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Partners Group: Gehören die millionenschweren Aktienkäufe aus der Chef-Etage «entzaubert»?

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Börsenwoche im Schnelldurchlauf

Partners Group: Gehören die millionenschweren Aktienkäufe aus der Chef-Etage «entzaubert»?

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Diese Woche: Weshalb die Management-Käufe bei der Partners Group zu relativieren sind, UBS und die leidige Standort-Diskussion, Lonza kann anlässlich des Investorentags punkten – Und: Eine überraschende Kaufempfehlung für Nestlé.

16.10.2026   12:00
Von cash Insider
Campus von Partners Group in Baar ZG.

Campus von Partners Group in Baar ZG.

Quelle: Christof Möri

Der cash Insider berichtet auch im Insider Briefing jeweils vorbörslich von brandaktuellen Beobachtungen rund um das Schweizer Marktgeschehen und ist unter @cashInsider auch auf X/Twitter aktiv.

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In den letzten Tagen stand das Geschehen auch bei uns am Schweizer Aktienmarkt ganz im Zeichen der Unternehmensberichterstattung für das dritte Quartal. Zumindest der Auftakt scheint schon mal gelungen, warteten Firmen wie Givaudan, Sulzer, VAT Group oder DocMorris doch mit erfreulichen Zahlenfakten auf. Doch längst nicht in allen Fällen wurden diese auch mit höheren Aktienkursen belohnt.

Vergangenen Freitag schrieb ich, dass mein persönliches Interesse ausserdem dem diesjährigen Lonza-Investorentag gelte. Rückblickend sollte ich nicht enttäuscht werden. Firmenchef Wolfgang Wienand und seine Geschäftsleitungskollegen leisteten am Mittwoch im kalifornischen Vacaville ganze Arbeit.

Ihnen scheint an diesem Tag gelungen zu sein, die Teilnehmer von der Erreichbarkeit der ambitioniert daherkommenden neuen Mittelfristziele zu überzeugen. Will man dem für die Royal Bank of Canada tätigen Charles Weston Glauben schenken, dann besteht bei den operativen Gewinnmargen sogar noch Luft nach oben.

Seinen Berechnungen zufolge reicht neben der Weiterentwicklung der Produktionsstätte im kalifornischen Vacaville alleine die geplante Erhöhung des Volumendurchlaufs um 20 Prozent im Bereich Integrated Biologics schon aus, um die angestrebten Margenverbesserungen erzielen zu können. Darüber hinaus sollten dann auch noch bei den Betriebskosten gewisse Skaleneffekte anfallen, wie der Analyst richtigerweise festhält. Er preist die Aktien deshalb wie bis anhin mit «Outperform» und einem Kursziel von 760 Franken an – wobei die ambitionierten neuen Mittelfristziele noch nicht mal im Bewertungsmodell berücksichtigt werden.

Die Aktien von Lonza kosten erstmals seit längerer Zeit wieder mehr als 600 Franken (Quelle: www.cash.ch)

Erfreulich erscheint mir zudem, dass Firmenchef Wolfgang Wienand eine gewisse Bereitschaft für den Zukauf weiterer Produktionsstätten nach altbewährtem Muster signalisiert. Denn obwohl die Vacaville-Transaktion noch in die Zeit seines Vorgängers reicht, hat Wienand sich bereits bei seinem früheren Arbeitgeber Siegfried einen Namen mit ebensolchen Zukäufen gemacht. Bei Lonza lassen diese zumindest vorerst noch auf sich warten.

Es mutet gar merkwürdig an: Da meldet die Partners Group der SIX Swiss Exchange Titelkäufe aus der Chef-Etage in Millionenhöhe – und dennoch verharren die Aktien des Risikokapitalspezialisten aus Baar hartnäckig in unmittelbarer Nähe zu ihren Mehrjahrestiefstkursen.

Neugierig wie ich bin, habe ich kurz nachgerechnet. Überschlagsmässig summieren sich die der SIX gemeldeten Transaktionen alleine seit Mitte Juni auf mehr als 68 Millionen Franken. Seit Jahresbeginn sind es sogar fast 135 Millionen Franken.

Wie so oft liegt der Teufel allerdings im Detail – oder besser gesagt: im Kleingedruckten. Denn während den Transaktionen vor Mitte Juni stets auch Titelkäufe zugrunde lagen, müssen die seither bekannt gewordenen Transaktionen eher als so etwas wie eine Absichtserklärung verstanden werden.

Der oder die Käufer verpflichten sich, während einer vordefinierten Zeitspanne von 12 Monaten Aktien der Partners Group für einen vordefinierten Maximalbetrag zu erwerben. Die Umsetzung kann über Volatilitäts-Handelsstrategien erfolgen – was auch immer das heissen mag.

