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Marktgeflüster

Dank Indexfantasien: Diese Regionalbankenaktie steht kurz davor entdeckt zu werden

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Eine Herunterstufung durch die UBS müsste den Valiant-Aktien zu Wochenbeginn eigentlich zusetzen. Ausgerechnet Indexfantasien verhindern jedoch Schlimmeres. Und: Halbherzige Verkaufsempfehlung für Börsenüberflieger Sandoz.

aktualisiert um 12:00
Von cash Insider
Filiale der Valiant-Bank in Murten.

Filiale der Valiant-Bank in Murten.

Quelle: cash/mfo

Der cash Insider berichtet auch im Insider Briefing jeweils vorbörslich von brandaktuellen Beobachtungen rund um das Schweizer Marktgeschehen und ist unter @cashInsider auch auf X/Twitter aktiv.

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Ich bin mir nicht sicher, ob die Regionalbankengruppe Valiant den Fondsmanagern und Vermögensverwaltern in London überhaupt ein Begriff ist. Allerdings wird man sich auch dort - wohl oder übel - schon bald mit dieser Aktie auseinandersetzen müssen.

Bei J.P. Morgan wird die hiesige Regionalbankenaktie nämlich im selben Atemzug mit anderen heissen Anwärtern für eine Aufnahme in den breit gefassten Stoxx Europe 600 Index genannt. Bankeigenen Berechnungen zufolge findet sich die Valiant an ihrer Börsenkapitalisierung gemessen sogar auf Rang 536 wieder. Da müsste bis zur Verkündung der künftigen Indexzusammensetzung am Abend des 2. März einiges passieren, damit es nicht für einen Einzug in dieses viel beachtete Börsenbarometer reicht.

Das gilt selbst für die Herunterstufung von «Buy» auf «Neutral» durch die UBS von heute Montag. Zwar erhöht der zuständige Analyst Mate Nemes sein Zwölf-Monats-Kursziel auf 168 (zuvor 155) Franken, um der strikten Kostenkontrolle und den intakten Aussichten im Zinsdifferenzgeschäft Rechnung zu tragen. Darauf abgestützt schraubt er seine Gewinnerwartungen um bis zu 13 Prozent nach oben. Nach dem zuletzt starken Lauf der letzten Wochen und Monate hält der UBS-Analyst die Papiere dennoch für ausgereizt. An dieser Stelle sei erwähnt, dass die Grossbank von der SIX Swiss Exchange Geld für die Research-Abdeckung der Regionalbankengruppe erhält.

Kursentwicklung der Valiant-Aktien über die vergangenen drei Jahre (Quelle: www.cash.ch)

Sollte die Valiant-Aktien allerdings tatsächlich in den Stoxx Europe 600 Index aufsteigen, bleibt indexorientierten Investoren sowie den Anbietern von Indexprodukten bloss bis zum 20. März Zeit, um sich von diesen Titeln anzulachen. Will man den Londoner Strategen von J.P. Morgan Glauben schenken, dann müssen die besagten Marktakteure geschätzte 100'000 Aktien im Gegenwert von etwas mehr als 17 Millionen Franken zukaufen. Das wiederum wären, Stand heute, gut drei durchschnittliche Tagesvolumen.

Getreu dem Motto «des einen Freud, des anderen Leid» findet sich aus Schweizer Sicht der Laborausrüster Tecan auf der Liste der Londoner Strategen wieder, welche den Neuzugängen Platz machen müssen. An der Börsenkapitalisierung gemessen, reicht es den Männedorfern gerade noch zu Rang 674. Bei einem Ausscheiden aus dem Stoxx Europe 600 Index müssten sich indexorientierte Investoren sowie die Anbieter von Indexprodukten bis zum 20. März von rund 80'000 Titeln im Gegenwert von 11 Millionen Franken trennen, wie man bei der amerikanischen Investmentbank in London vorrechnet. Das entspricht allerdings bloss dem halben durchschnittlichen Tagesvolumen. Somit müssten die Verkäufe eigentlich gut absorbiert werden.

Harren wir folglich doch der Dinge, die da kommen mögen...

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Der Börsengang von Sandoz ist ein Erfolg, der hierzulande seinesgleichen sucht. Trotz gewisser Anlaufschwierigkeiten in den Wochen unmittelbar nach der Abspaltung vom früheren Mutterhaus Novartis kosten die Aktien fast dreimal so viel wie im Oktober vor zwei Jahren.

Und noch immer überwiegen die positiven Analystenkommentare. Egal ob Jefferies, Barclays oder J.P. Morgan - es gibt kaum eine Bank, welche die Valoren des Herstellers von Nachahmermedikamenten nicht zum Kauf anpreisen würde.

Einzig bei der Londoner AlphaValue hält man dagegen und stuft die Sandoz-Aktien mit «Reduce» ein. Mit einem eben gerade überarbeiteten Kursziel von 69,20 (zuvor 65) Franken kommt die Verkaufsempfehlung für mich eher halbherzig daher. Ausserdem schreibt der zuständige Analyst wortwörtlich, dass die Wachstumsaussichten des Unternehmens selbst manch grossen und innovativen Pharmahersteller eifersüchtig machen dürften.

Gegenüber dem Stand vom ersten Handelstag haben sich die Sandoz-Aktien nahezu im Kurs verdreifacht (Quelle: www.cash.ch)

Eine wichtige Bewährungsprobe wartet diesen Mittwoch auf die erfolgsverwöhnten Aktionärinnen und Aktionäre der einstigen Novartis-Tochter. Dann nämlich steht frühmorgens der Zahlenkranz für das Schlussquartal letzten Jahres an. Analysten gehen durchschnittlich von einem operativen Kerngewinn von 2,37 Milliarden Dollar bei einem Umsatz von gut 11 Milliarden Dollar aus.

Nicht weniger wichtig für die Reaktion der Börse dürften an diesem Tag die diesjährigen Finanzziele sein. Wie einem Ausblick der Zürcher Kantonalbank entnommen werden kann, liegen die Markterwartungen bei einem Umsatzwachstum in Lokalwährungen von knapp sieben Prozent und einer gleichzeitigen Verbesserung der operativen Kerngewinnmarge (EBITDA) auf etwas mehr als 22 Prozent.

In hiesigen Börsenkreisen wird gemunkelt, dass Sandoz bei den Finanzzielen so früh im Jahr absichtlich tiefstapeln dürfte. Spätestens am kommenden Mittwochmorgen wissen wir dann mehr. Die Aktien bleiben vorerst jedenfalls ein fester Bestandteil meiner Schweizer Jahresfavoriten.

Der cash Insider nimmt Marktgerüchte sowie Strategie-, Branchen- oder Unternehmensstudien auf und interpretiert diese. Marktgerüchte werden bewusst nicht auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft. Gerüchte, Spekulationen und alles, was Händler und Marktteilnehmer interessiert, sollen rasch an die Leser weitergegeben werden. Für die Richtigkeit der Inhalte wird keine Verantwortung übernommen. Die persönliche Meinung des cash Insiders muss sich nicht mit derjenigen der cash-Redaktion decken. Der cash Insider ist selber an der Börse aktiv. Nur so kann er die für diese Art von Nachrichten notwendige Marktnähe erreichen. Die geäusserten Meinungen stellen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen an die Leserschaft dar.
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