+++Börsen-Ticker+++ - Sorgen um Handelsstreit lastet auf US-Börsen

Neu entfachte Sorgen vor einer Eskalation des US-Handelsstreits mit China haben der Wall Street zugesetzt. Grössere Verluste zum Börsenstart wurden im Verlauf aber teilweise wieder wettgemacht.
06.12.2018 22:40
Die Huawei-Affäre sorgte am Donnerstag an der Wall Street für einige Aufregung
Die Huawei-Affäre sorgte am Donnerstag an der Wall Street für einige Aufregung
Bild: Bloomberg

22:40

Auslöser war die Festnahme der Finanzchefin des chinesischen Netzwerkausrüsters Huawei. "Schwer vorstellbar, dass diese Entwicklung zu einer Deeskalation im Zollstreit zwischen den USA und China beiträgt", sagt Analyst Gregor Kuhn von Emden Research.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schliesst mit einem Minus von 0,3 Prozent auf 24'947 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gibt 0,2 Prozent auf 2695 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq rückt dagegen nach anfänglichen Verlusten 0,4 Prozent auf 7188 Punkte vor.

Huawei-Managerin Meng Wanzhou war am Wochenende in Kanada festgenommen worden. Sie soll an die USA ausgeliefert werden. Die Festnahme steht Insidern zufolge im Zusammenhang mit dem Verdacht auf Verwicklung von Banken in Verstösse gegen die Iran-Sanktionen.

Am Aktienmarkt traf die Affäre zunächst vor allem Technologiewerte, da der chinesische Konzern Experten zufolge einer der weltgrössten Abnehmer für Computerchips ist. So büsste der Huawei-Zulieferer Qualcomm zeitweise bis zu 6,4 Prozent ein, geht schliesslich aber unverändert aus dem Handel. Apple dagegen blieben bis zum Börsenschluss unter Druck, die Aktien des iPhone-Hersteller geben 1,1 Prozent nach. Unter die Räder kamen auch Autobauer, für die China ein wichtiger Absatzmarkt ist. General Motors verlieren 1,2 und Ford 1,7 Prozent.

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18:00

Sorgen um eine Eskalation des amerikanisch-chinesischen Handelsdisputs und die US-Wirtschaft haben der Schweizer Börse am Donnerstag den grössten Verlust seit zweieinhalb Jahren eingebrockt. Der SMI stürzt 3,1 Prozent auf 8660 Punkte ab - den tiefsten Stand seit fast sechs Wochen. Bereits in den beiden vergangenen Tagen hatte der Leitindex nachgegeben und diese Woche bislang mehr als 4 Prozent verloren.

Ganz oben auf den Verkaufszetteln standen Bankaktien. Credit Suisse verlieren 5,8 Prozent an Wert, Julius Bär 5,4 Prozent und UBS 4,9 Prozent. "Die Banken leiden unter den sinkenden Zinsen der vergangenen Tage. Dies belastet letztlich ihre Erträge", sagt VT-Experte Alevrofas.

Unter die Räder kamen auch konjunktursensitive Werte. Die Anteile von Richemont sinken um 3,2 Prozent und die von Swatch um 3,5 Prozent. Die beiden Luxusgüterunternehmen hängen stark vom chinesischen Markt ab.

Am breiten Markt verzeichnen einzelne Technologietitel überdurchschnittliche Einbussen. Die Aktien des Chip- und Sensor-Herstellers AMS und des Solarindustrie-Ausrüsters Meyer Burger sacken jeweils 11 Prozent ab. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenkommentar zum Donnerstag.)

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17:50

Starken Auftrieb erhielt am Donnerstagnachmittag als sicherer Hafen der Schweizer Franken. Der Euro fällt zum Franken unter 1,13 und notiert am Abend auf 1,1289. Der Dollar rutscht vorübergehend unter 0,99 zum Franken, notiert am Abend aber wieder darüber bei 0,9930.

Auch der Euro ist zum Dollar gestiegen. Nachdem sich der Kurs bis zum Mittag wenig verändert bei 1,1340 Dollar gehalten hatte, legte er im Nachmittagshandel deutlich zu und stieg über 1,14. Nach dem Tageshoch bei 1,1413 Dollar, liegt der Kurs am Abend allerdings wieder etwas tiefer bei 1,1370.

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15:55

Aus Furcht vor einer Verschärfung des Zollstreits mit China ziehen sich Anleger auch aus US-Aktien zurück. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 fallen zur Eröffnung am Donnerstag um jeweils etwa 1,5 Prozent.