Besonders kompliziert wird es bei den drei erst kürzlich bekannt gewordenen Transaktionen. Ihnen liegt nämlich ein nicht handelbares Knock-out-Konstrukt zugrunde. Dieses erlaubt es dem Käufer, während 252 zuvor festgelegten Handelstagen jeweils 58 Partners-Group-Aktien zu 567,20 Franken je Stück zu erwerben, solange der Schlusskurs nicht über 761,54 Franken liegt. Tritt dieser Fall ein, endet das Finanzinstrument mit sofortiger Wirkung und es werden keine weiteren Aktien mehr erworben.

Das ist mehr als ein blosses «Aber», dürften die Halter dieser Knock-out-Konstrukte vermutlich doch gar nicht daran interessiert sein, dass der Aktienkurs über dem vordefinierten Schwellenwert schliesst. Die Kreativität der Verantwortlichen in Ehren, schmälern diese Erkenntnisse die Signalwirkung der gemeldeten Titelkäufe sichtlich ...

Kommen wir an dieser Stelle auf die UBS zu sprechen. Am Mittwoch berichtete ich in meiner Kolumne von einem Kommentar aus der Feder von Thomas Hallett. Darin hatte der für Keefe, Bruyette & Woods tätige Londoner Bankenanalyst vorwiegend mahnende Worte mit im Gepäck.

Zum einen warnte er vor einer enttäuschenden Kostenentwicklung im Investment Banking und zum anderen vor möglicherweise eher vorsichtigen Aussagen in Bezug auf die Nettoneugeldentwicklung.

Trotz der zuletzt eher schwachen Kursentwicklung stuft Hallett die Aktien der grössten Schweizer Bank mit «Underperform» ein, was einer Verkaufsempfehlung gleichkommt. Das Kursziel von 42 Franken lässt erahnen, dass es sich hierbei um eine relative Einschätzung handelt. Sprich: Der Analyst gibt anderen europäischen Bankaktien wie etwa jenen der britischen Barclays klar den Vorzug.

Eher beiläufig wurde zudem bekannt, dass sich die Wirtschaftskommission des Ständerats für die Einführung eines sogenannten «Public Liquidity Backstop» ausspricht. Gespalten ist die Kommission einzig bei der Frage, ob die Banken eine Gebühr für die staatliche Liquiditätsbereitstellung bezahlen müssen.

Doch selbst wenn das letzte Wort in Bundesbern noch nicht gesprochen ist und die finanziellen Folgen aus Sicht der UBS überblickbar erscheinen, sieht der für Kepler Cheuvreux tätige Analyst Nicolas Payen darin einen weiteren Grund, welcher der Standort-Diskussion abermals Auftrieb verleihen könnte. Er bezeichnet eine solche Gebühr denn auch unverblümt als «UBS-Steuer» und beziffert diese auf knapp 110 Millionen Dollar, was weniger als einem Prozent des Vorsteuergewinns der Grossbank entspräche.

Der Analyst glaubt, dass sich der Nachrichtenfluss rund um die Zukunft der UBS in der Schweiz in naher Zukunft intensivieren wird. Dazu passt, dass das renommierte Wall Street Journal erfahren haben will, dass die Grossbank über entsprechende Notfallpläne verfüge und diese bloss aus der Schublade nehmen müsse. Die Autoren des Artikels stützen sich dabei auf mit der Angelegenheit betraute Personen ab.

Der Bericht erscheint knapp zwei Wochen nach einem ähnlichen Artikel in der Financial Times. Neben einer Sitzverlegung wird in angelsächsischen Kreisen auch auf einen Zusammenschluss der UBS etwa mit der amerikanischen Rivalin Morgan Stanley oder der britischen Standard Chartered spekuliert.

Es ist wohl kein Zufall, dass solche «Indiskretionen» ausgerechnet jetzt in die Medien «durchsickern». Wird hier mit Blick auf die Behandlung der strengeren Eigenmittelvorgaben im Nationalrat so etwas wie eine Drohkulisse aufgebaut?

Regelmässige Leserinnen und Leser werden sich daran erinnern, dass ich in den letzten Jahren mehrfach anmahnte, dass wir in der Schweiz schon heute eines der strengsten Eigenmittel-Regime der Welt haben – und die UBS nun, da sie nach der Integration der Credit Suisse den zuvor übermächtigen amerikanischen und britischen Rivalen endlich mit gleich langen Spiessen begegnen kann, eben dieser nicht gleich wieder durch zu harsche Eigenmittelvorschriften beraubt werden sollte.

Allerdings darf vor dem Hintergrund der «Too-Big-to-Fail»-Problematik auch nicht sein, dass sich angelsächsische Grossinvestoren bei der grössten Schweizer Bank an einer übertrieben grosszügigen Ausschüttungspolitik finanziell gesundstossen.

