Die Aktien der Partners Group verloren am Mittwoch 16,3 Prozent auf 686,80 Franken. Auf 15 Monate bedeutet dies einen Kursverlust von mehr als 50 Prozent. Folglich steht der Titel auch einsam an der Spitze der Verlierer im Swiss Market Index (SMI) in diesem Jahr.

Mit dem Minus bringt es Partners Group noch auf eine Börsenkapitalisierung von 18,4 Milliarden Franken, knapp vor den zwei anderen SMI-Titeln Geberit mit 17,2 Milliarden Franken und Logitech mit 15,7 Milliarden Franken. Dahinter stehen im Mid-Cap-Index SMIM mit Galderma (38,5 Milliarden Franken Börsenkapitalisierung), Sandoz (27,6 Milliarden Franken), Helvetia Baloise (19,4 Milliarden Franken) oder VAT (18,5 Milliarden Franken) gleich vier Firmen in Lauerstellung, um die drei erstgenannten Firmen im SMI zu verdrängen. 

Aufgrund der lamentablen Kommunikation des Baarer Private-Equity-Spezialisten wäre das wohl die Quittung für das kommunikative Versagen der letzten Wochen und Monate. Nachdem die Konkurrenten wie Blue Owl, Blackstone, KKR und Co. unter Druck gerieten wegen Fragen zu Bewertungen im Bereich Private Equity und Private Credit, wies die Partners Group die Bedenken der Finanzgemeinde von sich und das Management kaufte demonstrativ eigene Aktien en masse. Der Autor dieses Artikels wies vor sechs Tagen darauf hin, dass der Valor auf dem Kursniveau von 830 Franken attraktiv sei - mehr dazu hier

Das alles ist Schnee von gestern, nachdem die Financial Times am Mittwoch aus einem Schreiben der Partners Group zitierte, die Rücknahmen eines Fonds auf 5 Prozent des Nettoanlagewerts (NAV) zu begrenzen. Ein Sprecher von Partners Group bestätigt den Bericht gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg. Der Schritt erfolgte, nachdem die Rücknahmebegehren mit 9,8 Prozent im zweiten Quartal klar über dieser Schwelle ausfielen.

Das ist an sich kein Beinbruch, denn jeder Investor in einem Private-Credit- oder Private-Equity-Vehikel weiss gemäss Prospekt, dass dies der Standard sind. Quartalsweise können im Regelfall 5 Prozent der Anteile angedient respektive verkauft werden. 

Problematisch wird es, wenn ein Unternehmen beteuert, es bestehe kein Handlungsbedarf, alles sei im grünen Bereich, und die Anlegerinnen und Anleger indirekt über die Presse «informiert» werden, dass es doch nicht zum Besten steht. Insofern hat es die Partners Group innert dreier Monate geschafft, viel Anlegervertrauen zu zerstören - das ist selbst der Credit Suisse in den besten Tagen nicht in dieser Kadenz gelungen. 

Die zentrale Frage ist: Wie weiter für die bestehenden Aktionäre? Alles andere als Durchhalten ergibt keinen Sinn, das Unternehmen wird daraus lernen müssen und die halbierte Bewertung ist bereits Tatsache. Wer in den vergangenen Tagen gekauft hat, kann sich ein paar wenige weitere Titel anlachen, aber sicherlich nicht «all-in» gehen. Zuerst muss das Management der Partners Group bei der Transparenz und der Kommunikation nicht nur einen Zacken, sondern gleich mehrere zulegen, um das Investorenvertrauen wieder zurückzugewinnen. Erst dann - und das wird dauern - ist der Titel wieder als richtige Long-Position kaufenswert. 

Thomas Daniel Marti
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