Auslöser für den Ausverkauf ist die Festnahme der Finanzchefin des chinesischen Netzwerkausrüsters Huawei in Kanada. Die Tochter des Firmengründers soll an die USA ausgeliefert werden, die dem Unternehmen einen Verstoss gegen Iran-Sanktionen vorwirft. Damit sei wieder völlig offen, ob die USA mit der Regierung in Peking eine dauerhafte Lösung im Handelskonflikt finden können, sagt Art Hogan, Chef-Anlagestratege der Investmentbank B. Riley FBR.

Unter Verkaufsdruck gerieten vor allem Halbleiterwerte, da Huawei Experten zufolge einer der weltweit grössten Abnehmer für Computerchips ist. Die Aktien von AMD, Intel, Micron und Qualcomm geben bis zu 4,7 Prozent nach. Der US-Branchenindex rutscht um 2,1 Prozent ab.

Im Minus liegen auch konjunkturabhängige Firmen wie der Baumaschinenhersteller Caterpillar und der Flugzeugbauer Boeing. Ihr Papiere verbilligen sich um bis zu 3,6 Prozent.

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15:50

Der Swiss Market Index verzeichnet grosse Verluste und notiert 2,5 Prozent im Minus. Grösste Verliererin ist die Aktie der Credit Suisse mit einem Minus von 5 Prozent.  Der SMIM, der die 30 grössten Mid-Cap-Titel des Schweizer Aktienmarktes enthält, steht gar kurz vor einem Bärenmarkt, wie Raiffeisen-Anlagechef Matthias Geissbühler schreibt. Er befindet sich 19,8 Prozent unter dem Stand von Ende August.

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12:10

Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Donnerstagvormittag mit massiven Verlusten und setzt damit die Entwicklung der Vortage ungebremst fort. Der Leitindex SMI fiel bereits in der Eröffnung unter 8900 Punkte. Im Morgenhandel ging es weiter hinab und auch die Marke von 8800 Zählern bot keinen Widerstand. Gegenüber dem Hoch vom Montag hat der Leitindex damit inzwischen 4,4 Prozent verloren. Die Investoren würden der politischen und wirtschaftlichen Gemengelage derzeit nicht trauen und sich aus Aktien zurückziehen, heisst es im Handel.

Der SMI verliert am Mittag 2,0 Prozent auf 8761 Punkte (Tagestief 8740). Der 30 Aktien umfassende SLI gibt derweil 2,4 Prozent auf 1344 Zähler und der breite SPI 2,0 Prozent auf 10'233 Punkte ab. Alle Top-30-Titel erleiden Verluste.

Zu den schwächsten Bluechips zählen die Technologietitel AMS (-7,8%), Temenos (-4,9%) und Logitech (-3,7%). Diese Titel werden üblicherweise besonders stark vom Handelsstreitthema belastet.

Clariant (-5,3%) verlieren deutlich nach einer Kurszielsenkung durch die UBS. Deutliche Einbussen erleiden ausserdem Zykliker wie Schindler (-3,9%) oder Dufry (-3,8%) sowie die beiden Luxusgüterpapiere von Swatch (-2,8%) und Richemont (-3,1%).

Am breiten Markt fallen die Aktien des Elektrokomponentenherstellers Schaffner (+4,6%) nach einem guten Jahresergebnis positiv auf. Kursgewinne weisen auch Edisun Power (+4,4%), BVZ Holding (+1,9%) oder die Graubündner KB (+1,8%) auf. (Lesen Sie den ausführlichen Börsenbericht am Mittag.)

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10:50

An der Schweizer Börse nehmen die Kursverluste zu. Neben der Sorge um die weitere Entwicklung der US-Wirtschaft befürchteten die Anleger auch einen Rückschlag für die fragilen Beziehungen zwischen den USA und China. Auslöser war die Festnahme der Finanzchefin des chinesischen Smartphone-Herstellers Huawei. Die Verhaftung steht einem Insider zufolge in Verbindung mit der Missachtung von US-Sanktionen.

Der SMI fällt 1,7 Prozent auf 8789 Punkte und markierte damit den tiefsten Stand seit zwei Wochen. Bereits an den beiden Vortagen hatte das Börsenbarometer Boden verloren. "Wir beobachten einen Vertrauensverlust der Anleger", sagt George Alevrofas, Anlagechef des Zürcher Vermögensverwalters VT Wealth Management. "Sie befürchten, dass die Handelsgespräche zwischen den USA und China scheitern könnten."

