11:55

Die Nachricht von einem zweiwöchigen Waffenstillstand im Iran hat am Mittwoch zu einer deutlichen Erholung der Risikobereitschaft in allen Anlageklassen geführt. Während die Aktienkurse steigen, kommt es am Devisenmarkt zu einer breiten Erholung zahlreicher Währungen gegenüber dem US-Dollar. Gleichzeitig hätten die Bewegungen aber etwas an Schwung verloren, da Anleger abwägten, ob dieser Waffenstillstand zu einem nachhaltigeren Frieden führen könne, heisst es im Handel.

Der Dollar hatte zu Beginn des Iran-Kriegs vor allem von der gestiegenen Unsicherheit an den Finanzmärkten profitiert. Zum einen gilt der Greenback als sicherer Hafen, da Investoren sich von risikoreichen Anlagen trennen und Dollar kaufen. Zum anderen wird Öl überwiegend in Dollar bezahlt. Die Ölpreise haben seit Beginn des Iran-Kriegs kräftig zugelegt, sodass der Dollar auch deswegen stärker nachgefragt war. Zudem zogen die Renditen auf US-Staatsanleihen wegen Inflationssorgen seit Ende Februar an. Das macht Anlagen in US-Papiere tendenziell attraktiver und steigert die Dollar-Nachfrage.

In der Nacht auf Mittwoch haben sich nun der Iran und die Vereinigten Staaten wenige Minuten vor dem Ablauf eines erneuten Ultimatums von US-Präsident Donald Trump auf eine Feuerpause geeinigt. Irans Aussenminister kündigte zugleich eine Öffnung der Strasse von Hormus an. In Abstimmung mit den iranischen Streitkräften und unter Berücksichtigung technischer Einschränkungen solle der Schiffsverkehr in der für den weltweiten Ölhandel wichtigen Meerenge ermöglicht werden, schrieb Abbas Araghtschi in einer Erklärung.

«Vermutlich dürften bei einem nachhaltigen Waffenstillstand (und erfolgreichen Friedensverhandlungen) auch die Zentralbankerwartungen korrigieren», schreibt die Commerzbank in einem Kommentar. Es erscheine doch sehr unwahrscheinlich, dass die EZB oder die Bank of England drei oder gar mehr Zinserhöhungen lieferten, sollte der Krieg vorerst beendet sein. Marktteilnehmer sollten allerdings nicht zu optimistisch sein, denn viele Details seien noch ungeklärt und es sei auch fraglich, ob die Waffenruhe tatsächlich halte.

Bei ING heisst es, Investoren dürften zunächst das Verkehrsaufkommens durch die Meerenge genau beobachten. Ein deutlicher Anstieg des Verkehrsaufkommens dürfte die Ölpreise weiter belasten und die stagflationären Investitionstrends umkehren, die im letzten Monat an den Märkten zu beobachten waren. «Diese Trends waren geprägt von einer dramatischen, bärischen Abflachung der Zinskurven, einer Schwäche an den Aktienmärkten und einem stärkeren Dollar - rechnen Sie jedoch nicht mit einer vollständigen Umkehr der Trends vom März.»

Nachdem der Euro gegen den Dollar zunächst deutlich angezogen hatte, kostet er aktuell mit 1,1681 US-Dollar ähnlich viel wie am Morgen. Am Vorabend wurde die europäische Gemeinschaftswährung noch zu 1,1575 Dollar gehandelt. Auch zum Franken fiel der US-Dollar in der Nacht um einen Rappen auf 0,7890 Franken. Aktuell geht er ebenfalls kaum verändert zu 0,7885 um.

Im Vergleich dazu sind die Bewegungen im Euro/Frankenpaar relativ gering. Zuletzt notierte die Gemeinschaftswährung bei 0,9211 Franken, während sie am Vorabend noch 0,9252 Franken gekostet hatte.

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11:30

Der Schweizer Aktienmarkt legt gemessen am SMI um 2,8 Prozent zu. Der Leitindex notiert bei 13'154 Punkten. 

