Die Auf- und Absteiger im Oktober

Nach einem scharfen SMI-Kursrückgang in den ersten beiden Oktoberwochen haben wieder die Bullen das Zepter übernommen. Einige Aktien sind aber immer noch im roten Bereich. Bei gewissen lohnt sich ein Einstieg.
31.10.2014 08:38
Von Frédéric Papp
Anleger und Händler fürchten den Börsenmonat Oktober.
Anleger und Händler fürchten den Börsenmonat Oktober.
Bild: Bloomberg

Starke Kursschwankungen an den Finanzmärkten passieren auffallend oft im Oktober. So ereignete sich der grösste Kurszusammenbruch aller Zeiten an den Aktienmärkten am "Black Friday", dem 25. Oktober 1929. Am 19. Oktober 1987 – in der Finanzgeschichte als "Black Monday" bekannt - brach der amerikanische Aktienindex über 500 Punkte ein. Und die schlimmsten Kursverluste während der Finanzkrise gab es 2008 ebenfalls im Oktober.

Auch in diesem Jahr gabs eine Korrektur, allerdings fiel sie vergleichsweise moderat aus. Der Swiss Market Index (SMI) oder der deutsche Aktienindex (DAX) verloren in den ersten zwei Oktoberwochen gut 8 Prozent, die amerikanische Börse korrigierte rund 5 Prozent. In der zweiten Oktoberhälfte bestimmen nun wieder die Bullen das Geschehen. Das Schweizer Börsenbarometer notiert wieder fast auf dem Stand von Anfang Monat. Ein ähnlicher SMI-Kursverlauf gabs auch 2013.

Kursentwicklung des SMI im Oktober

Auf Titelebene notieren mehr als die Hälfte aller im Swiss Performance Index (SPI) gehandelten Aktien dennoch teils deutlich tiefer als noch zu Monatsbeginn (siehe Tabelle). cash wählte vier Unternehmen aus, bei denen sich ein Einstieg für risikotolerante Anleger lohnen könnte.

Novartis: Der Pharmariese wird gut 2 Prozent tiefer als noch Anfang Oktober gehandelt. Grund waren Gewinnmitnahmen – seit Jahresbeginn hat die Aktie über 22 Prozent zugelegt. Die Dividendenrendite beträgt rund 3 Prozent und liegt damit im Branchendurchschnitt von "Bond-like-Equities". Dazu zählen auch Roche, Nestlé oder Swisscom. Gerade in dem aktuell nervösen Börsenumfeld dürften diese weiterhin zu den Outperformern gehören.

Bossard: Für die Aktie des Schraubenhandels- und Logistikunternehmens Bossard setzte es im Oktober einen weiteren Dämpfer ab. Das Minus beträgt rund 2 Prozent. Dies sieht zwar moderat aus, aber die Titel haben seit dem Jahreshöchststand im April 26 Prozent eingebüsst. Zu schaffen macht dem Titel die stotternde Wirtschaft in Europa. Bleibt das Wirtschaftswachstum flau, wird es für zyklische Titel wie Bossard schwierig bleiben. Doch Bossard ist ein grundsolides Unternehmen und mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 12 nicht teuer. Risikotoleranten Anleger bieten sich somit Einstiegschancen.

Ems-Chemie: Lange kannte die Aktie nur eine Richtung: nach oben. Doch im Oktober sackten die Titel des Spezialchemie-Herstellers über 11 Prozent ab, die Titel sind mit einem KGV von 24 immer noch stattlich bewertet. Aufgrund der hohen Qualität der Unternehmung und der intakten Wachstumsaussichten ist die Bewertung aber gerechtfertigt, vorausgesetzt die Konjunktur in Europa trübt sich nicht weiter ein. Risikotolerante Anleger sollte die Marktschwäche für ein Engagement nutzen.

Dufry: Im Oktober tauchten die Aktien des Reisedetailhandelsunternehmens rund 5 Prozent und seit Jahresbeginn beläuft sich das Minus bislang auf 15 Prozent. Für Abwärtsdruck sorgte der unter den Erwartungen ausgefallene Halbjahresausweis. Dufry agiert in strukturellen Wachstumsmärkten und erreichte mit einem steten Ausbau der Ladenflächen in Schwellenländern eine äusserst attraktive Positionierung. Dies wird sich früher oder später auszahlen. Anleger brauchen aber einen langen Atem bei Dufry. Ratsam ist, vor einem Engagement die Drittquartalszahlen am kommenden Montag (3.11.) abwarten.

Ebenfalls geblutet haben Titel aus der Öl- und Gasindustrie wie Transocean (-4 Prozent). Auch der Online-Reiseanbieter und Börsenneuling Bravofly Rumbo musste im Oktober erneut Abschläge von 18 Prozent hinnehmen.

Zu den Gewinnern im Börsenmonat Oktober zählen Titel wie Arbonia Forster, Logitech, Comet oder Straumann mit Kursgewinnen von mindestens 10 Prozent. Unter den Standardwerten wird auch der Genfer Warenprüfkonzern SGS 10 Prozent höher gehandelt.

Auf- und Absteiger im Börsenmonat Oktober (SMI)

Die Verlierer im Oktober Rendite in % Die Gewinner im Oktober Rendite in %
Transocean -4 SGS +10
Credit Suisse -4 Geberit +7
Julius Bär -2 Givaudan +4
Novartis -2 Swisscom +4
Julius Bär -2 Actelion +2
ABB -1 Richemont +3
    Roche +2
    Swatch +1
    Swiss Re +1
    Zurich IG +1
    UBS +1

Quelle: cash.ch, Stand: 30. Oktober 2014 (unverändert: Nestlé, Syngenta, Holcim, Adecco)

Auf- und Absteiger im Börsenmonat Oktober (ex SMI)

Die Verlierer im Oktober Rendite in % Die Gewinner im Oktober Rendite in %
Bravofly Rumbo -18 Therametrics +14
Meyer Burger -17 AFG Arbonia +13
Mikron -17 Logitech +12
Perrot Duval -14 Comet +11
Zwahlen & Mayr -13 Highlight Ev&En +10
Infranor -13 Straumann +10
Newron Pharma -12 USI Grp +10

Quelle: cash.ch, Stand: 30. Oktober 2014