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Strategiepapier

Liebeserklärung für den Schweizer Aktienmarkt aus London

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Londoner Strategen einer US-Bank sehen den Schweizer Aktienmarkt mit Blick aufs neue Börsenjahr in der Favoritenrolle. Es gibt allerdings ein «Aber». Und: Stellen sich Grossunternehmen auf steigende Franken-Zinsen ein?

05.01.2026   12:00
Von cash Insider
Schweizer Fussbalfans im Stadion in Bukarest beim Match gegen Frankreich am 28. Juni 2021.

Schweizer Fussbalfans im Stadion in Bukarest beim Match gegen Frankreich am 28. Juni 2021.

Quelle: imago images / Xinhua

Der cash Insider berichtet auch im Insider Briefing jeweils vorbörslich von brandaktuellen Beobachtungen rund um das Schweizer Marktgeschehen und ist unter @cashInsider auch auf X/Twitter aktiv.

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Zuerst möchte ich meinen Leserinnen und Lesern «es guets Nöis» wünschen. Möge Ihnen allen in den kommenden 12 Monaten bei den Börsengeschäften stets das nötige Quäntchen Glück hold sein.

Mit Blick aufs neue Jahr fällt auf, dass unser Schweizer Aktienmarkt in Bankenkreisen vermehrt auf Zuspruch stösst. Kürzlich berichtete ich über ein Strategiepapier aus der Feder des Julius-Bär-Chefdenkers Mathieu Racheter. Darin ging dieser von «Neutral» auf «Overweight».

Nun sorgen die Berufskollegen aus den Londoner Büros der Bank of America für Wasser auf die Mühlen Racheters. Das mir zugespielte Strategiepapier liest sich wie eine Liebeserklärung von Sebastian Rädler und seinen Mitautoren an den Schweizer Aktienmarkt. Noch bis vor wenigen Wochen sei dessen relative Bewertung so günstig wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr gewesen. Aus Sicht der Strategen hat die seither beobachtete Neubeurteilung und -bewertung gegenüber anderen europäischen Börsenplätzen gerade erst begonnen.

Ihres Erachtens besteht bei den hiesigen Aktienkursen noch immer viel Luft nach oben. Sie begründen diese Einschätzung einerseits mit nachlassenden Ängsten vor den negativen Folgen der Dollar-Schwäche, andererseits aber auch mit der Einigung Berns im Handelsstreit mit Washington. Ausserdem rechnen sie in den kommenden Wochen und Monaten mit einer steigenden Risikoprämie bei Aktien. Dank den Schwergewichten aus den Wirtschaftszweigen Nahrungsmittel und Pharma schneidet der Schweizer Aktienmarkt in solchen Phasen für gewöhnlich überdurchschnittlich gut ab. Während die Strategen den breit gefassten Stoxx Europe 600 Index bis Ende 2026 um bis zu acht Prozent fallen sehen, trauen sie Aktien aus der Schweiz daher eine bessere Jahresbilanz zu.

Der SMI mit Dividenden-Korrektur blickt auf ein erfreuliches Jahr zurück (Quelle: www.cash.ch)

Lange Rede, kurzer Sinn: Bei der Bank of America räumt man in ganz Europa nur gerade dem Schweizer Aktienmarkt ein überdurchschnittliches Gewicht in den Kundenportefeuilles ein. Branchenseitig setzt die amerikanische Investmentbank ihre Akzente bei den Aktien der Pharma- sowie der Nahrungsmittelhersteller wie etwa Nestlé, Roche oder Novartis.

Bei aller Liebe Rädlers und seiner Mitautoren für Aktien aus der Schweiz gibt es allerdings ein grosses «Aber». Als die Bank of America Mitte Dezember die ersten 16 ihrer «25 Aktien für 2026» kommunizierte, war nicht eine einzige aus der Schweiz auf dieser Liste zu finden. Ich staunte damals nicht schlecht.

Soviel ich weiss, haben es mit UBS und Straumann mittlerweile immerhin zwei der hiesigen Valoren in die Auswahl der Amerikaner geschafft. Nichtsdestotrotz bleibt die «Ausbeute» aus Schweizer Sicht mager.

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass im Zuge der jüngsten geopolitischen Entwicklungen ausgerechnet die drei SMI-Schwergewichte Nestlé, Roche und Novartis unter Verkaufsdruck stehen.

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Der Bauchemiehersteller Sika hat es getan - ebenso wie die Swisscom oder der Dermatologiespezialist Galderma. Sie alle haben in den letzten Wochen millionenschwere neue Franken-Anleihen aufgelegt. Und die Liste wird stetig länger...

Es dürfte kein Zufall sein, dass das Emissions-Karussell gerade jetzt Fahrt aufnimmt. Denn noch immer weisen die Anleihen der Schweizerischen Eidgenossenschaft mit einer Laufzeit von bis zu fünf Jahren eine – wenn auch nur leicht - negative Rendite auf Verfall aus. Dementsprechend gross ist in institutionellen Kreisen die Nachfrage nach Anleihen guter Unternehmensschuldner. Und auf dementsprechend gute Resonanz stossen Emissionen wie die eben genannten.

Nichtsdestotrotz frage ich mich, ob diese augenfällige Häufung von Anleiheemissionen nicht auch bedeutet, dass sich hiesige Grossunternehmen mit Blick auf die nächsten Jahre die attraktiv tiefen Zinsen sichern wollen. Stellen sich einige unter ihnen da nicht eventuell sogar auf künftig wieder steigende Franken-Zinsen ein...?

Ich bin jedenfalls jetzt schon neugierig, ob in den nächsten Wochen weitere grosse Emissionen anstehen.

Der cash Insider nimmt Marktgerüchte sowie Strategie-, Branchen- oder Unternehmensstudien auf und interpretiert diese. Marktgerüchte werden bewusst nicht auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft. Gerüchte, Spekulationen und alles, was Händler und Marktteilnehmer interessiert, sollen rasch an die Leser weitergegeben werden. Für die Richtigkeit der Inhalte wird keine Verantwortung übernommen. Die persönliche Meinung des cash Insiders muss sich nicht mit derjenigen der cash-Redaktion decken. Der cash Insider ist selber an der Börse aktiv. Nur so kann er die für diese Art von Nachrichten notwendige Marktnähe erreichen. Die geäusserten Meinungen stellen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen an die Leserschaft dar.
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