Sämtliche SMI-Werte geben nach. Die grössten Verlierer sind die Banken. Julius Bär geben 3,7 Prozent nach, Credit Suisse 3,6 Prozent und UBS 2,6 Prozent. "Die Banken leiden unter den sinkenden Zinsen der vergangenen Tage", erklärt Alevrofas. Dies belaste letztlich ihre Erträge.

Die Aktien von Richemont sinken 3,0 Prozent, Swatch verlieren 2,7 Prozent. Die beiden Luxusgüterunternehmen hängen stark vom chinesischen Markt ab, der unter einen schlechteren Beziehung des Landes zu den USA leiden könnte.

Bei den Nebenwerten verzeichnen Technologietitel wie Logitech, Temenos oder U-blox überdurchschnittliche Einbussen. Der Sensorhersteller AMS fällt um 6,9 Prozent. Die schwächelnden Chipwerte an den asiatischen Märkten hinterliessen auch hierzulande ihre Spuren, erklären Marktteilnehmer.

Ein Lichtblick sind die Aktien des Elektrokomponentenherstellers Schaffner, die 4,6 Prozent vorrücken. Schaffner hat den Umsatz im Geschäftsjahr 2017/18 um 13,2 Prozent auf den Rekordwert von 221,5 Millionen Franken gesteigert und auch den Gewinn verbessert. Die Aktien des Börsenneulings Fundamenta Real Estate notieren unverändert. 

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09:20

Der Swiss Market Index (SMI) gibt unmittelbar nach Börseneröffnung 0,9 Prozent auf 8861 Punkte nach. Die Vorgaben aus Asien sind mit Einbussen von zum Teil über zwei Prozent bei wichtigen Indizes sehr negativ. Aus den USA gibt es wegen der Trauerfeier für Ex-Präsident George Bush zwar keine Vorgaben. Allerdings deuten auch dort die vorbörslichen Indikationen auf einen verlustreichen Handelstag hin.

Aus dem SMI kommen die drei Banken Credit Suisse (-3,2 Prozent), Julius Bär (-2,7 Prozent) und UBS (-2,1 Prozent) am deutlichsten unter Verkaufsdruck. Bei der UBS gibt es im Übrigen einen neuen Grossaktionär. Die US-Fondsfirma Dodge & Cox mit Sitz in San Francisco hält gemäss einer Beteiligungsmeldung der Schweizer Börse SIX einen Anteil von 3,03 Prozent. Positionen von über 3 Prozent gemeldet haben sonst nur noch der weltgrösste Vermögensverwalter Blackrock und die ebenfalls in den USA beheimatete Fondsfirma MFS Investment.

Auch die Luxusaktien von Swatch und Richemont (beide je -2 Prozent) gehören zu den grössten Verlierern, da China für beide ein Schlüsselmarkt ist und sie von einem eskalierenden Handelsstreit besonders tangiert wären. 

Wie meist in Schwächephasen verlieren die defensiven Titel weniger als der Durchschnitt. Roche und Swisscom (-0,4 Prozent) sowie Nestlé (Kurs unverändert) schneiden am Leitindex am besten ab.

Stark unter Druck sind wegen dem Huawei-Thema zudem Technologietitel wie AMS (-5,5 Prozent) und Logitech (-3,6 Prozent).

Am breiten Markt ist der Börsengang von Immobiliengesellschaft Fundamenta Real Estate ein Thema.

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08:45

Die Festnahme der Finanzchefin des chinesischen Smartphone-Herstellers Huawei hat den asiatischen Aktienmärkte am Donnerstag stark zugesetzt. Der Nikkei-Index verlor 1,9 Prozent auf 21.501 Zähler. Der Shanghai-Composite gab 1,7 Prozent nach.

Börsianer befürchten, dass der Fall die Spannungen zwischen China und den USA weiter erhöht. Die Managerin wurde in Kanada festgenommen und soll in die USA ausgeliefert werden. Der Fall steht Insidern zufolge in Zusammenhang mit Verstössen gegen die Iran-Sanktionen der USA. "Nach dem Gipfeltreffen vom Wochenende gab es einen kurzen Moment des Optimismus, aber die Realität ist, dass es nicht so leicht ist", sagte Norihiro Fujito, Chefstratege bei Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities.

