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Marktgeflüster

Diese Heraufstufung müsste der Nestlé-Aktie und dem SMI eigentlich helfen

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Eine mysteriöse Schwäche beim Schwergewicht Nestlé kostet den SMI wertvolle Punkte. Selbst von einer Heraufstufung aus London gehen nicht die erhofften Impulse aus. Und: Hat sich ein Fondsanbieter die Finger an DocMorris verbrannt?

23.03.2026   12:00
Von cash Insider
Das Hauptquartier von Nestlé in Vevey.

Das Hauptquartier von Nestlé in Vevey.

Quelle: zVg

Der cash Insider berichtet auch im Insider Briefing jeweils vorbörslich von brandaktuellen Beobachtungen rund um das Schweizer Marktgeschehen und ist unter @cashInsider auch auf X/Twitter aktiv.

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Am Freitag berichtete ich von einer mysteriösen Aktienkursschwäche bei Nestlé. Mysteriös deshalb, weil man sich bei den Grossinvestoren in Börsenschwächen wie der jetzigen gerne an die defensiven Qualitäten des Nahrungsmittelmultis aus Vevey zurückerinnert. Vergangene Woche war allerdings genau das Gegenteil der Fall. Alleine am Mittwoch gaben die Aktien um fast vier Prozent nach. Das wiederum kostete auch den Swiss Market Index (SMI) wertvolle Punkte.

Die Nestlé-Schwäche wird sogar noch mysteriöser, wenn man weiss, dass die Londoner Strategen von Goldman Sachs die europäischen Nahrungsmittelaktien eben erst von «Neutral» auf «Overweight» heraufgestuft haben und diesen neuerdings ein überdurchschnittliches Gewicht in ihren Kundenportefeuilles einräumen.

Davon müsste eigentlich auch das Schwergewicht und somit der SMI profitieren können – zumal der bankeigene Analyst Olivier Nicolai die Valoren mit einem Zwölf-Monats-Kursziel von 93 Franken zum Kauf anpreist.

Die rückläufigen Kurse dürften mitunter den Plänen von Erzrivale Unilever geschuldet sein, sich des Lebensmittelgeschäfts entledigen zu wollen. Angeblich liegt dem britischen Mischkonzern seitens der amerikanischen McCormick ein Angebot vor.

Selbst die Nestlé-Aktien bekunden momentan Mühe (Quelle: www.cash.ch)

Von den Plänen Unilevers lassen sich - sofern man denn will – gleich in zweifacher Weise negative Rückschlüsse auf Nestlé ziehen. Zum einen scheint man die Zukunftsaussichten der ähnlich gelagerten Geschäftsaktivitäten beim Rivalen längerfristig als wenig attraktiv einzuschätzen und zum anderen müssen die Westschweizer an der Börse mittlerweile sogar als möglicher Mitbieter herhalten.

Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen, kann ich mir allerdings beim besten Willen nicht vorstellen, dass sich Nestlé-Chef Philipp Navratil zu einem Gegenangebot hinreissen lässt. Selbst wenn sich eine solche Transaktion mittels eines Verkaufs des L'Oréal-Pakets problemlos stemmen liesse...

Die Strategen von Goldman Sachs stützen sich bei ihrer Heraufstufung für die europäischen Nahrungsmittelaktien übrigens auf das schwierige Börsenumfeld und die gestiegenen Rezessionsrisiken ab. Für Grossinvestoren ist da vermutlich zu wenig «Fleisch am Knochen», um dieser Empfehlung aus London Folge zu leisten.

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Nach der Jahresergebnisveröffentlichung von vergangener Woche setzen gleich mehrere Analysten bei ihren Schätzungen für DocMorris den dicken Rotstift an. Der für die Berenberg Bank tätige Gerhard Orgonas streicht seine Umsatzschätzungen um bis zu 14 Prozent zusammen, um dem gemächlicheren Wachstum im Geschäft mit elektronischen Medikamentenrezepten Rechnung zu tragen. Er stuft die Aktien der Versandapotheke wie bis anhin mit «Hold» ein, wenn auch nur noch mit einem Kursziel von 4,45 (zuvor 8,10) Franken.

Sein Berufskollege Jan Koch von der Deutschen Bank räumt zwar ein, dass DocMorris im Schlussquartal letzten Jahres deutliche Fortschritte gelungen seien. Seines Erachtens «erkauft» sich das Unternehmen das Erreichen der Gewinnschwelle aber teuer. Ausserdem macht er mit Blick aufs kommende Jahr eine Finanzierungslücke im Umfang von rund 50 Millionen Franken aus. Sprich: Die Aktionärinnen und Aktionäre könnten spätestens dann erneut gezwungen sein, dem schlechten Geld gutes hinterherzuwerfen. Auch Koch stuft die Aktien daher nur mit «Hold» ein und kürzt sein Kursziel auf 4,50 (zuvor 7) Franken.

Aktienkursentwicklung von DocMorris im mehrjährigen Verlauf (Quelle: www.cash.ch)

Wie aus einer Offenlegungsmeldung hervorgeht, hat Swisscanto noch vor der Ergebnisveröffentlichung die Geduld verloren und sich von Aktien getrennt. Die Fondstochter der Zürcher Kantonalbank war im Frühsommer 2024 mit gut drei Prozent in den Olymp der bedeutenden Aktionäre aufgestiegen. Im Mai des darauffolgenden Jahres hielt sie in der Spitze dann sogar fast 10 Prozent der Stimmen – wenn auch einen Grossteil davon in Form von Wandelanleihen.

Kosteten die Aktien von DocMorris im Frühsommer 2024 noch um die 55 Franken, gelten sie mittlerweile keine 5 Franken mehr. Ein kostspieliges Abenteuer, welches sich Swisscanto da leistete.

Der cash Insider nimmt Marktgerüchte sowie Strategie-, Branchen- oder Unternehmensstudien auf und interpretiert diese. Marktgerüchte werden bewusst nicht auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft. Gerüchte, Spekulationen und alles, was Händler und Marktteilnehmer interessiert, sollen rasch an die Leser weitergegeben werden. Für die Richtigkeit der Inhalte wird keine Verantwortung übernommen. Die persönliche Meinung des cash Insiders muss sich nicht mit derjenigen der cash-Redaktion decken. Der cash Insider ist selber an der Börse aktiv. Nur so kann er die für diese Art von Nachrichten notwendige Marktnähe erreichen. Die geäusserten Meinungen stellen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen an die Leserschaft dar.
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