Die Anleger laufen sichtlich im Erleichterungsmodus. In der Nacht hatten sich die USA und der Iran in letzter Minute vor Ablauf des Ultimatums auf eine Feuerpause geeinigt. «Für Investoren fühlt es sich an, als würde eine enorme Last von den Schultern fallen. Der Markt feiert nun die ersten sichtbaren Wolken aus der Friedenspfeife», kommentiert ein Händler die Stimmung.

Bei aller Freude über die Entwicklung mahnen viele Analysten aber auch vor allzu grosser Euphorie: «Noch ist kein nachhaltiger Frieden in der Region ausgehandelt, sondern lediglich eine Feuerpause. Zähe Verhandlungen und weitere potenzielle militärische Auseinandersetzungen können nicht ausgeschlossen werden», heisst es von einem Experten. Auch bei einer nachhaltigen Deeskalation ist bereits Schaden für die Weltwirtschaft angerichtet worden, und der Preisdruck ist gestiegen.

Vor diesem Hintergrund werden nun Konjunkturdaten umso wichtiger, insbesondere die Inflationsdaten aus den USA im weiteren Wochenverlauf. Zuletzt hatten wegen der stark gestiegenen Energiepreise auch die Zinserwartungen wieder angezogen. Ob nun die Zentralbanken tatsächlich an der Zinsschraube drehen, ist laut Experten fraglich.

Gerade bei den Ölpreisen, die zuletzt als Seismograph für die Unsicherheit an den Märkten fungierten, kam es nach dem Waffenstillstand zu einer deutlichen Entspannung. So kostet ein Fass der Sorte Brent am späten Vormittag noch 94,53 US-Dollar. Im Hoch war der Preis zeitweise sogar bis auf 119,50 Dollar geklettert, am (gestrigen) Dienstag waren ebenfalls noch über 110 Dollar fällig.

Die entscheidende Variable ist laut Marktbeobachtern nicht die Schlagzeile über den Waffenstillstand, sondern ob sich die Schifffahrtsströme, die Versicherungskosten und der tatsächliche Energietransit normalisieren. «Jeder Verstoss gegen den Waffenstillstand, erneute Bedrohungen der Infrastruktur oder das Scheitern einer sinnvollen Wiederöffnung von Hormus könnten die Ölpreise und die makroökonomische Volatilität rasch wieder anfachen.»

Besonders gefragt sind Bauwerte, Zykliker und Industrietitel: Entsprechend zünden Holcim (+7,1 Prozent), ABB (+6,8 Prozent), aber auch Sika (+7,4 Prozent), Amrize (+4,7 Prozent) und Geberit (+5,5 Prozent) ein wahres Kursfeuerwerk. Diese Branchen hatten in den letzten Wochen stark verloren.

Auch die Luxusgüterwerte Richemont (+7,1 Prozent) sowie Swatch (+5,6 Prozent) atmen auf. Und zinssensitive Tech-Werte wie Logitech (+4,3 Prozent) oder VAT (+7,2 Prozent) sind ebenfalls gefragt. Denn gerade durch die erwarteten hohen KI-Investitionen ist die aufkommende Zinshoffnung entscheidend für die weitere Entwicklung der Branche.

Verglichen damit halten sich die Gewinne bei den defensiven Titeln wie Nestlé (+0,5 Prozent), bei Versichereraktien wie Zurich (+0,8 Prozent) sowie bei den Pharmakonzernen Roche (+1,7 Prozent) und Novartis (+1,6 Prozent) in Grenzen.

Swisscom (-0,6 Prozent) liegen am SMI-Indexende sogar im Minus, und Swiss Re (-0,3 Prozent) geben ebenfalls leicht nach. Auch Kühne+Nagel (unv.), die als Logistiker zuvor stark von den gestiegenen Frachtraten profitierten, kommen nicht vom Fleck.

In der zweiten Reihe springen die Titel der R&S Group (+15,2 Prozent) nach der Präsentation der definitiven Resultate 2025 massiv nach oben.

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09:45

Der Schweizer Aktienmarkt steht gemessen am SMI 3,3 Prozent höher. Der Leitindex notiert bei 13'214 Punkten. 