An der Tokioter Börse gerieten vor allem die Chipwerte ins Straucheln - Sumco Corp, Tokyo Electron und Shin-Etsu Chemical rutschten zwischen 6,6 und 3,4 Prozent ab. Die Titel des japanischen Technologieinvestors und Telekomkonzerns Softbank verloren 4,9 Prozent. Belastet wurden die Aktien - neben Huawei - auch durch eine Störung im Mobilfunknetz. 

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08:10

Der Swiss Market Index (SMI) gibt in der von Julius Bär berechneten Vorbörse um 0,9 Prozent nach. Im gestriegen Handel schloss der Leitindex 1,6 Prozent im Minus bei 8940 Punkten.

Erklärt wird diese Entwicklung zum Teil mit der Verhaftung der Huawei-Finanzchefin in Kanada. Dies weckt Befürchtungen, dass der Handelsstreit zwischen den USA und China eine neue Dimension erreichen könnte. Ein weiterer Grund für die schlechte Stimmung an den Finanzmärkten sind zunehmende Ängste über den Zustand der US-Konjunktur. Am Mittwochabend schrieb die US-Notenbank Fed in ihrem Konjunkturbericht ("Beige Book") von einem "mässigem bis moderatem" Wachstumskurs in den meisten Notenbankdistrikten.

Von den Einzeltiteln aus dem SMI sind die Abschläge bei Swatch und Richemont (beide je -2,3 Prozent) sowie  Zurich (-1,8 Prozent) und ABB (-1,6 Prozent) am höchsten. 

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07:55

Die Ölpreise haben am Donnerstag vor einem mit Spannung erwarteten Treffen des Ölkartells Opec leicht nachgegeben. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 61,15 Dollar. Das waren 41 Cent weniger als am Mittwoch. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 52 Cent auf 52,38 Dollar.

Am Donnerstag blicken die Anleger am Rohölmarkt nach Wien. Dort treffen sich die Energieminister der Opec, um über ihre Förderung im kommenden Jahr zu beratschlagen. Angesichts des Einbruchs der Erdölpreise wäre alles andere als eine spürbare Förderkürzung eine Überraschung. Seit Anfang Oktober sind die Ölpreise um bis zu 30 Prozent gefallen.

Die Opec-Staaten und die mit ihnen verbündeten Länder ausserhalb der Opec, darunter Russland, scheinen sich bereits auf die Notwendigkeit einer Produktionsverringerung verständigt zu haben. Dies hatte der Energieminister Omans, Mohammed Al Rumhi, am Mittwochabend in Wien gesagt. Allerdings bestehe noch keine Einigkeit über das Ausmass der Kürzung. Laut Al Rumhi könnte die Opec eine Verringerung ihrer Tagesproduktion um etwa eine Million Barrel beschliessen. Dies entspräche in etwa den Markterwartungen.

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06:35

Börsianer befürchten, dass die Verhaftung der Huawei-Finanzchefin die Spannungen zwischen China und den USA weiter anheizt. Die Managerin wurde in Kanada festgenommen und soll in die USA ausgeliefert werden. Der Fall steht Insidern zufolge in Zusammenhang mit Verstössen gegen US-Sanktionen. "Nach dem Gipfeltreffen vom Wochenende gab es einen kurzen Moment des Optimismus, aber die Realität ist, dass es nicht so leicht ist", sagte Norihiro Fujito, Chefstratege bei Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index notierte am Nachmittag 2,3Prozent schwächer bei 21'402Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index verlor 1,9 Prozent auf 1610 Zähler. Der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans verlor 1,7 Prozent, der Index der Börse Shanghai gab 1,2 Prozent nach. Belastet wurde die Stimmung an den Börsen auch von Konjunktursorgen. Die inversen Zinsen seien ein Symptom einer schwächelnden Wirtschaft, sagte Bryan Whalen von TWC. Derzeit befänden sich die USA in einem späten Stadium des Konjunkturzyklus. "Man kann sich kaum ein Szenario vorstellen, in dem die US-Wirtschaft nicht nachlässt, wenn sie nicht sogar in eine Rezession gleitet."

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06:30

Der Dollar gab nach und kostete 112,78 Yen. Der Euro wurde kaum verändert mit 1,1343 Dollar gehandelt. Der Schweizer Franken wurde mit 0,9963 Franken je Dollar und 1,1306 Franken je Euro gehandelt.

(cash/AWP/Reuters)