dass ihr die strengeren Eigenmittelvorschriften zu weit gehen. Nun verweist ein Analyst die Grossbank in die Schranken. Und: Regionalbankenaktie bringt einen Broker in Erklärungsnot.

06.05.2026   12:05
Von cash Insider
Seitenansicht des UBS-Hauptsitzes am Paradeplatz in Zürich.

Seitenansicht des UBS-Hauptsitzes am Paradeplatz in Zürich.

Quelle: cash

Der cash Insider berichtet auch im Insider Briefing jeweils vorbörslich von brandaktuellen Beobachtungen rund um das Schweizer Marktgeschehen und ist unter @cashInsider auch auf X/Twitter aktiv.

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Kürzlich schrieb ich, dass die Uhren in Bern – zumindest gefühlt – etwas gemächlicher ticken als in anderen Regionen der Schweiz. Die Sitzung der Wirtschaftskommission des Ständerats vom Montag in Sachen «UBS Finish» scheint meinen kleinen Seitenhieb bestätigen zu wollen, verläuft der parlamentarische Prozess doch gleich von Beginn weg langsamer als erhofft.

Zugegeben: Die Materie ist hochkomplex und das kürzlich vom Bundesrat veröffentlichte Massnahmenpaket politisch ziemlich umstritten. Folglich wird man sich auch bei der UBS als Alleinbetroffene auf einen langwierigen parlamentarischen Prozess einstellen müssen. Firmenchef Sergio Ermotti und sein Verwaltungsratspräsident Colm Kelleher lassen denn auch kaum eine Gelegenheit aus, um selbst das überarbeitete Massnahmenpaket des Bundesrats schlechtzureden. Kompromisse, wie etwa beim Thema aktivierbare Steuergutschriften, hin oder her. Dafür werden sie schliesslich auch bezahlt, würden mir Aktionärinnen und Aktionäre der grössten Schweizer Bank da vermutlich entgegnen.

Die Aktien der UBS unterliegen seit Januar starken Kurs- und Stimmungsschwankungen (Quelle: www.cash.ch)

Klare Worte findet in diesem Zusammenhang der für AlphaValue tätige Bankenanalyst mit dem melodisch klingenden Namen Quentin de Villeneuve. Seines Erachtens sollten die UBS-Verantwortlichen endlich aufhören zu jammern und nicht länger unnötig Energie auf dieses Thema verschwenden.

Wie der Analyst schreibt, befindet sich der parlamentarische Prozess noch immer in einem frühen Stadium. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Massnahmenpaket vor der Ratifizierung abgeschwächt werde, sei hoch. Ausserdem werde der Grossbank eine Umsetzungsfrist von sieben Jahren gewährt. Der finanzielle Spielraum für eine grosszügige Dividendenpolitik und Aktienrückkäufe bleibe auch künftig gross.

Ausserdem will de Villeneuve verstanden wissen, dass das strengere Eigenmittelregime dem Ruf der UBS als «solideste Bank der Welt» durchaus zuträglich ist. Er sieht darin sogar einen möglichen Wachstumstreiber und preist die Aktien mit «Add» und einem Kursziel von 40,80 Franken zum Kauf an.

Auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen, kommt die Credit-Suisse-Rettung aus Sicht der UBS einem Quantensprung gleich. Endlich verfügt sie über die nötige Grösse, um auch den übermächtigen Rivalen aus Übersee – ich denke da etwa an J.P. Morgan, die Bank of America oder Goldman Sachs – Paroli bieten zu können. Die Grossbank unterliegt schon heute dem wohl strengsten Eigenkapital-Regime der Welt. Umso mehr muss die Politik in Bern schauen, dass sie in ihrem blinden Aktionismus nicht übers Ziel hinausschiesst. Denn damit wäre vor allem den ausländischen Rivalen der UBS geholfen.

+++

Aber bleiben wir doch noch bei den Bankaktien. Gerade jene der Regionalbankengruppe Valiant sind schlichtweg nicht zu bremsen. In den vergangenen Tagen stieg ihr Kurs in der Spitze bis auf 184,40 Franken und damit auf den höchsten Stand seit 16 langen Jahren. Alleine seit Januar errechnet sich mittlerweile ein Plus von mehr als 20 Prozent. Über die Gründe für diesen Höhenflug lässt sich bloss mutmassen.

Vermutlich dreht sich dabei alles um die erst kürzlich erfolgte Aufnahme in den Stoxx Europe 600 Index. Dass die Regionalbankengruppe ins vielbeachtete Börsenbarometer einziehen würde, ist spätestens seit dem 2. März bekannt. Damals wurden noch Kurse um die 167 Franken bezahlt. Indexorientierten Grossinvestoren und den Anbietern von strukturierten Indexprodukten wurde eine Frist bis zum Abend des 20. März eingeräumt, um entsprechende Titelpositionen aufzubauen.

Beeindruckender Höhenflug der Valiant-Aktien (Quelle: www.cash.ch)

Mit Blick auf eine mögliche Indexaufnahme hielt ich am 23. Februar wie folgt fest:

...und weiter...

Gerade Kepler Cheuvreux dürfte der nicht enden wollende Höhenflug gar nicht schmecken. Der Broker führt die Valiant-Aktien nämlich schon seit vielen Wochen auf der Liste «European Small & Midcap Stocks to Avoid». Diese umfasst zehn Namen. Auf das Kursziel von 134 Franken abgestützt, errechnet sich mittlerweile ein Rückschlagspotenzial von nicht weniger als 25 Prozent.

Neugierig wie ich bin, habe ich mich mal eben schlau gemacht. Aus meinen Unterlagen geht hervor, dass der hauseigene Analyst Nicolas Payen die Valoren im Mai 2024 bei Kursen von 110 Franken aufgrund der unklaren Rückstellungspolitik von «Buy» auf «Hold» herunterstufte. Anfang September 2025 senkte er sein Anlageurteil dann, knapp 25 Kursfranken höher, und sogar von «Hold» auf «Reduce» - ursprünglich mit einem Kursziel von 115 Franken, später dann eben mit einem von 134 Franken...

Der cash Insider nimmt Marktgerüchte sowie Strategie-, Branchen- oder Unternehmensstudien auf und interpretiert diese. Marktgerüchte werden bewusst nicht auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft. Gerüchte, Spekulationen und alles, was Händler und Marktteilnehmer interessiert, sollen rasch an die Leser weitergegeben werden. Für die Richtigkeit der Inhalte wird keine Verantwortung übernommen. Die persönliche Meinung des cash Insiders muss sich nicht mit derjenigen der cash-Redaktion decken. Der cash Insider ist selber an der Börse aktiv. Nur so kann er die für diese Art von Nachrichten notwendige Marktnähe erreichen. Die geäusserten Meinungen stellen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen an die Leserschaft dar.
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