Unter den Anlegern herrscht nach der Waffenruhe im Iran grosse Erleichterung. Diese zeigt sich in regelrechten Kurssprüngen an den Handelsplätzen weltweit - «alles ist dunkelgrün», sagte ein Händler. In der Nacht hatten sich die Kriegsparteien quasi in letzter Minute auf eine zweiwöchige Feuerpause geeinigt und damit den Weg für Verhandlungen geebnet. Der Iran kündigte zudem wie von den USA gefordert für diese Zeit die Öffnung der wichtigen Strasse von Hormus an, was zu einer klaren Entspannung bei den Ölpreisen führte.

Der Iran legte einen 10-Punkte-Plan vor, den Trump als «praktikable Grundlage für Verhandlungen» einordnet. Laut Händlern gibt es dabei sicher einige schwierige Knackpunkte, der Grundstein für Diplomatie sei aber gelegt - auch wenn die Waffenruhe sicher zunächst fragil sein dürfte und die Euphorie nicht überborden sollte. «Insgesamt dürfen wir aber am heutigen Tag eine Reaktion wie aus dem Lehrbuch erwarten - auch, weil bei einem nachhaltigen Waffenstillstand wohl die Zentralbankerwartungen korrigiert werden dürften», sagte ein Experte. Damit dürften auch die in den nächsten Tagen anstehenden Konjunkturdaten wieder wichtiger werden - besonders die US-Inflationszahlen.

Ganz oben im Kurstableau brennen Holcim (+7,4 Prozent), ABB (+6,6 Prozent), aber auch Sika (+6,3 Prozent), Amrize (+5,3 Prozent) und Geberit (+5,1 Prozent) ein wahres Kursfeuerwerk ab. Die Bauwerte und zyklische Titel hatten in den letzten Wochen stark verloren und erholen sich nun entsprechend deutlich.

Auch die Luxusgüterhersteller Richemont (+6,0 Prozent) sowie Swatch (+4,9 Prozent) atmen auf. Und zinssensitive Tech-Werte wie Logitech (+3,9 Prozent) oder VAT (+6,2 Prozent) sind ebenfalls gefragt.

Verglichen damit halten sich die Gewinne bei den defensiven Titeln wie Nestlé (+1,8 Prozent), Swiss Re (+1,0 Prozent) und den Pharmakonzernen (Roche +2,4 Prozent, Novartis +2,6 Prozent) fast in Grenzen. Swisscom (-0,7 Prozent) liegen am Indexende sogar im Minus. Auch Kühne+Nagel (-0,4 Prozent), die als Logistiker zuvor stark von den gestiegenen Frachtraten profitierten, geben leicht nach.

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09:15

Der SMI steht 3,4 Prozent höher bei 13'223 Punkte. Fast alle Titel des Schweizer Leitindex legen kräftig zu. Ausnahmen sind Swisscom (minus 0,8 Prozent) sowie Kühne+Nagel (minus 0,1 Prozent).

Holcim springt hingegen um 7,5 Prozent nach oben, ABB avanciert um 6,5 Prozent. Gefragt sind zudem Richemont (+6,2 Prozent), Sika (plus 6,1 Prozent) sowie die Finanzwerte Partners Group (plus 6,1 Prozent) und UBS (plus 5,8 Prozent.

Am breiten Markt gewinnen R&S (plus 12 Prozent), Molecular Partners (plus 10 Prozent) sowie Idorsia (plus 10 Prozent) deutlich dazu. Verkauft werden Finanztitel mit stark inländischem Fokus wie die Valiant (minus 1,6 Prozent), die Walliser Kantonalbank (minus 1,3 Prozent) und die St. Galler Kantonalbank (minus 1,3 Prozent).

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Neue Kursziele und Ratings für Schweizer Aktien

Ems-Chemie: Berenberg erhöht auf 565 (510) Fr. – Sell
Galderma: Goldman Sachs erhöht auf 190 (185) Fr. – Buy
Straumann: Goldman Sachs senkt auf 95 (100) Fr. – Neutral

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08:05

Der SMI steht im vorbörslichen Handel bei Julius Bär 3,6 Prozent höher.

Alle Titel des Schweizer Leitindex stehen im Plus. Besonders gross sind die Zuwächse bei Holcim (plus 6,4 Prozent), Partners Group (plus 6,3 Prozent) sowie Swiss Life (plus 6,0 Prozent).

