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Eine weitere Hiobsbotschaft für SMI-Schlusslicht Partners Group aus Übersee?

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Eine weitere Hiobsbotschaft für SMI-Schlusslicht Partners Group aus Übersee?

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Diese Woche: Hochrentable Novartis, Londoner Analyst verteidigt die Aktien der UBS, Berenberg setzt mit Swiss-Life-Kursziel neue Massstäbe - Und: Grösste Schweizer Bank mit einer eindrucksvollen Machtdemonstration.

30.10.2026   12:00
Von cash Insider
Der Campus von Partners Group in Zug (2024).

Der Campus von Partners Group in Zug (2024).

Quelle: zVg

Der cash Insider berichtet auch im Insider Briefing jeweils vorbörslich von brandaktuellen Beobachtungen rund um das Schweizer Marktgeschehen und ist unter @cashInsider auch auf X/Twitter aktiv.

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Was war das bloss wieder für eine Woche bei uns am Schweizer Aktienmarkt? In den vergangenen fünf Tagen – den heutigen Freitag mit eingerechnet – legten hierzulande nicht weniger als 20 börsenkotierte Unternehmen ihre Zahlenkränze oder Zwischenberichte vor. Unter ihnen: die beiden Schwergewichte UBS und Novartis.

Gerade Novartis übertraf im dritten Quartal selbst die kühnsten Erwartungen. Die Basler steigerten die operative Kerngewinnmarge (EBIT) im Jahresvergleich um 230 Basispunkte auf 41,6 Prozent. Nur gerade im zweiten Quartal 2025 lag sie mit 42,2 Prozent noch etwas höher.

Ich habe versucht, die (Kern-)Bruttogewinnmarge der Basler zu eruieren, und bin auf 78,6 Prozent gekommen. Es ist ein Wert, auf den Unternehmen aus anderen Wirtschaftszweigen wohl neidisch wären. Wenn das gewissen politischen Lagern in Bezug auf ausufernde Medikamentenpreise da mal bloss nicht in die Karten spielt.

Gut kam am Dienstag in Börsenkreisen übrigens auch die Erhöhung der diesjährigen Finanzziele an. Für ein neues Rekordhoch reichte es allerdings erst am gestrigen Donnerstag. Mit Kursen von bis zu 134,36 Franken stellten die Aktien die bisherige Bestmarke von Ende August in den Schatten. Damals wurden in der Spitze Kurse von 132,68 Franken bezahlt.

Die Aktien von Novartis blicken auf erfreuliche Jahre zurück (Quelle: www.cash.ch)

Selbst im Wissen um die geradezu beeindruckenden operativen Fortschritte unter Firmenchef «Vas» Narasimhan erscheint mir seine Übernahmepolitik gar aggressiv. Der Abschreiber auf der milliardenschweren Übernahme der amerikanischen Avidity lässt grüssen...

Gar unterkühlt reagierte die Börse auf das Quartalsergebnis der UBS. Um mehr als zwei Prozent ging es für die Aktien der grössten Schweizer Bank am Mittwoch zeitweise nach unten – wobei die Gründe hierfür nicht einfach so auf der Hand liegen.

Meine Vermutung ist, dass man sich in Analystenkreisen auf ein erneutes Übertreffen der Markterwartungen eingestellt hatte, nachdem der Grossbank dies zuvor während zehn Quartalen in Folge gelungen war. Doch stattdessen blieben am Mittwoch grössere Überraschungen aus. Ausserdem weiss der Gewinnbeitrag aus dem Global Wealth Management nicht vollends zu überzeugen.

Nur verteidigenden Kommentaren wie jenem aus der Feder des Londoner Analysten Antonio Reale von der Bank of America ist es zu verdanken, dass die Kursscharte mittlerweile wieder ausgewetzt ist. Ganz uneigennützig sind seine Worte übrigens nicht, preist er die Valoren der UBS doch schon eine ganze Weile mit einem Kursziel von 51 Franken zum Kauf an. Ausserdem führt die amerikanische Investmentbank diese sowohl auf der Liste der «25 Stocks for 2026» als auch auf der viel beachteten «Europe 1 List».

