Seit letztem Mittwoch ist das cash-Börsenspiel am Laufen. Insgesamt notieren am Montag um 11.00 Uhr rund zwei Drittel der Portfolios mit Kursverlusten. Rund 20 Prozent haben sogar grössere Abschläge. Über alle Portfolios resultiert ein durchschnittlicher Verlust von 0,4 Prozent. Gegenüber den Schlusskursen vom vergangenen Freitag hat der Iran-Krieg am Montag Spuren in den Depots hinterlassen. 

Unter den ersten zehn Positionen kam es seit Trading-Beginn nur zu wenigen Verschiebungen. Das Tableau wurde am Montag um 11 Uhr weiterhin von tradingking (+41,4 Prozent) angeführt. Ihm sind paedaericco (+40,7 Prozent) und emmentaler (40,6 Prozent) aber dicht auf den Fersen. Hernach tut sich ein erster, kleinerer Abstand auf zu 000 (+34,9 Prozent) und schaggattack (+32,8 Prozent). Etwas weiter zurück liegen nfa (+23,6 Prozent) und moyo (+23 Prozent). 

Die sieben Erstplatzierten dürften ihre Portfolios auf «privat» - sprich unsichtbar - gestellt haben, damit die direkte Konkurrenz nicht «abkupfern» kann. Auf Rang acht folgt mit macangy das erste nicht-privat gestellte Portfolio unter den Toppositionen. Die Spielerin oder der Spieler hatte in der vergangenen Woche mit einem Plus von 24 Prozent einen ausgezeichneten Start, ehe Gewinne mitgenommen und das Portefeuille neu aufgestellt wurde. Die grössten Positionen machen BridgeBio Pharma, Collegium Pharma, Gates Industrial, Loihde und Rigetti aus. Abgerundet wird das Portfolio von Bitcoin und Generac

Unter die ersten zehn reiht sich auch wintiinvest (+20,7 Prozent) ein, der den gesamten Betrag erfolgreich auf IonQ gesetzt hatte. Am Montag nach US-Börseneröffnung dürfte es dann allerdings einen Dämpfer absetzen. 

Ein Blick auf das Portfolio von xchange ist ebenfalls angebracht, nachdem die oder der Teilnehmende mit einem Satz auf Position 11 von 76 vorgerückt ist. Die Kursgewinne resultieren primär aus einem Call-Warrant auf Gold, der nunmehr einen Anteil von 39 Prozent im Portfolio ausmacht. Bei Holcim mit einer Gewichtung von 35 Prozent resultiert dagegen ein Verlust von 6,9 Prozent, während die kleineren Positionen Crowdstrike und R&S leicht höher stehen.

Ende der Tabelle

Am Ende der Tabelle finden sich Teilnehmer wrusti (-79 Prozent), cckruse (-41 Prozent) und hebelpingiun (-18 Prozent). Beeindruckend, dass sich wrusti nicht hat irritieren lassen, die Verluste mitgenommen und sich neu aufgestellt hat. Er setzt nun auf das Derivat «Ariva WTI Oil», Furukawa Electric, Goldmünzen, einen Amrize- und SMI-Mini-Future sowie Mobileye und TSMC

hebelpingiu zeigt, dass nach einem Kursverlust nicht alles verloren ist. Auf der Position Healthcare Triangle entstand ein Verlust von bis zu 31 Prozent, ehe der Titel mit minus 20 Prozent liquidiert wurde. Hebelpiguin ist inzwischen zur Hälfte in Bitcoin sowie marginal in Ethereum investiert. 

In der Rangliste haben vor allem die Spieler mit Gold-Warrants am Montag einen deutlichen Sprung nach vorn gemacht. redangel rückte gleich um 1077 Positionen vor und hob dank des Kursgewinnes von 3048 Franken sein Portfolio wieder in den positiven Bereich mit einem Wert von 100'275 Franken. 

ckhjsbajca rückte gar um 1133 Positionen vor, hat sein Portfolio am frühen Montagmorgen dann aber umgeschichtet und setzt mit einem kleinen Betrag von 1'200 Franken auf Ethereum. Je 20 Prozent landen bei Gurit, Orior, Perrot Duval und Siegfried sowie 18 Prozent bei Valartis

Auf einen erfolgreichen Wochenstart kann auch hausfrau09 zurückblicken, welche um einige Hundert Plätze vorgerückt ist. Die Spielerin ist in Rheinmetall und Kühne+Nagel übergewichtet, hält eine grössere Position in Sandoz, VAT und Hensoldt sowie ein Mini-Engagement in Ethereum. 