Am breiten Markt, der 4,4 Prozent zulegt, gibt es ebenfalls keine Verlierer. Speziell der Technologiewerte VAT (plus 6,3 Prozent) und Comet (plus 5,3 Prozent) sind gefragt.

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07:35

Der Dax wird am Mittwoch der Kursentwicklung an den Terminmärkten zufolge mit Gewinnen in den Handel starten. Am Dienstag hatte ‌der ⁠deutsche Leitindex gut ein Prozent tiefer bei 22'922 Punkten geschlossen.

Für fallende Kurse ⁠in Europa hatte das von US-Präsident Donald Trump gestellte Ultimatum an den Iran zur Öffnung ‌der Strasse von Hormus gesorgt. Die Anleger an ‌der Wall Street gaben ihre Hoffnung ​auf eine Einigung hingegen nicht auf - die wichtigsten US-Indizes schlossen nahe der Null-Marke. Weniger als zwei Stunden vor Ablauf des Ultimatums stimmte Trump einem zweiwöchigen Waffenstillstand mit dem Iran zu. Bedingung für die Waffenruhe sei, dass ‌der Iran seine Blockade der Strasse von Hormus aufhebt, teilte Trump auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social mit.

Dies drückte die Ölpreise um fast 15 Prozent ins ​Minus. Zur Wochenmitte empfängt Trump Nato-Generalsekretär Mark Rutte im Weissen Haus ​in Washington. Der US-Präsident hatte zuletzt mit ​einem Austritt aus dem westlichen Militärbündnis gedroht, weil sich europäische Mitglieder weigerten, Schiffe zur Freigabe ‌der Strasse von Hormus zu entsenden. Der Nato zufolge ist die Reise Ruttes seit langem geplant.

Anleger schauen zudem auf die Protokolle der jüngsten Zinssitzung der ​US-Notenbank. Die ​Währungshüter hatten Mitte März und damit ⁠wenige Wochen nach Ausbruch der Kampfhandlungen im Nahen ​Osten den Leitzins ⁠nicht angetastet.

Im Fokus stehen auch Daten zur Entwicklung in der zuletzt angeschlagenen ‌deutschen Industrie. Diese dürfte in der Zeit vor dem Ausbruch des Nahost-Krieges mehr Aufträge eingesammelt haben. Anleger warten zudem auf Zahlen ‌zu den Erzeugerpreisen und den Einzelhandelsumsätzen in der Euro-Zone ​im Februar. 

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07:20

Erleichterung an den Aktienmärkten weltweit: Der Iran und die USA haben sich auf eine zweiwöchige Feuerpause geeinigt. Entsprechend euphorisch sind die Reaktionen an den Börsen. Der SMI wird am Morgen beim Broker IG 3,18 Prozent höher gestellt.

Die Märkte in Ostasien haben nach der angekündigten Waffenruhe bereits mit kräftigen Kursgewinnen reagiert. So sprang der Nikkei in Japan um fast 5 Prozent nach oben, der südkoreanische Kospi rangierte zeitweise rund 6 Prozent im Plus. Und auch in Europa zeigt sich in allen vorbörslichen Indikationen die nun schlagartig zurückgekehrte Zuversicht. Der deutsche Dax wird um 4,7 Prozent höher erwartet, ähnlich sieht es in Frankreich oder Grossbritannien aus.

Bei den Währungen legte der Euro kräftig zu und übersprang in der Nacht klar über die Schwelle von 1,16 US-Dollar. Am Morgen wurden 1,1677 bezahlt. Der Dollar gab auch zum Franken leicht nach und kostete noch 0,7898 nach 0,7993 am Vorabend. Das Euro/Frankenpaar bewegte sich mit zuletzt 0,9224 kaum.

Auch beim Ölpreis zeigt sich klare Entspannung, denn der Iran kündigte ebenfalls die Öffnung der Strasse von Hormus im Rahmen der Waffenruhe an. Entsprechend sackten die Preise ab. Für ein Fass der Sorte Brent wurde am Morgen nur noch 94,67 Dollar bezahlt, WTI brach auf 95,60 Dollar ein - das sind 13 bis 15 Prozent weniger als am Vortag.