Ich möchte nicht falsch verstanden werden. Was Firmenchef Sergio Ermotti und seine Belegschaft seit der Rettung der Credit Suisse alles erreicht haben, verdient ein grosses Lob. Aus Sicht der UBS kommt die erfolgreiche Integration einem Quantensprung gleich. Endlich kann die grösste Schweizer Bank den intensiven Wettbewerb mit den zuvor übermächtigen ausländischen Rivalen mit ähnlich langen Spiessen führen.

Bleibt zu hoffen, dass die Politik in Bern Weitsicht walten lässt und die Grossbank nicht durch übertrieben strenge Eigenmittelanforderungen ihrer Spiesse gleich wieder beraubt. Ein gut schweizerischer Kompromiss erschiene mir mit Blick auf die Behandlung dieses Geschäfts in der grossen Kammer durchaus angebracht.

Wenn wir schon beim Thema UBS sind, dann möchte ich an dieser Stelle einmal mehr die geradezu beeindruckende Marktmacht der Grossbank zum Thema machen. Am Mittwoch etwa reichte eine Reduktion des Zwölf-Monats-Kursziels auf 76 (zuvor 80) Franken schon aus, um den Kurs der Siegfried-Aktien vorübergehend um fast sechs Prozent zu drücken.

Die UBS sorgte bei den Siegfried-Aktien in den letzten Tagen für eine Kursdelle (Quelle: www.cash.ch)

Die für die Grossbank tätige Analystin Tanya Hansalik passt ihre Gewinnschätzungen um bis zu neun Prozent nach unten an. Ihre neuen Annahmen liegen um bis zu zehn Prozent unter den durchschnittlichen Erwartungen ihrer Berufskollegen bei anderen Banken. Hansalik befürchtet, dass die Belebung beim Pharmazulieferer auf sich warten lassen könnte. Sie stuft die Valoren deshalb wie bis anhin nur mit «Neutral» ein.

Selbentags setzte ihr Abteilungskollege Patrick Rafaisz den Aktien der Ems-Chemie mit einer Herunterstufung von «Buy» auf «Neutral» bei einem überarbeiteten Zwölf-Monats-Kursziel von 870 (zuvor 860) Franken zu – und dies, obwohl die Valoren des Spezialitätenchemieherstellers schon in den Tagen zuvor unter Verkaufsdruck standen. Die Herunterstufung durch den UBS-Analysten hallte sogar noch am Donnerstag nach.

Mich beeindruckt diese schier erdrückende Marktmacht der Grossbank immer wieder aufs Neue. Es ist und bleibt eine Machtdemonstration, die hierzulande ihresgleichen sucht.

Hohe Wellen warf in hiesigen Börsenkreisen auch die Kurszielerhöhung der Berenberg Bank für die dividendenstarken Aktien von Swiss Life. Michael Huttner – er gilt als «Veteran» unter den hiesigen Versicherungsanalysten – veranschlagt neuerdings ein Kursziel von 1125 (zuvor 1073) Franken und verleiht damit seiner Kaufempfehlung mit Blick auf einen vermutlich soliden Zwischenbericht fürs dritte Quartal Nachdruck. Es ist die mit Abstand höchste mir bekannte Aktienkursprognose eines Analysten für den Lebensversicherer aus Zürich.

Interessant erscheint mir, dass der Kurszielerhöhung seitens des Analysten weder höhere Gewinnschätzungen noch höhere Dividendenannahmen zugrunde liegen. Stattdessen kreisen die Argumente Huttners um die defensiven Eigenschaften von Versicherungsaktien im Allgemeinen. Neue Erkenntnisse sind hingegen Mangelware.

Zugegeben: Die nächstjährigen Gewinnschätzungen der Berenberg Bank liegen etwas über jenen von anderen Banken. Die Annahmen fürs laufende Jahr fallen hingegen nicht gross aus dem Rahmen. Und dennoch ist da eine riesige Diskrepanz gegenüber den nächsthöheren Kurszielen. Diese liegen nämlich zwischen 930 und 950 Franken – bei ähnlichen Gewinnerwartungen der jeweiligen Berufskollegen.