Bereits am Freitag hat albasini14 seinen Grundstein für die Verbesserung um 889 Positionen gelegt. Seine übergewichteten Lookheed Martin befinden sich deutlich im Plus. Die Positionen auf Erdöl WTI und in den Erdöl-Titeln Chevron und Shell sowie die Minentitel Agnico Eagle und Pan American Silver plus ein Mini-Future Long auf Silber dürften dem Portfolio am Montag weiteren Schub verleihen. 

Unter den Top 50 hat tt. dank dem «Swisscanto Silver ETF» (80 Prozent Gewichtung) und den Warrants 2025-19.06.2026 auf Silber 1 Unze einen deutlichen Sprung nach vorne auf Platz 43 gemacht. 

Das Portfolio der cash-Redaktion hält sich derweil mit einer Avance von 5,9 Prozent auf dem beachtlichen Rang 46. Die Positionen Brent-Mini-Future und die Aktion von Leonteq haben sich am Montag voll ausbezahlt. Die US-Titel dürften aber auch das cash-Portfolio am Montagnachmittag belasten. 

Erste Erkenntnisse aus den ersten Handelstagen

Nur 19 Teilnehmende haben bis am Montagmorgen einen Kursverlust von mehr als 10 Prozent eingefahren. Das zeigt, wie diszipliniert die cash-Leserinnen und -Leser ans Werk gehen. 

Einfach aufgeben ist aber keine Option, mögen die Kursverluste noch so ärgerlich sein. Bei diesem Spiel kann gelernt werden, welch negativen oder positiven Einfluss Mini-Futures, Warrants sowie Konzentration auf die Rendite haben. Nebst den Risiken gibt es dabei Chancen zuhauf. xchange zeigt dies am Montag mit einem Tagesgewinn von 20 Prozent exemplarisch auf. Es bleiben noch lange 37 Tage Zeit, um sich zu verbessern oder das Portfolio weiter wachsen zu lassen. Und wie im Fussball gilt: Alles ist möglich, abgerechnet wird am Schluss. 

Die grössten Kursgewinne wurden mit einzelnen Titeln erzielt - sprich weniger ist mehr. Ein zu diversifiziertes Portfolio mit mehr als zehn Positionen erscheint nicht optimal, da zu viel Zeit in die Überwachung der einzelnen Titel investiert werden muss. Zudem ist die Hebelwirkung gering, weil eine Position à 20 Prozent Gewichtung bei einer Kursverdoppelung 20 Prozent Gewinn bringt. Bei zwei Positionen mit einer Gewichtung à 10 Prozent müssen sich zwei Positionen verdoppeln, um auf 20 Prozent zu kommen. Das ist entsprechend herausfordernder. Wer vorn mitspielen will, sollte deshalb auf vier bis fünf Positionen setzen, grössere Kursgewinne mitnehmen und das Portfolio jeweils fokussiert auf neue Chancen ausrichten. 

Eine Strategie wie die von wintiinvest ist kaum ratsam, da das gesamte Gewinn-Potenzial respektive Risiko nur an einer einzigen Aktie hängt. Das gilt auch für die Teilnehmenden auf den ersten fünf Positionen. Diese haben ihre Gewinne mit stark gewichteten Einzeltiteln unter anderem in Biotechnologie erreicht, oder erfolgreich auf sogenannte Liquiditätsarbitrage gewettet. So hatte ein Teilnehmer zum Beispiel einen 34-prozentigen Kursgewinn auf dem «KraneShares China Alpha Index ETF» innert 24 Stunden erzielt. Dieser in Deutschland gehandelte ETF ist sehr illiquide, grosse Kurssprünge sind an der Tagesordnung. 

Ein konzentriertes Portefeuille ist im Börsenspiel sinnvoll, weil es um eine kurzfristige Gewinnmaximierung geht. Wenn der Schuss hinten herausgeht - so wie bei wrusti, stehen auf der anderen Seite schnell erhebliche Kursverluste im Buch. Insofern ist die Strategie der hohen Konzentration bei einem richtigen Portfolio nicht empfohlen. Diversifikation und eine vernünftige Gewichtung in volatilen Sektoren oder Einzeltiteln bleibt beim realen Investieren immer noch die oberste Maxime. 

(cash)