Jefferies sieht durchaus Chancen, dass der vom Iran vorgelegte 10-Punkte-Plan eine Basis für weitere Verhandlungen sein könnte, auch wenn es durchaus einige Knackpunkte gebe. Wichtig sei vor allem, dass Trump offenbar wirklich einen Deal und aus dem Krieg herauswolle. Noch sei die Waffenruhe aber fragil und jede kleinste Attacke von Seiten des Iran könne diese Abmachung wieder nichtig machen.

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06:20

Der Swiss Market Index (SMI) steht bei der IG Bank vorbörslich 3,2 Prozent höher bei 13'223 Punkten.

Auftrieb für die Schweizer Börse geben Nachrichten aus dem Nahen Osten: US-Präsident Donald Trump hat am Dienstag einem zweiwöchigen Waffenstillstand mit dem Iran zugestimmt und damit eine Eskalation des seit Wochen andauernden Konflikts vorerst abgewendet.

Die Einigung kam weniger als zwei Stunden vor Ablauf eines von ihm gesetzten Ultimatums ‌zustande, wie ⁠Trump auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social mitteilte.

Bedingung für die Waffenruhe ist demnach, dass der Iran seine Blockade der Strasse von ⁠Hormus aufhebt.

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06:15

Der Euro steht bei 92,24 Rappen (minus 0,3 Prozent). Der Dollar kostet 78,98 Rappen (minus 0,97 Prozent).

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05:05

Die Einigung auf eine zweiwöchige Waffenruhe im Nahen Osten hat am Mittwoch eine Erleichterungsrally an den Finanzmärkten ausgelöst. Die Hoffnung auf eine ‌Wiederaufnahme ⁠der Öl- und Gaslieferungen durch die Strasse von Hormus liess die Ölpreise einbrechen ⁠und beflügelte die Aktienmärkte.

In Tokio schoss der Nikkei-Index um fünf Prozent in die Höhe. Der südkoreanische ‌Kospi legte um sechs Prozent zu, was zu einer ‌Handelsunterbrechung führte.

Analysten zeigten sich jedoch zurückhaltend, ​ob die Waffenruhe zu einer dauerhaften Lösung führen wird. Die entscheidende Frage sei, ob die Verhandlungen in den nächsten zwei Wochen vorankommen, sagte Charu Chanana, Anlagestrategin bei Saxo. «Das wird darüber entscheiden, ob dies nur eine Erleichterungsrally bleibt oder sich zu einer ‌dauerhaften Deeskalation entwickelt.»

Der Einigung waren wochenlange Spannungen vorausgegangen, nachdem Angriffe der USA und Israels auf den Iran die Region an den Rand eines Krieges gebracht hatten. Teheran ​hatte daraufhin die strategisch wichtige Wasserstrasse blockiert.

04:15

Am Devisenmarkt geriet der ​Dollar, der in den vergangenen Wochen als sicherer ​Hafen gesucht war, unter Druck. Er verlor 0,7 Prozent auf 158,51 Yen und 0,9 Prozent ‌auf 0,7902 Schweizer Franken. Der Euro legte im Gegenzug um 0,7 Prozent auf 1,1670 Dollar zu.

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02:30

Die Ölpreise brachen ein. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verbilligte sich um ​12,9 ​Prozent auf 95,22 Dollar. Das US-Öl WTI ⁠notierte 14,7 Prozent schwächer bei 96,39 Dollar. Der ​Goldpreis stieg dagegen um ⁠mehr als zwei Prozent auf 4812 Dollar je Feinunze.

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23:50

Die US-Börsen sind am Dienstag nach einer späten Erholung und vor Ablauf des Ultimatums von US-Präsident Donald Trump an den Iran nur wenig verändert und richtungslos aus dem Handel gegangen. Der Dow Jones Industrial schloss 0,18 Prozent tiefer bei 46'584 Punkten. Der marktbreite S&P 500 stieg um 0,08 Prozent auf 6617 Zähler. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es um 0,04 Prozent auf 24'202 Punkte aufwärts.

