Seit Anfang Jahr hat der Swiss Market Index (SMI) knapp 8 Prozent zugelegt und sich damit dem von der Lage im Nahen Osten ausgehenden Sog nach unten widersetzt. 62 Prozent der cash-Leserschaft ist nun der Auffassung, dass der Leitindex auch im zweiten Semester zulegt und das Jahr 2026 höher als heute abschliesst.
Dies geht aus der aktuellen Umfrage von cash.ch hervor. 22 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer denken, der SMI werde auf dem momentanen Stand verharren. 16 Prozent gehen von einem so schwachen zweiten Halbjahr aus, dass das Börsenbarometer das laufende Jahr sogar unter dem aktuellen Stand abschliessen wird. Total wurde 1306-mal abgestimmt.

Ergebnis der cash-Umfrage zur SMI-Entwicklung bis Jahresende 2026.
Die Zuversicht kann dadurch begründet sein, dass Strategen die europäischen Aktienmärkte mit hohen Indexzielen versehen haben. Der UBS-Stratege Gerry Fowler rechnet neuerdings mit einem Jahresendstand von 690 Punkten des Stoxx Europe 600 Index. Das sind 60 Punkte mehr als die bislang gültige Prognose. Unter den zehn grössten Positionen des Stoxx Europe 600 Index sind auch die SMI-Schwergewichte Nestlé, Novartis und Roche. Das lässt vermuten, dass auch der hiesige Leitindex im weiteren Jahresverlauf aufs Neue zulegen dürfte.
Allerdings gibt es gleich mehrere Faktoren, welche die Anlegerinnen und Anleger bedenken werden. Erstens könnte eine abermals deutliche Intensivierung des Konflikts im Nahen Osten dem Franken Auftrieb verleihen. Die als sicherer Hafen geltende Landeswährung würde dann zum Risiko für die stark exportorientierte Schweizer Wirtschaft.
Zweitens sind die Inflationsrisiken nicht vom Tisch. Die Kreditmärkte preisen zwei respektive eine Zinserhöhung durch die amerikanische Notenbank Fed und durch die Europäische Zentralbank (EZB) ein. Bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) geht der Markt dagegen von unveränderten Leitzinsen bis zum Sommer 2027 aus. Weltweit höhere Zinsen sprechen gegen Aktien, die zu den nicht zinstragenden Anlageklassen gehören.
Auf Einzeltitelebene können die drei defensiven Schwergewichte Nestlé, Roche und Novartis wegen des dominierenden Anteils den SMI bremsen oder schlimmstenfalls sogar zurückwerfen. Das hat sich über die letzten drei Jahre deutlich gezeigt, da wahlweise einer oder zwei dieser Titel den SMI jeweils zurückgebunden haben.
Schliesslich stossen mit Galderma und Sandoz zwei weitere Gesundheitstitel in den SMI vor. Dessen defensives Profil wird gestärkt. Was in Krisenzeiten vor gröberen Verwerfungen schützt, kann in Boom-Phasen zum relativen Nachteil werden. Sprich: Sollten die Anleger vermehrt Risiken eingehen und verstärkt auf US-Tech-Aktien setzen, wird der SMI Mühe haben, das Tempo der Wall Street mitzugehen.
(cash)