Um noch einmal kurz auf die Standort-Diskussion zurückzukommen: Wer auch immer auf eine Sitzverlegung ins Ausland drängt, sollte nie die «Swissness» als Erfolgsfaktor im Geschäftsmodell der UBS unterschätzen ...

Aus London trifft heute Freitag eine Kaufempfehlung für die Aktien von Nestlé ein. In einer 23 Seiten starken Unternehmensstudie stuft die für J.P. Morgan tätige Autorin Celine Pannuti die Valoren des Nahrungsmittelmultis aus Vevey von «Neutral» auf «Overweight» herauf. Und um ihrer neu gewonnenen Zuversicht den nötigen Nachdruck zu verleihen, passt sie das Kursziel auf 100 (zuvor 90) Franken an.

Die Aktien von Nestlé bleiben den Erwartungen im mehrjährigen Kursverlauf vieles schuldig (Quelle: www.cash.ch)

Wer nun denkt, dass es sich bei der Kaufempfehlung so kurz vor der Veröffentlichung der Neunmonatsumsatzzahlen vom kommenden Donnerstag um eine blosse Zahlen-Wette handelt, der irrt. Vielmehr geht die Analystin für 2027 von einem «Erntejahr» mit einer Belebung des organischen Umsatzwachstums auf 4,2 Prozent bei einem Mengenwachstum von 2 Prozent und einer operativen Gewinnmarge von 17 Prozent aus.

Ein weiteres Kernelement der Kaufempfehlung ist die mittlerweile tiefe Bewertung. Das L'Oréal-Paket ausgeklammert, werden die Aktien nämlich gerade noch zum 15-fachen des für das kommende Jahr erwarteten Gewinns gehandelt. Somit liegt die Bewertung am ganz unteren Ende der langjährigen Bandbreite.

Einen kleinen, wenn vermutlich auch ungewollten Seitenhieb in Richtung von Nestlé-Chef Philipp Navratil kann sich die Londoner Analystin dann doch nicht verkneifen. Von den drei grossen europäischen Nahrungsmittelherstellern wähnt sie auch weiterhin den Erzrivalen Unilever in der Favoritenrolle. Erst danach folgt Nestlé, noch vor der französischen Danone.

Mein Bauchgefühl sagt mir, dass Navratil in den Monaten Juli bis September nochmals bedeutende Fortschritte gelungen sind. Genaueres wissen wir am nächsten Donnerstag, wobei mein persönliches Interesse vor allem dem Mengenwachstum gilt.

Die unaufgeregte Art des noch jungen Nestlé-Chefs gefällt mir weiterhin sehr gut. Die Frage ist nicht ob, sondern vielmehr wann sein «Schaffen hinter den Kulissen» an der Börse entsprechend gewürdigt und die Aktie mit höheren Kursen belohnt wird. Wie zu hören ist, sind viele Grossinvestoren noch immer sträflich unterinvestiert. Auch darin sehe ich einen nicht unerheblichen Kurstreiber.

Interessant erscheint mir der Zeitpunkt für die Heraufstufung durch J.P. Morgan. Es scheint, als müsste der Aktienkurs zuerst auf ein Zweimonatshoch steigen, damit überhaupt Kaufempfehlungen eintreffen. Man merke sich – auch an der Börse verhält sich gar manches nach dem französischen Sprichwort: «L’Appétit vient en mangeant».

Uns steht mit Blick auf die kommende Woche eine wahre Zahlenflut bevor. Gerade der Donnerstag hat es faustdick hinter den Ohren und dürfte uns Wirtschaftsjournalisten und Börsenkolumnisten auf Trab halten. Neben den Neunmonatsumsatzzahlen melden sich an diesem Morgen mit Galderma, Roche, Kühne+Nagel sowie mit Schindler nämlich gleich noch weitere Grossunternehmen zu Wort.

Mehr dazu am nächsten Freitag, wenn es wieder heisst: Die Börsenwoche im Schnelldurchlauf.

Der cash Insider nimmt Marktgerüchte sowie Strategie-, Branchen- oder Unternehmensstudien auf und interpretiert diese. Marktgerüchte werden bewusst nicht auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft. Gerüchte, Spekulationen und alles, was Händler und Marktteilnehmer interessiert, sollen rasch an die Leser weitergegeben werden. Für die Richtigkeit der Inhalte wird keine Verantwortung übernommen. Die persönliche Meinung des cash Insiders muss sich nicht mit derjenigen der cash-Redaktion decken. Der cash Insider ist selber an der Börse aktiv. Nur so kann er die für diese Art von Nachrichten notwendige Marktnähe erreichen. Die geäusserten Meinungen stellen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen an die Leserschaft dar.
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