Stunden vor Ende seines Ultimatums richtete Trump noch einmal eine harsche Botschaft an den Iran. Er drohte mit Angriffen auf die iranische Infrastruktur sowie mit einer «Auslöschung» des Landes, sollte bis 2.00 Uhr MESZ die Blockade der Strasse von Hormus nicht aufgehoben sein. «Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht untergehen, um nie wieder zurückzukehren», schrieb er auf seiner Plattform Truth Social.

Israels Luftwaffe griff unterdessen nach Angaben des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu iranische Eisenbahnstrecken und Brücken an. Laut US-Medienberichten kappte Teheran mittlerweile die diplomatischen Kontakte zu Washington und drohte mit Angriffen auf israelische Erdgasfelder.

Die Aktien von Apple erholten sich etwas von ihrem fünfprozentigen Kursverlust aus dem frühen Handel und endeten 2,1 Prozent im Minus. Zunächst hatte das Nachrichtenmagazin «Nikkei Asia» unter Berufung auf ungenannte Quellen berichtet, dass der Technologiekonzern bei der Entwicklung eines faltbaren iPhones in der technischen Testphase auf Probleme stösst. Dadurch könne sich der Produktions- und Lieferplan um Monate verzögern. Kreisen zufolge wird das Gerät aber pünktlich auf den Markt kommen. Das Unternehmen plane, das faltbare Modell im September zusammen mit dem iPhone 18 Pro und dem Pro Max vorzustellen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Offiziell hat sich Apple noch nicht konkret zur Einführung eines Falt-iPhones geäussert.

Die Titel von Intel legten um 4,2 Prozent zu und bauten ihren Kursgewinn im bisherigen Jahresverlauf auf gut 43 Prozent aus. Intel schliesst sich der Initiative des Tech-Milliardärs Elon Musk zur Entwicklung von Halbleitern für dessen Unternehmen Tesla , SpaceX und xAI an. Das sogenannte Terafab-Projekt ist ein grossangelegter Plan von Musk, langfristig eigene Chips für Robotik, Künstliche Intelligenz und Weltraum-Rechenzentren herzustellen. Das Vorhaben zielt darauf ab, jedes Jahr eine enorme Rechenleistung zu erzeugen - etwa 1 Terrawatt Kapazität pro Jahr.

Deutlich nach oben ging es für die Aktien privater Krankenversicherer, nachdem bekannt wurde, dass das staatliche Krankenversicherungsprogramm Medicare den privaten Krankenversicherern im kommenden Jahr 2,48 Prozent mehr zahlen wird. Dies ist eine deutliche Verbesserung im Vergleich zu den ursprünglich im Januar vorgeschlagenen Sätzen. Sie verbuchten die Papiere von Unitedhealth , Humana und CVS Health Kursgewinne zwischen 6,7 und 9,4 Prozent.

Die Titel von Broadcom legten um 6,2 Prozent zu. Der Halbleiterkonzern gab eine Vereinbarung mit Alphabet zur Entwicklung und Lieferung von Chips im Bereich Künstlicher Intelligenz (KI) bekannt. Damit macht Broadcom Nvidia zunehmend Konkurrenz, dessen Aktie um 0,3 Prozent zulegte. Laut Jefferies-Analyst Blayne Curtis dürfte die langfristige Vereinbarung Broadcom einen Mindestumsatz im Bereich von rund 200 Milliarden Dollar garantieren.

Für Paramount Skydance ging es um 10,7 Prozent aufwärts. Das Unterhaltungsunternehmen hatte bekannt gegeben, Eigenkapital-Konsortialvereinbarungen mit Fonds aus der Golfregion geschlossen zu haben, um die Übernahme von Warner Bros. Discovery zu finanzieren.

Die Anteilscheine von Gilead Sciences sanken um 1,0 Prozent. Der Pharmakonzern will das deutsche Biotech-Unternehmen Tubulis GmbH für bis zu 5 Milliarden US-Dollar übernehmen. Gemäss den Bedingungen des Kaufvertrags erwirbt Gilead das gesamte Aktienkapital von Tubulis für 3,15 Milliarden Dollar in bar als Vorauszahlung und leistet bis zu 1,85 Milliarden Dollar an Meilensteinzahlungen.

(cash/AWP/Bloomberg/Reuters)

Reto Zanettin
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