Details aus den Fed-Minutes haben am Mittwochabend die US-Markt ordentlich ins Straucheln gebracht. Der Dow Jones Industrial, der vor der Veröffentlichung der Minutes noch auf ein Rekordhoch knapp unter 37'000 Punkten gestiegen war, schloss 1,1 Prozent schwächer auf 36'407 Punkten. Der S&P 500 , der am Dienstag eine Bestmarke erreicht hatte, gab um 1,9 Prozent auf 4701 Zähler nach. Der technologielastige Nasdaq 100 sackte gar um 3,1 Prozent auf 15'772 Punkte ab (detaillierte Übersicht siehe hier). 

Wie aus den Minutes hervorgeht, sprachen sich einige Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses der Fed dafür aus, schon kurz nach der ersten Zinserhöhung mit der Verringerung der Bilanzsumme der Notenbank zu beginnen. Das war vom Markt nicht erwartet worden. 

«Angst und Panik» in den Protokollen

Diane Swonk, Chefökonomin von Grant Thornton, interpretiert die Fed-Protokolle als ein wichtiges Eingeständnis der Notenbanker und spricht von "Panik". "Die Protokolle spiegeln eine unterliegende Angst oder Panik wieder", schrieb sie auf Twitter. Die Fed um Chef Jerome Powell sei "von der steigenden Inflation auf dem falschen Fuss erwischt worden und bereiten sich darauf vor, dass das noch nicht das Ende ist." 

Die Erwartung steigender Zinsen spiegelte sich in den ersten Tagen des neuen Jahres bereits allgemein an den Börsen wider - und zwar dergestalt, dass eine verstärkte Umorientierung der Investoren weg von Wachstumswerten und hin zu Substanzwerten zu beobachten war. Das war bereits ein wesentlicher Grund für den starken Jahresstart der Standardwerte gewesen. 

Mit Blick auf Einzelwerte sackten im Dow die Aktien von Salesforce weiter ab, dieses Mal um 8,3 Prozent. Adobe büssten im Nasdaq 100 zugleich 7,1 Prozent ein, nachdem die UBS ihre Kaufempfehlungen für die beiden Software-Aktien gestrichen hat. 

Die Aktien des Google-Konzerns Alphabet, der Facebook-Mutterfirma Meta und des Software-Konzerns Microsoft gaben zwischen 3,7 und 4,6 Prozent nach. "Wir sehen eine Abkehr von Tech-Werten, weil die Renditen der zehnjährigen Staatsanleihen sprunghaft angestiegen sind", erläuterte John Lynch, Chef-Anlagestratege vom Vermögensverwalter Comerica.

Dagegen ging es im S&P 100 für die Anteile von Pfizer um 2,0 Prozent nach oben. Sie profitierten von einer Kaufempfehlung durch Bank of America. Analyst Geoff Meacham rechnet mit einer sehr erfolgreichen Vermarktung der oralen Covid-19-Therapie Paxlovid im neuen Jahr. Am Vortag war bekannt geworden, dass die US-Regierung ihre Bestellung verdoppeln wird.

Um 2,2 Prozent stiegen im S&P 100 ausserdem die Papiere von AT&T . Der Telekomkonzern gewann im vergangenen Jahr so viele neue Mobilfunk-Vertragskunden wie seit zehn Jahren nicht. Zudem gab er Erfolge im Neugeschäft mit Streaming-Angeboten bekannt: Nach ersten Berechnungen sei 2021 das Jahresziel von bis zu 73 Millionen weltweiten Nutzern wahrscheinlich übertroffen worden.

Unter den grössten Verlierern im Nasdaq sind: 

Unter den grössten Verlierern im S&P 500 sind: 

Teils nur leicht besser gehalten haben sich die grossen Tech-Konzerne: 

(cash/AWP/Reuters)