Ich verfolge die Arbeit von Huttner schon seit seiner Zeit bei J.P. Morgan in London und halte grosse Stücke auf ihn. Seine Schwärmerei für die Valoren von Swiss Life teile ich jedoch nicht.

Kürzlich gab der für die Zürcher Kantonalbank tätige Analyst Daniel Regli meinen Redaktionskollegen ein Interview zum Thema Partners Group. Erwartungsgemäss stiess dieses Interview bei unseren Leserinnen und Lesern auf reges Interesse.

Nun setzt Regli bei seinen diesjährigen Gewinnschätzungen den Rotstift an und kürzt diese um knapp drei Prozent. Im Gegenzug passt er jene für die beiden Folgejahre in ähnlichem Umfang nach oben an. Der Analyst trägt mit diesen Anpassungen den möglichen Verzögerungen beim Verkauf von Firmenbeteiligungen ins neue Jahr sowie dem zuletzt stärkeren Dollar Rechnung. Am «Übergewichten» lautenden Anlageurteil und am rechnerischen fairen Wert von 900 Franken ändert sich indes nichts.

Es war Mitte September, als Regli den fairen rechnerischen Wert auf 900 (zuvor 1050) Franken zusammenstrich. Er reagierte damals auf die kurz zuvor veröffentlichten Halbjahreszahlen.

Heute, Freitag, trifft nun eine weitere Hiobsbotschaft für den Risikokapitalspezialisten aus Baar und seine Aktionärinnen und Aktionäre ein. Wie die renommierte Financial Times in Erfahrung gebracht haben will, liegen für ein beliebtes Anlagegefäss für amerikanische Privatkunden Rücknahmebegehren im Umfang von 2,2 Milliarden Dollar vor. Das entspräche rund 15 Prozent der darin investierten Gelder. Noch im zweiten Quartal trafen «bloss» Rücknahmebegehren im Umfang von 900 Millionen Dollar ein.

Die Financial-Times-Autoren machen neben der verhaltenen Wertentwicklung des besagten Anlagegefässes auch den Aktienkursverfall der Partners Group für die vielen Rücknahmen verantwortlich. Denn obwohl die Valoren zuletzt etwas Boden gutmachen konnten, wird dem einstigen Vorzeigeunternehmen aus Baar mit einem Minus von knapp 35 Prozent seit Januar auch weiterhin die undankbare Rolle des diesjährigen SMI-Schlusslichts zuteil.

Dass der Risikokapitalspezialist erst Mitte Januar wieder mit ersten Eckzahlen aufwartet, dürfte nicht gerade hilfreich sein und Spekulationen verschiedenster Couleur Tür und Tor öffnen.

Mit Blick auf die kommende Woche gilt mein persönliches Interesse den Zahlenkränzen von Swiss Re und DSM-Firmenich. Ausserdem bin ich neugierig, ob der Trafohersteller R&S Group anlässlich des diesjährigen Investorentags zu überzeugen vermag. Mehr dazu am nächsten Freitag, wenn es wieder heisst: Die Börsenwoche im Schnelldurchlauf.

Der cash Insider nimmt Marktgerüchte sowie Strategie-, Branchen- oder Unternehmensstudien auf und interpretiert diese. Marktgerüchte werden bewusst nicht auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft. Gerüchte, Spekulationen und alles, was Händler und Marktteilnehmer interessiert, sollen rasch an die Leser weitergegeben werden. Für die Richtigkeit der Inhalte wird keine Verantwortung übernommen. Die persönliche Meinung des cash Insiders muss sich nicht mit derjenigen der cash-Redaktion decken. Der cash Insider ist selber an der Börse aktiv. Nur so kann er die für diese Art von Nachrichten notwendige Marktnähe erreichen. Die geäusserten Meinungen stellen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen an die Leserschaft dar.
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