Kauflaune der Anleger ebbt ab

Der Schweizer Aktienmarkt zeigt sich am Mittwochmittag weiterhin leicht im Minus. Nach der kräftigen Erholung der vergangenen beiden Tage fehlten nun die Impulse für einen weiteren Anstieg, meinte ein Händler.
11.05.2016 13:04
Die Aktien der Credit Suisse geben am Mittwoch stark nach.
Die Aktien der Credit Suisse geben am Mittwoch stark nach.
Bild: Bloomberg

Noch am Vortag hatte vor allem der Anstieg der Ölpreise für eine freundliche Stimmung an den Aktienbörsen gesorgt, am Mittwoch geben die Preise an den Rohölmärkten nun allerdings wieder nach.

Konjunkturseitig sind am Mittwoch kaum neue Daten vorhanden. Am späteren Nachmittag steht aus den USA noch der wöchentliche Ölbericht des Energieministeriums an. Während international die Quartals-Berichtssaison in vollem Gang ist, legt diese hierzulande eine Pause ein. Am morgigen Donnerstag ist dann wieder mit Impulsen von Quartalszahlen zu rechnen, wenn mit LafargeHolcim, Zurich Insurance und Swiss Life gleich drei Blue Chips ihre Zwischenergebnisse vorlegen.

Der Swiss Market Index (SMI) steht am Mittag um 0,16% im Minus bei 7'922,10 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt um 0,36% auf 1'213,73 Punkte nach und der breite Swiss Performance Index (SPI) verliert 0,17% auf 8'546,98 Punkte an. Von den 30 SMI/SLI-Titeln notieren deren 14 im Minus, 13 im Plus und 3 im Minus.

Heftige Verluste erleiden Galenica (-8,9%). Das Pharma- und Apothekenunternehmen bestätigte, dass der Grossaktionär Sprint eine Tranche von 4,9% der Galenica-Aktien am Markt platziert hatte. Laut Händlern erfolgte dies mit einem Abschlag von 8% zum Vortagesschluss. Sprint, die nun noch gut 20% an Galenica hält, hatte bereits früher angekündigt, das Engagement vor der geplanten Aufteilung der Gesellschaft zu reduzieren.

Banken unter Druck

Klare Abschläge gibt es auch für die Credit-Suisse-Titel (-2,9%), die am Vortag nach Quartalszahlen noch deutliche 5% zugelegt hatten. Im Nachgang zur Zahlenvorlage haben verschiedene Analystenhäuser ihre Gewinnschätzungen für die zweitgrösste Schweizer Bank angepasst und ihre bisherigen Ratings bestätigt. Auch die Titel der Konkurrentin UBS (-1,5%) stehen klar im Minus.

Schwach zeigen sich zudem die Luxusgüter-Titel von Richemont (-1,5%) und Swatch (-1,4%), die am Vortag noch deutlich zugelegt hatten. Im Handel wird auf schwache Quartalsergebnisse der US-Konkurrentin Fossil verwiesen: Am US-Markt sackten die Titel ab, nachdem das Uhrenunternehmen die eigenen Prognosen verfehlt hat. Der US-Broker JPMorgan senkt derweil sein Kursziel für die Richemont-Titel, bleibt aber bei seiner "Overweight"-Empfehlung.

Adecco (-1,3%), die am Vortag nach Quartalszahlen mit einem Kursrückgang von 5% aus dem Handel gegangen waren, zeigen sich auch am Mittwoch schwächer. Verschiedene Analystenhäuser senkten ihre Kursziele, gleichzeitig wurde die negativ Kursreaktion aber von vielen Experten als übertrieben bezeichnen: Die Anleger würden die Wachstumsaussichten des Personaldienstleisters als zu pessimistisch einschätzen, meint etwa Goldman Sachs in einem Kommentar.

Zu den klaren Gewinnern gehören Lonza (+0,8%) sowie die Titel des Zementkonzerns LafargeHolcim (+1,3%), der am Donnerstag mit seinen Quartalszahlen aufwartet. Der Aktienbroker Kepler Cheuvreux hat seine Handelsempfehlung für die LafargeHolcim-Titel auf "Kaufen" von bisher "Halten" erhöht - die Bewertung der Zementtitel sei nun wieder attraktiv geworden, meinen die Analysten.

Am breiten Markt geben Meyer Burger (-3,6% auf 3,74 CHF) nach einer kräftigen Kurszielsenkung durch das CS-Research auf noch 3 CHF deutlich nach. Verluste erleiden auch die Valoren des Derivatespezialisten Leonteq (-4,1%), der am Morgen einen Wechsel auf dem Posten des Finanzchefs bekanntgegeben hat.

Die Privatbank EFG International (-1,7%) hat ihre Kapitalerhöhung zur Finanzierung der BSI-Übernahme abgeschlossen. Die Bank löst dabei statt der angestrebten 500 Mio CHF lediglich 295 Mio. Nun wird ein grösserer Teil des Übernahmepreises als zunächst vorgesehen mit EFG-Aktien bezahlt, so dass die BSI-Verkäuferin BTG Pactual zum Schluss einen Anteil von 30% an der kombinierten Vermögensverwalterin halten wird.

Das IT-Sicherheitsunternehmen Wisekey (unv.) hat eine Vereinbarung mit dem amerikanischen IT-Unternehmen CenturyLink bekanntgegeben. Das Industrieunternehmen Georg Fischer (+0,1%) hat zudem eine kleinere Übernahme in den USA mitgeteilt.

(AWP)